Das Buch hat mich auf meiner Reise nach Angkor begleitet. Es ist informativ und auch noch hinreichend handlich für unterwegs, schön bebildert und klar gegliedert. Es enthält zum einem den geschichtlichen Abriss der Entwicklung und die damit einhergehende Entfaltung von Architektur und Kunst in Angkor. Zum anderen werden alle Tempel und Anlagen einzeln beschrieben, wobei die bedeutenderen sehr ausführlich erläutert werden, andere entsprechend knapper. Gut und hilfreich sind die Photos bei den Beschreibungen.
Das Buch ist kein "klassischer" Reiseführer, daher fallen die praktischen Hinweise zum Besuch der Anlagen eher knapp aus. Dies ist aber nicht weiter tragisch, da wohl niemand nur mit diesem Buch allein nach Kambodscha fährt. Angenehm ist auch, dass die Autorin verschiedene Tagesprogramme vorschlägt, je nachdem, wie viel Zeit (Tage) man in Angkor verbringen will.
Was mich an dem Buch geärgert hat, war die offensive Verwendung von fachsprachlichem Vokabular. Wer nicht gerade Architektur oder Kunstgeschichte studiert hat bzw. sich hobbymäßig damit beschäftigt, stößt überall in den Beschreibungen auf Fachbegriffe. Diese mögen vielleicht wissenschaftlich korrekt sein, der Normalleser bleibt aber immer wieder "hängen" und fragt sich, was das wohl heißen mag. Dafür gibt es, auch wenn es sich nach eigener Beschreibung um einen "Kunstreiseführer" handelt, einen Punktabzug. Ich bin überzeugt, dass man auch ein anspruchsvolles Thema wie die Kunstschätze von Angkor, leserfreundlicher aufbereiten kann, ohne deshalb platt und banal sein zu müssen. Daher leider nur drei Sterne.