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Nationalökonomie: Theorie des Handelns und Wirtschaftens [Taschenbuch]

Ludwig von Mises , Bettina Bien Greaves , Kurt R Leube
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 756 Seiten
  • Verlag: buchausgabe.de; Auflage: Unveränderter Nachdruck der 1. Auflage, Genf 1940 (2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942239000
  • ISBN-13: 978-3942239004
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 366.651 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Buchrückseite

Es gibt wenige wirtschaftswissenschaftliche Werke, die eine ähnliche Tragweite erlangt haben wie die Nationalökonomie von Ludwig von Mises. Die National­ökonomie gilt als eines der Hauptwerke der Österreichischen Schule der Volkswirtschaftslehre und als ein Meilenstein der Wirtschaftswissenschaften.Kennzeichnend für die Herangehensweise der Österreichischen Schule ist die Anwendung deduktiver Methoden zur Analyse individueller Wahlhandlungen. Dieser methodologische Individualismus bildet deshalb auch in der vorliegenden Abhandlung die Grundlage zur Erklärung menschlichen Handelns. Die Nationalökonomie erschien erstmalig 1940 in Genf. Es ist wohl den zeitlichen Umständen geschuldet, dass das Buch zunächst nicht jene Beachtung erfahren hat, die es aufgrund seiner maßgeblichen Bedeutung für die volkswirtschaftliche Forschung verdient hätte. Ludwig von Mises wurde 1881 im galizischen Lemberg geboren, das zu dieser Zeit noch zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie gehörte. Er starb 1973 in New York. Nach seiner Flucht vor den Nationalsozialisten 1940 war New York zu seiner zweiten Heimat geworden. Ludwig von Mises war Zeit seines Lebens ein leidenschaftlicher Verfechter individueller Freiheit. Es war seine tiefste Überzeugung, dass staatliche Eingriffe nicht nur Wohlstand und Fortschritt gefährden, sondern auch für die Freiheit jedes Einzelnen eine Bedrohung darstellen.

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5.0 von 5 Sternen Libertäres Standardwerk 22. März 2013
Von Frank Reibold TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Mises stellt in "Nationalökonomie" dar, wie wirtschaftsphilosophische Schlussfolgerungen zur Überlegenheit der Marktwirtschaft führen und warum staatliche Eingriffe in die Wirtschaft schädlich sind.

Zunächst möchte ich einige sowohl für Laien als auch für Studenten der Volkswirtschaftslehre seltsam anmutende Aspekte des Buches ansprechen. Das Buch enthält weder Zeichnungen noch mathematische Formeln. Am Anfang werden ausführlichst (und für einige Leser sicher ermüdend) die philosophischen und soziologischen Grundlagen der Volkswirtschaftslehre dargelegt: Demnach ist die Marktwirtschaft nichts anderes als das Handeln der Menschen in der arbeitsteiligen Gesellschaft.

Dieses Buch bietet trotz seines Alters immer noch die besten Argumente für die Marktwirtschaft und gegen staatliche Eingriffe. Zu den ausführlich begründeten Schlussfolgerungen zählen:

- staatliche Eingriffe verhindern, dass sich der Wille der Verbraucher ungehindert durchsetzen kann
- die "Kaufkrafttheorie der Löhne" ist Unsinn, denn sie verwechselt Ursache und Wirkung
- Sozialismus muss wegen fehlender Preise scheitern
- Konjunkturzyklen werden in der Regel von der Zentralbank ausgelöst (sie sind also Staatsversagen); Lösung: Freibanken mit Goldstandard und 100 % Reservehaltung (siehe auch Griffin: "Die Kreatur von Jekyll Island")
- Mindestlöhne verursachen Arbeitslosigkeit
- Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich führt zu Arbeitslosigkeit
- die angeblichen Fehler des Kapitalismus liegen grundsätzlich an fehlenden Eigentumsrechten, d. h. dort kann sich die Marktwirtschaft gar nicht erst entfalten (das gilt auch für Umweltprobleme; siehe Flynn: "Wirtschaft für Dummies")
- "die Gesellschaft" kann nicht denken (das können nur einzelne Menschen); sie hat kein eigenes Wesen und entsteht durch die Zusammenarbeit der Menschen
- es ist grundsätzlich unmöglich, eine gesamtwirtschaftliche Preissteigerungsrate oder das objektive Bruttoinlandsprodukt zu errechnen
- wenn die Gewerkschaften ihre Hochlohnpolitik nur in einigen Branchen durchsetzen können, entsteht als Kompensation ein Niedriglohnsektor
- Arbeitslosenhilfe kann die Arbeitslosigkeit verlängern, Sozialhilfe kann Arbeitslosigkeit schaffen und verfestigen

Es geht im Kern darum, wie der so genannte "Marktprozess" funktioniert: Die Unternehmer wollen Waren verkaufen und die Verbraucher Waren kaufen. Durch Angebot und Nachfrage entsteht vorüber gehend ein Preis für die Ware. Dabei werden sowohl einige Unternehmer als auch einige Kunden leer ausgehen. Die Unternehmer, die Verlust machen, werden sich nach lukrativeren Märkten umsehen und etwas anderes herstellen. Somit gibt es praktisch nie einen Gleichgewichtspreis (obwohl er in allen Lehrbüchern angesprochen wird!). Preise, Mengen, Anbieter, Nachfrager usw. ändern sich ständig. Da lukrative Märkte weitere Unternehmer anziehen, wird sich ein Monopol in diesem Markt ohne staatliche Unterstützung nicht lange halten können. Weil die Unternehmen nur das verkaufen können, was die Verbraucher zu diesem Preis erwerben möchten, herrscht im Kapitalismus Verbrauchersouveränität. Im Gegensatz zu den gängigen Lehrbüchern nimmt Mises' "österreichische Schule" davon Abstand, dass die Marktteilnehmer vollständig informiert sind, ohne Zeitverzögerung handeln und stets vollständige Konkurrenz herrscht; damit wird alles viel realistischer als in der Schule oder im Studium und ein "homo oeconomicus" ist überflüssig.

Der Marktprozess bietet auch eine Erklärung für den Übergang von der kurzen zur langen Frist. Wer frisches Geld als Erster erhält, kann damit zu alten Preisen kaufen (mehr Geld im Umlauf = Nachfrage). Durch diese Nachfrage steigen einige Preise. Während das Geld von Mensch zu Mensch wandert, steigen die Preise weiterer Güter und die Preissteigerung breitet sich dadurch in Wellen aus. Wenn das Geld schließlich beim letzten Konsumenten ankommt, sind viele Preise gestiegen und das Geld kann bei ihm keine zusätzliche Nachfrage mehr bewirken (mehr Geld im Umlauf = Preissteigerung). Diese einleuchtende Erklärung für die mittlere Frist zeigt, warum zusätzliches Geld sowohl Nachfrage als auch Preissteigerung sein kann.

Die "österreichische Schule" ist viel realistischer als die gängige Volkswirtschaftslehre. Außer im oben angesprochenen Verzicht auf den "homo oeconomicus" wird dies auch in anderen Bereichen deutlich. So wird z. B. davon ausgegangen, dass die Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital nicht homogen sind. Das muss auch so sein, denn die Menschen haben unterschiedliche Fähigkeiten und es ist eben einfacher, ein Auto zu verkaufen als eine Raffinerie. Bei der Produktion werden mehrere Stufen unterschieden, welche zeitlich über den Zins mit den Preisen für Konsumgüter verbunden sind. Wenn man dies berücksichtigt, wird klar, dass eine künstliche Änderung des Zinses durch die Zentralbank die Produktionsstufen durcheinander bringen muss und dies die eigentliche Ursache der Konjunkturzyklen ist.

Mises lehnt mathematische Formeln und Statistiken als Mittel zur Erkenntnisgewinnung ab (historische Daten können allenfalls zur Prüfung einer Hypothese dienen): Gleichungssysteme, welche einen imaginären Endzustand im Gleichgewicht beschreiben, können nicht zeigen, wie der Marktprozess abläuft. Die häufig als Gegenargument angeführte Spieltheorie kann zwar Alternativen aufzeigen, aber nicht sagen, welche Alternative schließlich gewählt wird. Die Wahl einer Alternative bedeutet eben menschliches Handeln und ist damit nicht vorhersagbar (weil Menschen einen freien Willen haben). Es ist deshalb grundsätzlich nicht möglich, beispielsweise Preissteigerung und Wirtschaftswachstum zu prognostizieren. (Mises hat übrigens als Einziger die Weltwirtschaftskrise vorausgesehen.) Man kann heute durch Experimente und Simulationen prüfen, ob die in dem Buch auf Grund von Gedankenexperimenten aufgestellten Behauptungen über das menschliche Handeln stimmen. Dabei wurden Mises' Konzept des rationalen Handelns und die Überlegenheit der Marktwirtschaft bestätigt.

***

Wegen der konsequent marktwirtschaftlichen Ausrichtung ist das Buch in libertären Kreisen ein Standardwerk. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der Argumente gegen unsere sozialistische Marktwirtschaft sucht. Dass der von Mises vertretene Kurs nicht einseitig den Interessen der Konzerne dient, hat er in seinem Buch "Liberalism" (dt. "Liberalismus") aufgezeigt. Ganz im Gegenteil: Nur der libertäre Minimalstaat stellt sicher, dass Lobbyisten nichts zu sagen haben.

Was ist nun der Unterschied zwischen den Werken "Nationalökonmomie" und "Human Action"? Lohnt es sich, beides zu lesen?

"Human Action" entstand im Gegensatz zu "Nationalökonomie" in mehreren Auflagen nach dem Zweiten Weltkrieg. Das bedeutet, dass es neuere Argumente enthält und auch die angeblich neue Theorie von Keynes explizit widerlegt. Darüber hinaus ist die philosophische Einführung länger und umfasst auch die verschiedenen Arten der Wahrscheinlichkeit. "Nationalökonomie" ist dagegen in deutscher Sprache geschrieben und man sieht dort, wie Mises sich ausgedrückt hat. Auch in diesem Buch wird internationale Fachliteratur zitiert.
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