Ehrlich gesagt: Von National Geographic hatte ich mehr erwartet. Ja, dieses Buch bietet eine halbwegs brauchbare Einfuehrung in die Fotografie, doch wird es den Erwartungen, die der Klappentext weckt, ueberhaupt nicht gerecht. Es fuehrt weder in die Technik noch in die Kunst des Fotografierens ueberzeugend ein.
Der Technikteil ist voller Fehler und man spuert, dass der Autor die Physik ueberhaupt nicht verstanden hat. Sei es die Funktionsweise eines Polfilters, des Autofokus oder die Frage, warum denn der Himmel tagsueber blau und abends rot ist, alles falsch erklaert. Natuerlich muss man das nicht unbedingt wissen, aber wenn man es nicht erklaeren kann, dann sollte man es lieber ganz weglassen. Peinlich: Viele richtige Grafiken wurden von Herstellern bereitgestellt, die Bildunterschriften des Autors sind aber hauefig falsch. Brauchbar sind einzig die Tabellen z.B. fuer Filter.
Der zweite Teil, in dem NG-Fotografen ihre Geheimtipps praesentieren ist nett - aber kaum mehr. Wirklich viel neues habe ich nicht erfahren, die Texte sind viel zu kurz und allgemein, um in die Tiefe gehen zu koennen.
Mein Fazit: Wenn man sich von NG inspirieren lassen moechte, sollte man sich einen der wundervollen Bildbaende kaufen, da lernt man sicher mehr als aus diesem Buch. Wenn man eine systematische und richtige Einfuehrung in die Fotografie sucht, dann gibt es andere tolle Buecher. Klassiker: Ansel Adams, The Negative; Andreas Feininger, Hohe Schule der Fotografie.