Eigentlich ist das Ende der Zeiten schon lange gekommen. Im zweiten Monat des Jahres 1420 sollte es sein, an einem Montag nach dem Festtag der heiligen Scholastica, so jedenfalls hatten es die Chiliasten mit ihrer Lehre vom Tausendjährigen Reich prophezeit. Dafür geht es aber zwei Jahre später noch überaus munter zu auf unserer Erde, auch wenn das Morden, Sterben und Wehklagen aus der Perspektive des inquisitorischen Narrenturms schon wie der Kampf der Mächte des Bösen am Vortag des Jüngsten Gerichts erscheint. So jedenfalls erscheint es dem jungen Abenteurer und Medicus Reinmar von Bielau, der durch seine Wanderschaft auf der Flucht vor Verfolgern und der Suche nach der Liebe durch die mittelalterliche Landschaft streift. Durch seine Begegnungen und Erlebnisse entwirft der Erzähler vor dem Leser ein Panorama der Zeit, das nicht zuletzt auch auf überaus gekonnte Art und Weise mit den Versatzstücken des historischen, des Ritterromans und der Fantasy-Literatur zu spielen versteht!
In Polen ist der Schriftsteller und Literaturkritiker Andrzej Sapkowski ein Star. Vor allem seine Fantasy-Reihe um den Zauberheiler und Hexer Geralt, den Barden Rittersporn und die Zauberin Yennefer verkaufte sich inzwischen mehrere Millionen mal. Hierzulande ging ein Teil der ebenso düstren wie humorvoll geschriebenen Werke im übergroßen Programm des Heyne-Taschenbuch-Verlages unter, so die Geralt-Bücher Der letzte Wunsch und Das Schwert der Vorsehung. Nun hat sich der Deutsche Taschenbuch Verlag in seiner Reihe dtv premium des Narrenturms angenommen und damit erreicht, dass der Autor aus einem eher Eingeweihten bekannten Umfeld ins Licht hoher Literatur gehoben wird. Der bereits in einem neuen Abenteuer fortgesetzte historische Roman hat das verdient. Denn Sapkowski kann opulent, anschaulich, prägnant und episch schön erzählen. Ein Schmöker über ein der Apokalypse geweihtes 15. Jahrhundert, den man von der ersten bis zur letzten Seite verschlingen kann. Der Name der Rose war gestern. Jetzt kommt der Narrenturm. --Stefan Kellerer
»Dem Leser wird bis zur letzten der 708 Seiten eine fesselnde Geschichte präsentiert.«
grimoires.de 30.03.2007»In seiner Komik und seinem Ereignisreichtum der Tradition des europäischen Schelmenromans folgend, wird ›Narrenturm‹ von einem Erzähler gestaltet, der sich souverän alle Freiheiten nimmt: Reale und fiktive Gestalten reichen sich die Hand, kenntnisreich werden Werke von der Antike bis zur Gegenwart in gelehrt-humorvollen Dialogen und feinen Anspielungen zitiert.«
Nordbayerischer Kurier 20.01.2007»›Narrenturm‹ ist der Anfang einer Trilogie, die Sie begeistern wird, wenn Sie richtig gute und intelligente historische Romane lieben.«
Brigitte»Drastisch, bildstark, spannend.«
Elle»Prall und amüsant, phantasievoll und kenntnisreich.«
WDR Hörfunk»Narrenturm entzieht sich den üblichen literarischen Kategorien.«
Stuttgarter Nachrichten»Bei Sapkowski kann man süchtig werden.«
Lausitzer Rundschau»Lehrreich, voller Wortwitz, Elan und Spannung.«
Bild am Sonntag»Sehr feine Schmöker-Kunst.«
stern»Sapkowksi erzählt mit Witz und Wissen eine pralle Geschichte aus dem Mittelalter, ein bisschen so, als hätten sich Tolkien und Eco zusammengetan.«
Generalanzeiger Bonn»Sapkowski versucht eindeutig, seine Leser zu verzaubern, meiner Ansicht nach erfolgreich: Durch seine Belesenheit, durch seine Sprache, wobei er sich bewusst an den Romanen Umberto Ecos misst. ›Baudolino‹ und ›Der Name der Rose‹ gehören zweifellos zu seiner Lieblingslektüre, und zu Recht darauf hoffend, dass seine Leser diese Bücher ebenfalls kennen, geht er spielerisch einen ›Dialog‹ mit dem Meister ein. Diese Polemik mit Eco zieht sich durch den gesamten Roman, von der Stilisierung der erotischen Szenen an, die das Buch eröffnen, bis hin zum mittelalterlichen Karneval, den Eco so liebt. […] Sapkowskis Helden kennen das Tun eines Bernard de Gui, des ›schwarzen Charakters‹ bei Eco, und die Untersuchungsmethoden aus dem ›Buch der Inquisition‹ wenden sie praktisch an. Das, was Sapkowski aber von seinem großen Vorgänger Eco unterscheidet, ist die Tatsache, dass Magie bei ihm nicht zum Aberglauben, sondern zur Praxis gehört, und dass die Hexen nicht nur unschuldige Dorfbewohnerinnen sind. Einige von ihnen sind direkt aus den Seiten von ›Macbeth‹ entsprungen, mittelbar aus dem englischen Volksglauben. Sie besitzen die Gabe der Vorsehung, mit der sie verirrte Reisende einlullen, denen sie eine Wahrheit verkünden, die keine Wahrheit ist. Aber alles, was sie vorhersagen, trifft ein.«
Nowa Fantastyka»Wäre dies Kino, könnte man schreiben, dies sei ein teures mittelalterliches Roadmovie, das über viele Wege führt, auf denen dem Medikus zahlreiche Abenteuer begegnen. Der Leser verliert nie die Hoffnung, dass Reinmar und seine beiden Gefährten jede ausweglose Situation mit List, Kraft und Glück meistern. [...] Erst in der Schlussszene, im titelgebenden Narrenturm, der vorübergehend als Arrest für die der Häresie Verdächtigen dient, sieht die Situation gar nicht lustig aus. Doch die Konvention des Schelmenromans lässt erahnen, dass Reynevan auch diesmal Körper und Geist retten wird. Der Autor […] schreibt seinen ›Narrenturm‹ mit Beredsamkeit und Humor und spielt mit seinen Lesern literarische Spielchen. Vom Narrenturm aus geht der Blick auf das im Chaos versinkende XV. Jhd., aber auch auf die Gegenwart.«
Polytika»Die literarische Werkstatt des Autors, seine Sprache und sein Humor, lassen Bewunderung aufkommen. Beachtung verdient auch die Beibehaltung der Realita – das mittelalterliche Schlesien wurde hier genau porträtiert, aber die historischen Einzelheiten drosseln keineswegs das Aktionstempo, sie geben dem Roman seine plastische Farbe. Dabei fungieren fiktive Gestalten gleichberechtigt neben historischen. Der Anklang an die Romane Umberto Ecos drängt sich auf - wir haben es hier mit einem gleichermaßen belesenen Autor zu tun, der ebenso mit seinen Lesern spielt. Und: Reinmars Geschichte ist letztlich nur ein Vorwand, um sich über die heutige Gestalt der Welt auszulassen. Die Überlegung liegt nahe, dass, entgegen allem Anschein, wir uns in den letzten 600 Jahren nur sehr wenig verändert haben und weiterhin die gleichen Fehler begehen.«
Magazyn Literacki, Nr. 11/2202, Buch des Monats»Sapkowski weiß nicht nur spannend, phantasievoll, intelligent und abenteuerlich, sondern auch lustig und amüsant und auf eine köstliche Weise unterhaltsam zu erzählen.«
Der Bund (Bern)»Eine handwerklich gut geschriebene Erzählung mit einem Reichtum an Informationen und Einzelheiten von Land und Leuten. So muss ein historischer Roman in meinen Augen geschrieben sein.«
Der phantastische Bücherbrief November 2007»Die literarische Werkstatt des Autors, seine Sprache und sein Humor, lassen Bewunderung aufkommen. Beachtung verdient auch die Beibehaltung der Realita – das mittelalterliche Schlesien wurde hier genau porträtiert, aber die historischen Einzelheiten drosseln keineswegs das Aktionstempo, sie geben dem Roman seine plastische Farbe. Dabei fungieren fiktive Gestalten gleichberechtigt neben historischen. Der Anklang an die Romane Umberto Ecos drängt sich auf - wir haben es hier mit einem gleichermaßen belesenen Autor zu tun, der ebenso mit seinen Lesern spielt. Und: Reinmars Geschichte ist letztlich nur ein Vorwand, um sich über die heutige Gestalt der Welt auszulassen. Die Überlegung liegt nahe, dass, entgegen allem Anschein, wir uns in den letzten 600 Jahren nur sehr wenig verändert haben und weiterhin die gleichen Fehler begehen.«
Magazyn Literacki, Buch des Monats Nr. 11/2202»Die Figuren und der Roman sind erstklassig, häufig witzig und immer spannend.«
buffed 03-04/2011