Auf Empfehlungen vom Männern, die selbst an den Ereignissen beteiligt waren, ist besonderes Wert zu legen, und diese Nachkriegslandratte wurder dabei auch nicht enttäuscht.
"Nasses Eichenlaub" ist keine allgemeine und trockene Geschichte des U-Boots oder des U-Boot-Krieges sondern die Schilderungen eines einzelnen Mannes der Handlung, Teddy - nach einem Kollegen marschiere er wie ein Teddy-Bär - Suhren, von seiner Ausbildungszeit, wo er von Seite seiner Vorgesetzten geringfügige und nicht so geringfügige Ungerechtigkeiten dulden musste, bis zu seiner letzten Stellung als Führer der U-Boote Norwegen.
Es war nämlich im engen Raum und in der kameradschaftlichen Atmosphäre des U-Boots, wo er auch seine Begabung zum Torpedo-Schiessen ausnutzen konnte, dass er seine Nische fand. Am Anfang des Krieges war er als 1. Wachoffizier tätig (U48). Aber schon in seinem 24. Jahr übernahm er ein eigenes Kommando (U564).
Man liest von den Angriffen auf Geleitzüge und von den darauffolgenden Wasserbombenangriffen; von den Beziehungen mit den Mannschaften, den Offizierkollegen und den Vorgsetzten - zu diesen sagte er nicht immer das, was sie hören wollten; und von seinen Versuchen, die eigenen Untersetzten menschlich zu behandeln.
Interessant ist auch seine Bemerkung, dass er schon vor 1942 böse Vorahnungen über die Zukunft des U-Boot-Krieges hegte. Und in der Tat. Er beschreibt auch wie die Alliierten nach frühen deutschen Erfolgen technisch, taktisch, und strategisch nachholten.
Was dachte er, als er einen Frachter versenkte? Er habe den Krieg nicht angefangen und tue nur seine nicht ausgerechnet angenehme Pflicht. In bezug auf die eigenen Leute sagte er zu einem Arztkollegen: "Als Arzt hilfst Du, Menschen am Leben zu halten. Und was muss ich tun? Ich muss sie losschicken, bis sie absaufen".
Er beschränkt sich aber nicht auf maritimen Sachen. Es gibt zum Beispiel kleine aber interessante Schilderungen von Martin Bormann und Eva Braun.
Dieser Rezensent gewann den Eindruck, dass Suhren mehr zu sagen hätte haben können, wofür die 170 Seiten nicht ausgereicht hätten.
Das Werk hat einen Ghostwriter, und wir wissen, wer der Ghost ist. Aber die Worte sind die Worte von Suhren selbst. Mit seinem umgangsprachlichen und herzlichen Stil macht "Nasses Eichenlaub" keinen Anspruch auf literarische Auszeichnung. Dafür geht die Handlung flott darauf los. Ein ehrliches und lehrreiches Werk. Sehr lesbar.