Das Gehirn sei ein Computer, der Geist sein Programm? Die Informatiker der alten Schule schreien: "If Brain, Then Computer", die Philosophen erwidern: "Bewußtsein, Wünsche, generell Kognition ist zu abstrakt, um von Computerprogrammen oder Robotern vollständig erfasst zu werden". Nun, man mag darüber denken, wie man will. Und eigentlich tun dies ja auch die Vertreter aus der Informatik, der Psychologie, der Philosophie, der Robotik, der Biologie usw. Der Verdienst dieses Buches ist dabei all diese Positionen und Ideen (z.B. John Searles "Chinesisches Zimmer", Daniel Dennetts "Cognitive Wheels", Alan Turings Gedankenexperimente, Rodney Brooks "Subsumtionsarchitektur" u. v. a.) kritisch, prägnant, leicht verständlich und in ihren speziellen historischen Kontexten vorzustellen. So beleuchtet das Buch die Geschichte der Kognitionswissenschaft(-en) ebenso, wie es einen kritischen Blick in die Zukunft ihrer Disziplinen wirft. Es weist Sackgassen der Forschung auf und gibt einen zwar recht kurzen, aber erstaunlichen Einblick in Forschungsgebiete, die jenseits alltäglicher Medienpräsenz liegen und daher fast schon utopisch wirken. Ergo: Ein faszinierendes Buch, dass interessante Perspektiven eröffnet und zur "Tiefensuche" animiert. Dabei verzichtet die Autorin auf eine Stellungnahme zu Gunsten einer der vorgestellten Theorien. Dies bleibt letztendlich dem geneigten Leser überlassen. Viel Spass beim lesen und reflektieren.