Um von meiner alten Software auf diese (ich dachte innovativere) umzusteigen, hatte ich mir extra zwei Tage Urlaub genommen. Leider ist bereits der erste Tag vergangen, nur um diese Software aktiviert (also vollumfänglich startfähig) zu bekommen. Wie ich hierbei lernen konnte, lagen die Probleme unter anderem an einer Umstellung was die Timecode-CDs anbelangt. Dieses hat dazu geführt, das meine Installations-CD mit einer neuen Produkt-ID versehen wurde, ich jedoch eine veraltete Software erhalten habe, die somit nicht aktivierbar war. Nach einigen Telefonaten mit dem Support (für jeden unbedingt reichlich Wartezeit einkalkulieren (heute habe 90 Minuten gewartet, dann aus der Serviceline "geflogen" und ein neuer Versuch läuft in dieser Minute)). Nachdem dann die Updates von der Native-Instruments-Seite auf meinen Rechner und installiert waren, konnte ich die Anwendung auch aktivieren.
--> Fazit: Mangelhafte Abstimmung bereits in der Originalverpackung
Nur mit der startfähigen Version hatte ich nichts gewonnen. Eine Kalibrierung zwischen den Timecode-CDs und meinem CD Player (Standardgerät: Denon 2600 F), konnte nicht durchgeführt werden. Erneute Telefonate mit dem Support (erneut reichlich Wartezeit) haben ergeben "warten Sie bis ein update kommt, dann ist dieses Behoben". Bei einem ungewöhnlichen CD-Player aus Vorderhinterasien (nichts gegen diese Gegend) hätte ich das Verhalten noch nachvollziehen können, jedoch bei einem solchen Klassikergerät finde ich das unzureichend entwickelt. Die Software kann ich also aktuell noch immer nicht nutzen, da (nur?) dieser Denon doppel CD-Player im Auslieferungsumfang offensichtlich nicht supported wird / wurde.
In einem Beitrag zu einem Blog konnte ich dann herausfinden, weshalb ein in der Vergangenheit als Zuverlässig bezeichnetes Produkt auf einmal (von mir) eine Note mangelhaft, wenn nicht unzureichend verdient. Offensichtlich sollen Gebühren, bzw. Zahlungen eingespart werden. Deshalb eine Umstellung bei den Timecode-CDs auf "MK2". Hier scheint es umfangreiche Änderungen und Anpassungen in der Software gegeben zu haben , die fast eine Neuentwicklung darstellen. Ich möchte diese neue Software somit als so neu bezeichnen, dass ich ungewollt ein "Betatester" geworden bin und nicht auf eine ausgereifte Abstimmung zwischen Soft- und Hardware vertrauen kann.
Auch ist die Komplette Anwendung in englischer Sprache. Dies stellt mich bei den gängigen Bedienelementen vor keine Probleme. "Play", "Cue", Audio und möchte ich als "eingedeutscht" bezeichnen. Allerdings sind auch die kompletten Einstellungen in englischer Sprache. Diese Bezeichnungen stellen mich dann teilweise doch vor Probleme. Von einer ausgereiften Anwendung würde ich eine verfügbare deutsche Sprache in den Optionen erwarten, zumal die Käufer in Deutschland vermutlich eher deutsch sprechen und lesen.
Ein weiterer Punkt, der mich zu dem Entschluss kommen lässt, dass das Produkt eher von Spezialisten (ich meine einen sehr eingeschränkten Blickwinkel) designt worden ist und keine umfangreiche Qualitässicherung erfolgt ist, ist das an gängige Eventualitäten offensichtlich nicht gedacht worden ist. Es kann nur in der Software festgelegt werden, ob die Audiokarte das Signal der Plattenspieler oder CD-Player direkt an das Mischpult "durchschleifen", oder ob die Software das Signal verarbeiten soll. Auch wenn die Audiokarte nicht mit dem PC/Laptop verbunden ist, wird versucht das Signal entsprechend weiterzuleiten. Jetzt mein Szenario: das Notebook stürzt im Abendprogramm ab (es muss ja noch nicht einmal Traktor ursächlich sein). In diesem Fall besteht keine Möglichkeit, die wartenden Gäste über die angeschlossenen Geräte mit Musik zu versorgen. Es muss also gewartet werden, bis z.B. der Rechnerneustart abgeschlossen ist und die Anwendung wieder zur Verfügung steht. Wenn dieses passiert, bleibt der Abend den Gästen garantiert in langer Erinnerung und Folgeaufträge sind bestimmt zu erwarten (Ironie). Es kann doch nicht so schwer sein, beispielsweise eine "If"-Abfrage oder "Do while" in der Hardware-Firmware zu hinterlegen. Also beispielsweise: "solange eine USB-Verbindung anliegt, sende das Signal ggf. an den Rechner (wenn in Software nicht anderes angegeben)". Das ist nur eine einfache Lösung. Erwartet hätte ich allerdings, dass die Audiokarte entsprechend erkennt, ob es sich um ein Timecodesignal handelt und entsprechend reagiert. Wenn also ein Timecode-Signal anliegt, dann 'weiterleiten an Notebook', wenn kein Timecodesignal dann direkt durchschleifen an Mischpult.
Eine Anfrage meinerseits mit o.g. Punkten an den Support wurde ignoriert und ist bis dato unbeantwortet. Auch Wartezeiten > 3 Stunden hatte ich bei dem Versuch telefonisch Kontakt herzustellen (obwohl mir eine freundliche Damenstimme die ganze Zeit gesagt hat "Ihr Anruf ist nun der nächste in der Warteschleife. Sie werden zum nächsten freien Mitarbeiter durchgestellt".
Fazit:
- Für jeden Hobby-DJ im Partykeller halte ich diese Produktversion für ein geniales "Spielzeug". Für "professionals" ist diese Version in meinen Augen nur für risikofreudige DJs einsetzbar.
- Kundensupport telefonisch quasi nicht erreichbar und meine Mails wurden nicht beantwortet.
Mein eigener Workaround: eine Chinch-Peitsche, um den CD-Player einmal an die Audio-Karte von Traktor anzuschließen und einmal direkt an das Mischpult. Somit benötige ich zwar vier Kanäle am Mixer, aber im Falle einer Eventualität im Abendprogramm bekommt keiner der Gäste den Ausfall von Traktor / dem Notebook mit.
Wenn meine Kritikpunkte umgesetzt sein sollten, ist es empfehlenswert.
Ich hoffe, dass diese Informationen hilfreich gewesen sind und das Paket nicht mit falschen Vorstellungen (wie bei mir) erworben wird.