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Narziß und Goldmund: Erzählung. Großdruck (suhrkamp taschenbuch) Taschenbuch – 19. Mai 2008


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 517 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (19. Mai 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518459856
  • ISBN-13: 978-3518459850
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 14 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (112 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 797.224 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Hermann Hesse, geboren am 2.7.1877 in Calw/Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars und der Tochter eines württembergischen Indologen, starb am 9.8.1962 in Montagnola bei Lugano.

Er wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur, 1955 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Nach einer Buchhändlerlehre war er seit 1904 freier Schriftsteller, zunächst in Gaienhofen am Bodensee, später im Tessin.

Er ist einer der bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts.

Foto (c) Gret Widmann / Suhrkamp Verlag


Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Hesses Roman "Narziß und Goldmund" setzt mit großer sprachlicher Schönheit ein und scheint in einer mittelalterlichen Zeitlosigkeit zu schweben, die dem poetischen Bedürfnis dieser rohen Aktualität widerstrebenden Geistes entspricht, ohne darum seine schmerzliche Fühlung mit den Problemen der Gegenwart zu leugnen.... ein wunderschönes Buch mit seiner Mischung aus deutsch-romantischen und modern-psychologischen, ja psychoanalytischen Elementen....eine in ihrer Reinheit und Interessantheit durchaus einzigartige Romandichtung." (Thomas Mann) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

1877 geboren am 2. Juli in Calw/Württemberg als Sohn des baltischen Missionars und späteren Leiters des "Calwer Verlagsvereins" Johannes Hesse (1847-1916) und dessen Frau Marie verw. Isenberg, geb. Gundert (1842-1902), der ältesten Tochter des namhaften Indologen, Sprachwissenschaftlers und Missionars Hermann Gundert. 

1881-1886 wohnt Hesse mit seinen Eltern in Basel, wo der Vater bei der "Basler Mission" unterrichtet und 1883 die Schweizer Staatsangehörigkeit erwirbt (zuvor: russische Staatsangehörigkeit). 

1886-1889 Rückkehr der Familie nach Calw (Juli), wo Hesse das Reallyzeum besucht. 

1890-1891 Lateinschule in Göppingen zur Vorbereitung auf das württembergische Landexamen (Juli 1891), der Voraussetzung für eine kostenlose Ausbildung zum ev. Theologen im "Tübinger Stift". Als Stipendiat muß Hesse auf sein Basler Bürgerrecht verzichten. Deshalb erwirbt ihm der Vater im November 1890 die württembergische Staatsangehörigkeit (als einzigem Mitglied der Familie).

1891-1892 Seminarist im ev. Klosterseminar Maulbronn (ab September 1891), aus dem er nach 7 Monaten flieht, weil er "entweder Dichter oder gar nichts werden" wollte. 

1892 Zur Kur ins religiöse Heil- und Erweckungszentrum in Bad Boll (April bis Mai), Selbstmordversuch (Juni), Überweisung in die Nervenheilanstalt Stetten (Juni-August). Aufnahme in das Gymnasium von Cannstatt (November 1892), wo er

1893 im Juli das Einjährig-Freiwilligen-Examen (Obersekundarreife) absolviert. "Werde Sozialdemokrat und laufe ins Wirtshaus. Lese fast nur Heine, den ich sehr nachahmte". Im Oktober Beginn einer Buchhändlerlehre in Esslingen, die er aber schon nach drei Tagen aufgibt. 

1894-1895 15 Monate als Praktikant in der Calwer Turmuhrenfabrik Perrot. Plan, nach Brasilien auszuwandern. 

1895-1898 Buchhändlerlehre in Tübingen (Buchhandlung Heckenhauer). 1896 erste Gedichtpublikation in "Das deutsche Dichterheim", Wien. Die erste Buchpublikation Romantische Lieder erscheint im Oktober 1898. 

1899 Beginn der Niederschrift eines Romans Schweinigel (Manuskript noch nicht aufgefunden). Der Prosaband Eine Stunde hinter Mitternacht erscheint im Juni bei Diederichs, Jena. Im September Übersiedlung nach Basel, wo Hesse bis Januar 1901 als Sortimentsgehilfe in der Reich'schen Buchhandlung beschäftigt ist.

1900 beginnt er für die "Allgemeine Schweizer Zeitung" Artikel und Rezensionen zu schreiben, die ihm mehr noch als seine Bücher "einen gewissen lokalen Ruf machten, der mich im gesellschaftlichen Leben sehr unterstützte". 

1901 Von März bis Mai erste Italienreise. Ab August 1901 (bis Frühjahr 1903) Buchhändler im Basler Antiquariat Wattenwyl. Die Hinterlassenen Schriften und Gedichte von Hermann Lauscher erscheinen im Herbst bei R. Reich, Basel. 

1902 Gedichte erscheinen bei Grote, Berlin, seiner Mutter gewidmet, die kurz vor Erscheinen des Bändchens stirbt.

1903 Nach Aufgabe der Buchhändler- und Antiquariatsstellung zweite Italienreise, gemeinsam mit Maria Bernoulli, mit der er sich im Mai verlobt. Kurz davor Abschluß der Niederschrift des Camenzind-Manuskripts, das Hesse auf Einladung des S. Fischer Verlages nach Berlin sendet. Ab Oktober (bis Juni 1904) u. a. Niederschrift von Unterm Rad in Calw. 

1904 Peter Camenzind erscheint bei S. Fischer, Berlin. Eheschließung mit Maria Bernoulli und Umzug nach Gaienhofen am Bodensee (Juli) in ein leerstehendes Bauernhaus. Freier Schriftsteller und Mitarbeiter an zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften (u. a. "Münchner Zeitung"; "Die Rheinlande"; "Simplicissimus"; "Württemberger Zeitung"). Die biographischen Studien Boccaccio und Franz von Assisi erscheinen bei Schuster & Loeffler, Berlin und Leipzig.

1905 im Dezember Geburt des Sohnes Bruno.

1906 Unterm Rad (1903-1904 entstanden) erscheint bei S. Fischer, Berlin. Gründung der liberalen, gegen das persönliche Regiment Wilhelms II. gerichteten Zeitschrift "März" (Verlag Albert Langen, München), als deren Mitherausgeber Hesse bis 1912 zeichnet. 

1907 Diesseits (Erzählungen) erscheint bei S. Fischer, Berlin. In Gaienhofen baut und bezieht Hesse ein eigenes Haus "Am Erlenloh". 

1908 Nachbarn (Erzählungen) erscheint bei S. Fischer, Berlin.

1909 im März Geburt des zweiten Sohnes Heiner.

1910 Gertrud (Roman) erscheint bei Albert Langen, München.

1911 im Juli Geburt des dritten Sohnes Martin. Unterwegs (Gedichte) erscheint bei Georg Müller, München; September bis Dezember Indienreise mit dem befreundeten Maler Hans Sturzenegger.

1912 Umwege (Erzählungen) erscheint bei S. Fischer, Berlin. Hesse verläßt Deutschland für immer und übersiedelt mit seiner Familie nach Bern in das Haus des verstorbenen Malerfreundes Albert Welti.

1913 Aus Indien. Aufzeichnungen einer indischen Reise, erscheint bei S. Fischer, Berlin.

1914 Roßhalde (Roman) erscheint im März bei S. Fischer, Berlin. Bei Kriegsbeginn meldet sich Hesse freiwillig, wird aber als dienstuntauglich zurückgestellt und 1915 der Deutschen Gesandtschaft in Bern zugeteilt, wo er von nun an im Dienst der "Deutschen Gefangenenfürsorge" bis 1919 Hunderttausende von Kriegsgefangenen und Internierten in Frankreich, England, Rußland und Italien mit Lektüre versorgt, Gefangenenzeitschriften (z. B. die "Deutsche Interniertenzeitung") herausgibt, redigiert und 1917 einen eigenen Verlag für Kriegsgefangene ("Verlag der Bücherzentrale für deutsche Kriegsgefangene") aufbaut, in welchem bis 1919 zweiundzwanzig von Hesse edierte Bände erscheinen. Zahlreiche pazifistische Aufsätze, Mahnrufe, offene Briefe etc. in deutschen, schweizerischen und österreichischen Zeitungen und Zeitschriften.

1915 Knulp. Drei Geschichten aus dem Leben Knulps (Teilvorabdruck bereits 1908), erscheint bei S. Fischer, Berlin.
Am Weg (Erzählungen und Betrachtungen) erscheint bei Reuß & Itta, Konstanz.
Musik des Einsamen. Neue Gedichte, erscheint bei Eugen Salzer, Heilbronn.
Schön ist die Jugend (Erzählungen) erscheint bei S. Fischer, Berlin. 

1916 Tod des Vaters, beginnende Schizophrenie seiner Frau, lebensgefährliche Erkrankung des jüngsten Sohnes und zunehmende politische Angriffe aus Deutschland führen zu einem Nervenzusammenbruch Hesses. Erste psychotherapeutische Behandlung durch den C. G. Jung-Schüler J. B. Lang bei einer Kur in Sonnmatt bei Luzern. Gründung der "Deutschen Interniertenzeitung" und des "Sonntagsboten für die deutschen Kriegsgefangenen". 

1917 wird Hesse vom deutschen Kriegsministerium nahegelegt, seine zeitkritische Publizistik zu unterlassen. Erste pseudonyme Zeitungs- und Zeitschriftenpublikationen unter dem Decknamen Emil Sinclair. Niederschrift des Demian (September bis Oktober). 

1919 Die politische Flugschrift Zarathustras Wiederkehr. Ein Wort an die deutsche Jugend von einem Deutschen, erscheint anonym im Verlag Stämpfli, Bern. 
Auflösung des Berner Haushalts (April). Trennung von seiner in einer Heilanstalt internierten Frau. Unterbringung der Kinder bei Freunden. Im Mai Übersiedlung nach Montagnola/Tessin in die Casa Camuzzi, die er bis 1931 bewohnt. Kleiner Garten. Erlebnisse und Dichtungen, erscheint bei E. P. Tal & Co., Wien und Leipzig. Demian. Die Geschichte einer Jugend, erscheint bei S. Fischer, Berlin, unter dem Pseudonym Emil Sinclair. Die Sammlung Märchen erscheint bei S. Fischer, Berlin. Gründung und Herausgabe der Zeitschrift "Vivos voco", Für neues Deutschtum (Leipzig und Bern)

1920 Gedichte des Malers, Zehn Gedichte mit farbigen Zeichnungen, und die Dostojewski-Essays unter dem Titel Blick ins Chaos erscheinen im Verlag Seldwyla, Bern. 
Klingsors letzter Sommer (Erzählung) erscheint bei S. Fischer, Berlin; danach, ebenfalls bei S. Fischer, Wanderung. Aufzeichnungen mit farbigen Bildern vom Verfasser. 
Zarathustras Wiederkehr, Neuauflage bei S. Fischer, diesmal unter Angabe des Autors. 

1921 Ausgewählte Gedichte erscheinen bei S. Fischer, Berlin. Krise mit fast anderthalbjähriger Unproduktivität zwischen der Niederschrift des ersten und des zweiten Teils von Siddhartha. Psychoanalyse bei C. G. Jung in Küsnacht bei Zürich. 
Elf Aquarelle aus dem Tessin erscheint bei O. C. Recht, München. 

1922 Siddhartha. Eine indische Dichtung, erscheint bei S. Fischer, Berlin.

1923 Sinclairs Notizbuch erscheint bei Rascher, Zürich. Erster Kuraufenthalt in Baden bei Zürich, das er fortan (bis 1952) alljährlich im Spätherbst aufsucht. Die Ehe mit Maria Bernoulli wird geschieden (Juni).

1924 Hesse wird wieder Schweizer Staatsbürger. Bibliotheks- und Editionsarbeiten an seinen Herausgeberprojekten in Basel. Heirat mit Ruth Wenger, Tochter der Schriftstellerin Lisa Wenger. Ende März Rückkehr nach Montagnola. Psychologia Balnearia oder Glossen eines Badener Kurgastes, erscheint als Privatdruck; ein Jahr später als erster Band in der Ausstattung der "Gesammelten Werke in Einzelausgaben" 
unter dem Titel:

1925 Kurgast bei S. Fischer, Berlin. Lesereise u. a. nach Ulm, München, Augsburg, Nürnberg (im November). 

1926 Bilderbuch (Schilderungen) erscheint bei S. Fischer, Berlin. Hesse wird als auswärtiges Mitglied in die für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste gewählt, aus der er 1931 austritt: "Ich habe das Gefühl, beim nächsten Krieg wird diese Akademie viel zur Schar jener 90 oder 100 Prominenten beitragen, welche das Volk wieder wie 1914 im Staatsauftrag über alle lebenswichtigen Fragen belügen werden". 

1927 Die Nürnberger Reise und Der Steppenwolf erscheinen bei S. Fischer, Berlin, gleichzeitig - zu seinem 50. Geburtstag - die erste Hesse-Biog... -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von kiplies am 5. Februar 2009
Format: Taschenbuch
Ich habe selten ein Buch gelesen, das die Widersprüche, Konflikte und Schönheiten des Lebens auf solch überzeugende Art und Weise zu einem Ganzen, Sinngebenden formen konnte.
Der junge hübsche Goldmund verkörpert die Seele eines Sinnesmenschen, der genießt und verschwendet, verführt und liebt, träumt und leidet, ganz und gar die Schöpfung eines Gottes in sich aufnimmt, an den er nicht glaubt.
Der stets beherrschte und streng gläubige Narziß hingegen steht für den Denker, dem sich die Welt in Form von Texten, Sprachen, Gebeten und Formeln erschließt. Alle Lebendigkeit, die sich den Trieben und Sinnen eines Menschen erschließt, verkörpert für ihn die Sünde.

Zwischen den beiden Figuren entsteht trotz oder gerade wegen ihrer Gegensätzlichkeit im Wesen eine tiefe Freundschaft und Liebe füreinander, in der jeder der beiden in der Bewunderung für den jeweils anderen aufgeht.

Goldmund zieht schließlich als Landfahrer in die Welt hinaus, während Narziß seiner Laufbahn im Kloster folgt und es bis zum Stand des Abtes bringt. Es vergehen viele Jahre bis die zwei auf unerwartete Weise und in einer verzwickten Situation wieder aufeinandertreffen und sich eine Menge zu erzählen haben.
Unter den vielen Fragen, die beiden auf der Seele brennen ist auch die alles Entscheidene Frage nach dem Sinn des Lebens, der hier vielmehr in der Überwindung des Vergänglichen gesehen wird. Diese Frage wiederum ist v.a. für den rastlosen Goldmund nur unter Beachtung des Konflikts zwischen dem Denker und dem Künstler zu beantworten, da es dieser Widerspruch ist, der ein ganzes Leben lang in ihm lodert.
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48 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von CatMcB am 30. März 2004
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Auf Empfehlung eines lieben Bekannten hin hab ich "Narziß und Goldmund" gekauft und gelesen - mein erster Hesse.
Ich hätte nie gedacht, dass jemand mit Worten so sehr "malen" kann! Zu jeder Beschreibung entsteht ein genaues Bild vor Augen. Ein Buch, dass so viele versteckte Wahrheiten, Träume und Sehnsüchte in sich hat, ist mir noch nie untergekommen.
Auf der einen Seite ist der kühle, intelligente, wissenschaftlich-denkende Narziß, dem Logik alles bedeutet, und der doch einen Blick dafür hat, was in anderen Menschen vorgeht. Und auf der anderen Seite ist sein Freund Goldmund, der schöne, gefühlvolle, künstlerische, charmante Träumer. Er zieht durch die Welt, von Frauen geliebt, vom Leben gezeichnet, immer auf der Suche nach neuen Zielen und Emotionen. Zwei offensichtlich verschiedene Charaktere, die doch die Zuneigung zueinander gemeinsam haben.
Es ist ein Buch voller Wahr- und Weisheiten. Es regt an, über das Leben nachzudenken, über das Sein, über richtig und falsch...! Wenn man mit dem Buch fertig ist, ist man irgenwie von einer höheren Zufriedenheit erfüllt. - Ein schönes Gefühl!
Es ist ein Buch für jeden, der noch Emotionen in sich hat und wirklich leben will. Nicht nur seichte Ablenkung, sondern eine intensiv fesselnde Wirklichkeit!
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Rock-a-Billy am 2. Dezember 2008
Format: Broschiert Verifizierter Kauf
Ich habe mir einige vorherige Rezensionen durch gelesen. Bei einigen kommt Hesse schlecht weg. Mir ist nicht ganz klar, ob die Kritiker Hesse nicht mögen oder das Werk. Persönlich kenne ich einige Leute, die mit den Werken Hesses nichts anfangen können oder sie auch nicht kennen.
Ich erkenne mich in den Werken wieder, d.h. es polarisiert mich auf positive Weise. Sicher, wo es Licht gibt, gibt es auch Schatten.
Zum Werk selbst:
Hesse schreibt in einer unglaublich weichen und sanften Art. Selbst Morde sind wie durch samtenes Licht gedämmt und wirken niemals brutal abstoßend. Wo man hierzulande das Mittelalter ja eher als das dunkele, finstere Zeitalter kennt. Es funkelt hier ja in Form der Pest durch.
Goldmund sucht die Liebe und findet sie... fast nicht. Wie er so von Frau zu Frau eilt, sie alle bekommt und doch nicht behalten kann. Eine jede von ihnen, ihm etwas gibt. Wo er Leidenschaft und Liebe verwechselt. Sich im Strom der Fleischeslust mitreißen lässt, durch z.B. Stimmen.
Kann es diese Liebe zwischen Mann und Frau geben? Ist es die Liebe zwischen Mann und Mann? Immer wieder scheint Narziß und prägt den Goldmund. Immer ist er in seinen Sinn.
Wie fühlt sich Liebe an? Auf welcher Ebene findet sie statt? Wo findet sie statt?
Ich habe dieses Buch gelesen, nein verschlungen. Es ist doch sehr schön zu lesen. Ich konnte nicht aufhören und wünschte, es käme kein Ende.
Ist es nicht bei Hesse so, dass er oft und gerne den Weg beschreibt? Gibt es ein Ziel? Wo hört der Weg auf und wo beginnt er? Ist es nicht so wie bei Siddartha? Der Weg ist das Ziel.
Für mich wieder ein gelungenes Buch aus der Feder Hesses. Mir ist kaum ein Schriftsteller neueren Datums bekannt, der mich so geprägt und berührt hat.
Es gibt gewiss viele gute und auch sehr gute Schriftsteller, aber für mich ist es immer wieder ein Genuss und Freudenfest der Sinne.
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51 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Goldmund am 5. Dezember 2006
Format: Broschiert
Hermann Hesses "Narziß und Goldmund" ist eine einzige Schönheit, sprachlich wie inhaltlich gesehen. Dabei ist es kein Roman im eigentlichen Sinne, sondern eher eine Studie und eine Verbeugung vor der menschlichen Seele und ihrer verschiedenen Charakterzüge. So verschwendet Hesse hier auch nicht viel Zeit mit Zeit- und Umgebungsbeschreibungen, vielmehr konzentrieren sich Hesse und der Leser gleichermaßen auf die beiden Hauptpersonen und somit auf zwei Grundformen des Menschengeschlechts: Narziß ist ein Denker und konzentriert viel Zeit und Mühe auf die Arbeit und seine Taten, anstatt seinen Gefühlen freien Raum zu lassen. Ihm gegenübergestellt wird Goldmund, der ein Träumer ist, also voll von Leidenschaft und Gefühlen, aber auch voll von Lastern.

Diese beiden, der Denker und der Träumer, so unterschiedlich sie auf den ersten Blick sein mögen, finden bei Hesse zueinander. So finden die beiden vor den Augen Hesses und des Leser heraus, dass zwischen ihnen ein Band geknüpft ist, dass sie sich brauchen und dass sie in ihren Grundzügen verwandt sind, obgleich sie doch das genaue Gegenspiel des anderen sein sollten. Sie finden heraus, dass sie beide Stärken und Schwächen haben, dass sie jedoch auch beide ein "Daseinsrecht" besitzen.

Der Leser ist gefesselt von diesem Blick in die Seele der Schöpfung Mensch und erkennt sich in dem Buch desöfteren wieder. So geht Goldmund auf Wanderschaft, mit dem Ziel ein Bildnis seiner Mutter (die für Liebe, Leidenschaft, Tod, Leben, Trauer, Freude und andere Gefühle und Sehnsüchte des Menschen steht) zu finden und ihre wahre Gestalt zu ergründen. Der Leser folgt ihm, doch nicht durch die Lande, sondern durch die Seele.
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