Costello's output ist quantitativ ja sehr hoch (33 Studioalben in ebenso vielen Jahren) und da ist es natürlich klar, dass die Qualität der Alben gewissen Schwankungen unterliegt. War das 2008er Werk ,Momofuku' ein exzellentes Rock-Pop-PostPunk Album, blieb der Nachfolger (auch von T-Bone Burnett produziert) doch sehr hinter den Erwartungen zurück; aber damit kein Missverständnis aufkommt - schlecht war auch das nicht.
Auf ,National Ransom' geht die Reise durch das Americana Land und seine musikalische Geschichte nun weiter und es gelingt deutlich besser. Das songwriting ist fokusierter und auch Burnett ging mit seiner Produktion hörbar stärker auf die Stile in denen die einzelnen songs geschrieben wurden ein.
Viel tradtitional folk ist hier natürlich drauf, aber auch einige Rocker. Zu den stärksten tracks zählen die sehr rudimentär arrangierten ,A Slow Drag With Josephine' und ,A Voice In The Dark', die wie 20er Jahre Schlager daherkommen. Erfrischend ist der Rock'n'Roll von ,The Spell That You Cast' der fast auf einem Status Quo artigen beat reitet, harmonisch aber - wie immer bei Costello - überraschende Wendungen bereithält.
,Church Underground' klingt wiederum wie ein ,King Of America' meets ,Blood & Chocolate' track und ist einer der emotional packendsten tracks. Das Titelstück ist zwar mit Fideln angereichert erinnert aber mit seinem stampfenden beat doch mehr an Costello's Frühwerk als Punk-Nerd, als an Americana.
Wie ein (guter) Musicalsong aus den 30er Jahren klingt das hervorragende ,Jimmie Standing In The Rain' dann und auf ,Five Small Words' geht's mit Twang Gitarre ab nach Nashville (nicht ohne den speziellen Costello touch natürlich). Und wenn Burnett ,You Hung The Moon' dann wie eine Hollywood Filmschnulze aus den 40ern arrangiert, dann passt das wie die Faust auf's Auge, könnte der song doch durchaus auch von Cole Porter sein.
Der Lamour-Hatscher ,That's Not The Part Of Him You're Leaving' passt dann als Spätabend Ständchen perfekt in einen Country Schuppen und mit ,My Love Jezebel' feiern die 50er Jahre Rock'n'Roller dann wieder fetzige Urständ - übrigens mit Unterstützung von Leon Russell.
Einige Balladen wollen aber nicht so ganz aufgehen und mit 16 songs ist das Album deswegen auch einfach ein wenig überambitioniert und ganz allgemein muss man im Vergleich zu Kollegen Elton John sagen, dass dieser im direkten Vergleich die Nase ein klein wenig vorn hat (Kunstück - der hatte ja auch noch Russell und Taupin an seiner Seite).
Anspruchsvoll und gelungen ist das Album aber dennoch und es ist schon bemerkenswert, dass einer der mit Punk begonnen hat mittlerweile in der Lage ist songs in jedem Stil und aus jeder Zeit zu komponieren. Keine makellose Platte, aber weniger als 5 Sterne geht hier dennoch nicht.