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Narzissmus und Macht: Zur Psychoanalyse seelischer Störungen in der Politik (4. Auflage 2011) [Broschiert]

Hans-Jürgen Wirth
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

April 2011
"Eine exzellente Studie, die das Dilemma egozentrischer Machtausübung beschreibt."
Caroline Fetscher im Tagesspiegel vom 2. Juli 2011
Die Möglichkeit, politische oder ökonomische Macht auszuüben, nährt Größen- und Allmachtsfantasien. Umgekehrt bahnen Karrierestreben und Rücksichtslosigkeit den Weg zu den Schaltzentralen der Macht. In detaillierten Fallstudien u. a. über Ministerpräsident Uwe Barschel, Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl, Ex-Sponti und Außenminister Joschka Fischer und Serbenführer Slobodan Milosevic analysiert der Autor die Verflechtungen zwischen Persönlichkeitsmerkmalen, individueller Psychopathologie und den ethnischen, religiösen und kulturellen Identitätskonflikten der jeweiligen Bezugsgruppe und denen der Gesellschaft.
Aus dem Inhalt: Zum Begriff der Macht, Zum Begriff des Narzissmus, Die psychosoziale Genese der Macht, Machtausübung als Beruf, Gesunder Narzissmus und rationale Machtausübung, Aufstieg und Fall des Uwe Barschel, Aufstieg und Fall von Helmut Kohl, Joschka Fischer: Vom Straßenkämpfer zum Außenminister, Der Krieg im Kosovo Massenpsychologie und Ich-Analyse.Gesellschaftliche Macht übt eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Personen aus, die an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden. Karrierebesessenheit, ungezügelte Selbstbezogenheit, Siegermentalität und Größenfantasien sind Eigenschaften, die der narzisstisch gestörten Persönlichkeit den Weg an die Schaltstellen ökonomischer oder politischer Macht ebnen. Indem sich diese Personen vorzugsweise mit Ja-Sagern, Bewunderern und gewitzten Manipulatoren umgeben, verschaffen sie sich zwar eine Bestätigung ihres Selbstbildes, untergraben aber ihre Selbstwahrnehmung und verfestigen ihren illusionären und von Feindbildern geprägten Weltbezug. Fremdenhass und Gewalt gegen Sündenböcke zu schüren, gehört zu den bevorzugten Herrschaftstechniken narzisstisch gestörter Führer. Geblendet von seinen eigenen Größen- und Allmachtsfantasien verliert der Narzisst den Kontakt zur gesellschaftlichen Realität und muss letztlich scheitern. Eng verknüpft mit dem Realitätsverlust ist die Abkehr von den Normen, Werten und Idealen, denen die Führungsperson eigentlich verpflichtet ist. Machtbesessenheit, Skrupellosigkeit und Zynismus können bei einem narzisstischen Despoten bis zur brutalen Menschenverachtung führen.
Mit Hilfe detaillierter Fallstudien Uwe Barschel, Helmut Kohl, Joschka Fischer und Slobodan Milosevic analysiert der Autor die Verflechtungen zwischen der individuellen Psychopathologie und den ethnischen, religiösen und kulturellen Identitätskonflikten der umgebenden Gruppe.

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Narzissmus und Macht: Zur Psychoanalyse seelischer Störungen in der Politik (4. Auflage 2011) + Die Masken der Niedertracht: Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann
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Produktinformation

  • Broschiert: 439 Seiten
  • Verlag: Psychosozial-Verlag (April 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3837921522
  • ISBN-13: 978-3837921526
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,8 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 327.050 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Das Buch ist klar gegliedert, verständlich geschrieben und mit themenbezogenen Fotografien und Reproduktionen aus der Kunstgeschichte anschaulich illustriert. Es ist ein hervorragendes und einmaliges Lehrbuch politischer Psychoanalyse.« Klaus Ludwig Helf in GEW. Erziehung und Wissenschaft 9/2011 »Eine exzellente Studie, die das Dilemma egozentrischer Machtausübung beschreibt.« Caroline Fetscher im Tagesspiegel vom 2. Juli 2011 »Wirth interpretiert in seiner erhellenden Untersuchung zur ›Psychoanalyse seelischer Störungen in der Politik‹ Macht und Narzissmus als ›siamesische Zwillinge‹.« Ludger Lütkehaus in Neue Zürcher Zeitung »Hans-Jürgen Wirth hat eine eindrucksvolle Studie über das Unbewusste in der Politik verfasst. Sie ist durch Fotografien und Reproduktionen aus der Kunstgeschichte herrlich illustriert. Damit erreicht sie eine Anschaulichkeit, die man in der psychoanalytischen Literatur höchst selten findet.« Martin Altmeyer in die tageszeitung vom 31. Dezember 2002 »Schließlich entpuppt sich sein Werk als Lehrbuch der politischen Psychologie, im besten Sinne kombiniert aus gut verständlichem Theorieteil und seiner praktischen Anwendung.« Norbert Copray in Publik Forum Nr. 20, 2002

Über den Autor

Hans-Jürgen Wirth, Prof. Dr., Dipl.-Psych., Psychoanalytiker, arbeitet als Psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis in Gießen und lehrt als außerplanmäßiger Professor Psychoanalyse und analytische Sozialpsychologie an der Universität Bremen. Er ist Verleger des Psychosozial-Verlages. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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5.0 von 5 Sternen Meisterwerk politischer Psychologie 30. Januar 2003
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Meisterwerk politischer Psychoanalyse
Von der Zeitschrift »Publik Forum« zum Buch des Monats erklärt

Besprechung des Buches von Hans-Jürgen Wirth: Narzissmus und Macht. Zur Psychoanalyse seelischer Störungen in der Politik. Giessen 2002 (Psychosozial-Verlag), 439 Seiten, 24.90 EUR.

Vor 25 Jahren erschütterten ein politischer Skandal und ein Selbstmord die westdeutsche Gesellschaft. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Uwe Barschel, war wegen Vorwürfen, mit infamen Methoden seinen Konkurrenten bei der Landtagswahl, Björn Engholm, attackiert zu haben, von seinem Amt zurückgetreten. Später hatte er sich bei dem vorgeblichen Versuch, sich zu rehabilitieren, in Genf in der Badewanne das Leben genommen. Selbst der Suizid wurde noch als Tat Dritter getarnt, um die Nachwelt über die eigene Person zu blenden.
Sechzehn Jahre demonstrierte Helmut Kohl selbstgefällige Machtfülle, die bis zur Selbstidentifikation mit dem Staat reichte und in korrupter Praxis endete. Wenig später stand die 68er Generation zur Debatte mit ihren angeblich bis heute unklaren Grenzziehungen gegenüber der Gewalt als Mittel in der Politik. Der Krieg im Kosovo lehrte nicht wenige 68er und ihre Gegner, wie schnell konkrete Umstände prinzipielle Positionen das Fürchten lehren können.
Vier Mal hält der Psychotherapeut Hans-Jürgen Wirth sein psychoanalytisches Brennglas über politische Szenarien der Zeitgeschichte, in denen »Narzissmuss und Macht« wie siamesische Zwillinge der modernen Gesellschaft sichtbar werden. Mikroskopisch genau und mit solider politischer Psychologie untersucht er die Innenausstattung der Macht bis in die Zurichtung ihrer Agenten und die Affekte der von ihr Betroffenen hinein.
Heraus kommt ein Meisterwerk politischer Psychoanalyse, in dem das Zeitalter des krankhaften Narzissmus (die Psychologie kennt auch einen gesunden Narzissmus) durch seine politischen Protagonisten verkörpert und verständlich wird. Barschel, Kohl, die 68er und Milosevic sind machtvolle Gestalter ihres Einflussbereiches, aber sie offenbaren zugleich die Unterwerfungs- und Schutzbedürfnisse der Beherrschten. Denn diese erst machen aus den Machtgierigen Mächtige. Wirth: »Dazu gehört auch die Verzahnung der individuellen Psychopathologie des einzelnen Politikers mit den politischen Strukturen, die er vorfindet.« Und weiter kann Wirth zeigen, dass »gesellschaftliche Macht gesucht wird, um innere Gefühle von Ohnmacht, Hilflosigkeit und Minderwertigkeit zu kompensieren. Macht übt deshalb gerade auf solche Personen eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus, die an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden. Ungezügelte Selbstbezogenheit, Sieger-Mentalität, Karriere-Besessenheit und Größenfantasien sind Eigenschaften, die der narzisstisch gestörten Persönlichkeit den Weg in die Schaltzentralen der Macht ebnen.« Die Analyse führt aber in die Irre, wenn eine kausale Kette korrumpierter und korrumpierender Macht einfach an den Mächtigen befestigt wird. Denn es ist das »weit verbreitete Pauschalurteil, alle Politiker seien entweder korrupt oder wahnsinnig, Ausdruck einer zynischen und zugleich selbstgerechten Haltung, die Fehler nur bei anderen wahrzunehmen bereit ist«. Insofern erkennen wir uns in den von Wirth vorgestellten Analysen selbst wie in einem Spiegel. Denn zu jedem narzisstisch Erkrankten gehören Komplementär-Narzissten, die ihm die Steigbügel halten: Reiner Pfeiffer und Freya Barschel, Hannelore Kohl und Wolfgang Schäuble, Mira Milosevic und die Serben. Das kann auch ein ganzes Volk sein.
Hier leistet politische Psychoanalyse nicht nur Aufklärung bis hin zur Selbstwahrnehmung, sondern fördert auch eine realitätsgerechtere, erwachsene Haltung gegenüber Politik und ein angemessenes aktives Verhalten.
Ehe Wirth ans konkrete Werk geht, vermittelt er sein analytisches Handwerkszeug, so dass die Leser in die Lage versetzt werden, ihm zu folgen und ihre eigenen Schlüsse zu ziehen. Schließlich entpuppt sich sein Werk als Lehrbuch der politischen Psychologie, im besten Sinne kombiniert aus gut verständlichem Theorieteil und seiner praktischen Anwendung. Nach der Lektüre ist nicht nur der Nutzen der Psychoanalyse für die Politik offensichtlich, sondern für jeden, der von Politik betroffen ist, sich politikverdrossen gibt oder dafür hält.

NORBERT COPRAY, NR. 20 - 2002 - Publik-Forum

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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bitte um Fortsetzung!!!! 1. Oktober 2007
Von Hebre
Format:Gebundene Ausgabe
Ein großartiges Buch - sowohl in psychologischer, als auch in gesellschaftspolitischer Hinsicht! Vor allem für Leser ab 40, welche sicher alle 4 Protagonisten aus ihren aktiven Zeiten noch gut in Erinnerung haben, dürfte das Werk ein faszinierendes Lesestück sein - bildend und unterhaltsam zugleich.
Lieber Herr Wirth, ich warte sehnsüchtig auf den Teil 2 mit neuen Studien zu weiteren Narzissten an der Spitze, die es ja zweifellos in der Weltpolitik seitdem schon wieder bis zur Genüge gab und gibt!
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine wissenschaft mit voraussagewert 25. Juni 2003
Von FrizzText HALL OF FAME REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
obwohl 2002 erschienen, zu einem zeitpunkt also, an dem jürgen möllemanns selbstmord 2003 noch nicht tagesthema war, liefert das buch "NARZISSMUS und MACHT" auf seite 48 eine fotografie des fallschirm-springenden FDP-agitators. das tröstet, weil es an einen gewissen voraussagewert der psychologie als naturwissenschaft allmählich glauben lässt. über das "ausagieren privater neurosen der oberschicht" wird im begleittext sinniert, über gier nach macht und einfluss um jeden preis. gelangt der größenwahn nicht an sein ziel, begeht der enttäuschte narziss selbstmord - neben uwe barschel hätte der in bremen lehrende psychoanalytiker hans-jürgen wirth auch hitler, himmler, göring erwähnen können - oder noch weiter zurück: cleopatra, hannibal, nero. bestellte claqueure ermöglichen zumeist lange zeit eine ungestörte karriere eines machtgierigen. dem fall des jahres 2002 - slobodan milosevic vor der justiz in den haag - widmet wirth eine ausführliche analyse. die internationalen auffälligkeiten des jahres 2003, unter anderem sadam hussein (vielleicht auch george w. bush?) tauchen naturgemäß nicht auf - aber strukturell in der vor-analyse: die lenkbarkeit der nationalen massen, die danach gieren, sich mit einem skrupellos durchsetzungsfähigen führer zu identifizieren. viele völker haben die herrscher, die sie verdienen - und vergöttern. neben dem makrokosmos der nationalen und internationalen politik beäugt wirth auch den mikrokokosmos der paarbeziehungen: den selbstmord der hannelore kohl sieht er in zusammenhang stehen mit den machenschaften ihres ehemannes. überzeugendere ergebnisse hätte vielleicht die analyse der paarbeziehung margot und erich honecker geliefert - oder jene des schrecklichen ehepaares ceaucescu. seitlich dieser allseits bekannten namen gibt es natürlich auch das elend der lokalen herrscher und unterworfenen (oder sich unterwerfenden): jede sekte, viele ämter, institutionen, parteien, kleingruppen bieten ein unübersehbares beschreibungs-material an zwerg-herrschern und ihren sänften-trägern. nicht immer endet ihre entthronung spektakulär - die ENT-machtung von pathologischen narzissten gehört aber zum notwendigen gesundungsprozess von sozialen netzen. es wäre sehr zu wünschen, dass sich immer mehr menschen mit diesen so voraussagekräftigen ergebnissen und beschreibungen der psychoanalyse vertraut machten.
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