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Narren des Zufalls: Die verborgene Rolle des Glücks an den Finanzmärkten und im Rest des Lebens
 
 
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Narren des Zufalls: Die verborgene Rolle des Glücks an den Finanzmärkten und im Rest des Lebens [Gebundene Ausgabe]

Nassim Nicholas Taleb
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA; Auflage: 2. aktualisierte Auflage (27. Juli 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 352750186X
  • ISBN-13: 978-3527501861
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 15 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 443.180 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Nassim Nicholas Taleb
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wer bisher glaubte seinen Erfolg im Beruf und bei der Geldanlage dem eigenen Geschick zu verdanken, wird nach der Lektüre von Narren des Zufalls zumindest ins Grübeln kommen. Denn das Buch zeigt auf, dass der Einfluss von Glück oder Zufall auf unser Leben und unsere Anlageentscheidungen meist unterschätzt wird. Während Glück von erfolgreichen Menschen oft als eigenes Geschick interpretiert wird, halten sie die Rolle des Zufalls für Bestimmung. Dieses Phänomen manifestiert sich für den Autor in der Figur des glücklichen Narren: Ein Mensch, der von unverhältnismäßig viel Glück profitieren kann, seinen Erfolg aber nur seinem eigenen Geschick zuschreibt.

Besonders im Börsengeschäft tummeln sich unter den selbst ernannten Börsengurus, Anlageberatern und Fondsmanagern viele dieser "glücklichen Narren". Dem Autor, selbst Börsenhändler von Beruf, gelingt es dabei in Narren des Zufalls anschaulich und unterhaltsam zugleich, mit simpler Wahrscheinlichkeitsrechnung die Erfolge seiner Kollegen als bloße Zufälle zu entlarven. Dass er sich mit dieser Interpretation während seiner Karriere an der Wall Street bei einigen seiner Kollegen nicht gerade beliebt gemacht hat, wird von ihm immer wieder genüsslich mit einem Augenzwinkern dargestellt.

Auch die Binsenweisheit "Das Leben ist ungerecht" wird in Narren des Zufalls genauer unter die Lupe genommen. Für den Verfasser ist dabei das Leben auf nicht lineare Weise ungerecht. Denn ein geringer Vorteil kann sich im Leben in einen überproportionalen Nutzen verwandeln oder -- die hinterhältige Variante -- ein nicht existenter Vorteil zu einer Goldgrube werden, bloß weil der Zufall etwas nachhilft. Fazit: Wir können uns sicherlich nicht vor den Launen der Glücksgöttin Fortuna schützen. Nach der Lektüre dieses Buches sind wir aber zumindest etwas besser darauf vorbereitet. --Gerald Eckel -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"... Am 2. Januar erhält ein Mensch einen Brief, in dem prophezeit wird, dass die Kursgewinne auf dem Aktienmarkt nach oben gehen werden. Das bewahrheitet sich. Anfang Februar kommt ein weiterer Brief: Der Markt werde in diesem Monat weiter zulegen. Wieder erfüllt sich diese Prognose. Als auch der dritte und vierte Brief von der Weitsicht des Absenders - eines Vermögensverwalters - zeugen, greift der Adressat zu und vertraut diesem sein Geld an. Zwei Monate später ist das Vermögen weg, der Anleger hingegen um eine traurige Erkenntnis reicher: Der Zufall spielt an den Finanzmärkten eine größere Rolle als vermutet. Wer das weiß, fährt besser. ... Taleb sieht den Menschen überall in den Klauen des Zufalls. ... wer es aufmerksam liest, dürfte in Zukunft nicht mehr so leicht vom Zufall genarrt werden..."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.02.2002

"Talebs Werk ist gleichzeitig ein weises, tiefsinniges und sehr unterhaltsames Buch. Seine Betrachtungen sind übertragbar auf alle Lebenslagen."
Dialog im Somer, Nr. 36/2005
 

"Dieses Buch ist, in einem Wort, faszinierend. Glauben Sie mir: Taleb wird Sie mitreißen. Als ein nicht-zufälliges Resultat wird sich Ihr Verständnis vom Leben und von Ihrem Geld erweitern."
Peter L. Bernstein, Autor von Wider die Götter
 
Buch der Woche
The Times, Januar 2002
"Narren des Zufalls könnte sich zum perfekten Gegenstück entwickeln, zu den Hunderten von Büchern, die dieses Jahr veröffentlicht werden und unschlagbare Strategien für den durchschlagenden Erfolg and den Aktienmärkten dieser Welt versprechen."
The Times, Januar 2002
 

Buch des Monats
Financial World, Dezember 2001
"Das Buch mag seinen festen Ursprung in der Finanzwelt haben, umfasst und erklärt aber ebenfalls die Auswirkungen des Zufalls in vielen verschiedenen Bereichen wie Philosophie, Literatur und Wissenschaft und erklärt, wie der Zufall zwar nicht besiegt, aber dafür mit einbezogen werden kann."
Financial World, 1. Dezember 2001
 
"Taleb beweist...grossen Sachverstand in Fragen der Börsenpsychologie. Durch seine distanzierte Art hebt sich das Buch deutlich aus der Masse der Börsenliteratur heraus. Mit einem Schuss Selbstironie un dem integrierten Grundkurs in gesundem Skeptizismus erhält der Leser hier eine wahre Stütze im Börsengewitter. Das ist Therapie und Prophylaxe zugleich, man wird quasi immun gegen die allerorten spürbare Resignation."
booxtra.de, Februar 2003
 
"Narren des Zufalls" ist eines der faszinierendsten Bücher, die ich in den vergangenen Jahren gelesen habe. Taleb unterhält den Leser und baut immer wieder Brücken von der Finanzwelt in unser tägliches Leben..."
risknet, 10.03.03

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
69 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn man eine unendliche Anzahl von Affen an Schreibmaschinen setzt und sie darauf herumhämmern lässt, wird mit absoluter Sicherheit einer irgendwann eine buchstabengetreue Version von Homers Ilias geschrieben haben. Die Wahrscheinlichkeit ist sicherlich äußerst gering, dass jemand auf eine solch verrückte Idee kommt. Aber denken Sie nun an den nächsten Schritt: Nachdem dieser Affe gefunden wurde, würden viele ihr gesamtes Vermögen darauf wetten, dass dieser nun auch die Odyssee schreibt. Häufig dienen Leistungen und Geschehnisse aus der Vergangenheit als Grundlage für Prognosen in die Zukunft. Auf die Börse übertragen ist sich Nassim Nicholas Taleb sicher: Niemand wird Börsenkurse auch nur annähernd prognostizieren können. Wir können noch nicht einmal Wahrscheinlichkeitsaussagen hierüber treffen.

Nach Taleb entstehen an den Finanzmärkten vielmehr Anomalien, die auf den Irrationalitäten der Marktteilnehmer basieren. Die neue Forschungsrichtung über die Anomalien an der Finanzmärkten heißt "Behavioral Finance", die Ökonomie und Psychologie verbindet. Sobald sich ein Anleger auf das rutschige Börsenparkett wagt, wird er von zwei entscheidenden Emotionen beeinflusst: Angst und Gier.
Taleb beschreibt moderne Konzepte wie "Survivor Bias" und skizziert Methoden von Daniel Kahneman (Nobelpreis 2002), Robert C. Merton (Nobelpreis 1997) oder Amos Tversky (Nobelpreis 2002) auf eine sehr unterhaltsame Art. Aber auch der Wissensphilosoph Karl Popper, der griechische Held Odysseus, Solon, der weiseste Mann der Antike und der Finanzexperte George Soros kommen in dem Buch vor.

Das Buch begleitet den Leser auf interdisziplinäre Ausflüge durch die Psychologie, Philosophie, Mathematik, Ökonomie und Literatur. Faszinierend und unterhaltsam. Der Leser wird nicht mit langen theoretischen Formulierungen gelangweilt.
Und auch der Themenkomplex des Risikomanagements wird nicht ausgelassen: Taleb führt aus, dass Wirtschaftsunternehmen und Finanzinstitute in der letzten Zeit die merkwürdige Position eines Risikomanagers geschaffen haben, der über die Organisation wachen und sicherstellen soll, dass sie nicht zu viel russisches Roulette spielen. Nach Taleb hat sich in der letzten Zeit der Schwerpunkt der Risikomanager dahin verlagert, durch vage formulierte interne Mitteilungen schützen, die vor der Risikoübernahme warnen, sie aber nicht völlig verurteilen. Risikomanager werden nach Lektüre des Buches verstehen, wie man trotzdem mit den richtigen Mitteln das Risiko des Misserfolgs reduzieren kann.

Seien Sie also vorsichtig, wenn ein Freund ihnen vorprahlt, dass es mit einer cleveren Strategie und Intelligenz Erfolg an der Börse hatte. Wahrscheinlich wird hier Fähigkeit mit Glück, Wissen mit Glauben, Realität mit Theorie und Bestimmung mit Zufall verwechselt.
Nach Taleb gibt es keine Faustregel für schnellen Reichtum. Nassim Nicholas Taleb selbst war in unterschiedlichen Positionen als Börsenhändler in New York, London und Chicago tätig und ist Gründer und Inhaber der Trading Firma Emoirica Capital LLC. Er ist Professor für Mathematik an der New York University und Autor von Dynamic Hedging.

"Narren des Zufalls" ist eines der faszinierendsten Bücher, die ich in den vergangenen Jahren gelesen habe. Taleb unterhält den Leser und baut immer wieder Brücken von der Finanzwelt in unser tägliches Leben. Einzige Schwäche des Buches sind einige fehlerhafte Übersetzungen der englischen Originalausgabe (etwa wird das arithmetische Mittel, Medien, Mittelwert und Erwartungswert verwechselt). Aber das ist auch die einzige Schwäche.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Niclas Grabowski TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch ist einfach nicht gut geschrieben. Gleich zu Beginn gibt es einen langen Text zur zweiten Auflage, der im Wesentlichen aus Selbstrechtfertigung und "Ich habe es ja schon immer besser gewusst" besteht und stellenweise schwer verständlich ist, wenn man das Buch noch nicht gelesen hat. Seine Ideen präsentiert der Autor dann durchaus unübersichtlich und eher episodenhaft, wobei man den Eindruck hat, dass er durchaus einige persönliche Rechnungen aus seiner beruflichen Vergangenheit auch noch begleichen will. Einige der anderen Händler und Manager, die mit dem Autor zu tun haben, werden sich hier sicher wieder erkennen. Oft wird im Text auf spätere oder frühere Passagen des Textes verwiesen. Abschweifungen vom Thema sind die Regel, nicht die Ausnahme. Und immer wieder lobt der Autor nicht nur eine nachhaltige Anlage- und Überlebensstrategie, sondern auch sich selbst.

Das ganze wäre wirklich nervend zu lesen, wenn einige der hier präsentierten Ideen nicht wirklich etwas Brillantes hätten. Dabei sind die Ideen nicht immer neu, aber oft neu und gut formuliert. Es geht um die Zufälligkeiten, die die Geschehnisse auf dem Kapitalmarkt bestimmen. Es geht um den Unterschied von langfristigen und fundamentalen, wirtschaftlichen Entwicklungen und den Effekten, die das zufällige Wirken einzelner Akteure am Markt hat. Es geht um die Auswirkungen ebenfalls zufälliger, aber sehr seltener Ereignisse, die an den Märkten ebenfalls alle paar Jahr auftreten, und dabei in der Regel zum plötzlichen Ende junger Aufsteigerkarrieren führen. Und immer wieder geht es darum, dass der menschliche Geist mit dem Element des Zufalls nicht wirklich umgehen kann. Wir wollen hinter einem Ereignis einen Grund sehen. Und meistens noch einen, der unser Selbstbewusstsein halbwegs intakt lässt. Und gerade diese, sehr menschliche Eigenschaft führt uns immer wieder in große Katastrophen, an Kapitalmärkten und im Rest des Lebens.

Mit persönlich erschien der Inhalt des Buches etwa so, dass hier ein Amerikaner versucht, seine Landsleute von einer typisch deutschen Lebensauffassung zu überzeugen. Es ist schon fast ein moralischer Appell: Wirtschaftet nachhaltig! Achtet auf die Risiken, die mit Eurem Handeln verbunden sind. Wenn Ihr über Jahre in Eurem Job Geld verdienen wollt, dann achtet nicht nur auf die Ergebnisse von Quartalen. Und seit nicht neidisch auf dumme Leute mit Glück, ein Haus, ein Auto und eine Modellfrau kann man auch schnell wieder los werden.

Für mich war das Buch auch spannend zu lesen, ohne an den Kapitalmärkten tätig zu sein (das ist in unserer Ehe die Sache meiner Frau). Aber als Anhänger des Pokersports kenne ich die Emotionen, die mit zufälligen Ereignissen verbunden sind, nur zu gut. Und vieles, was ich hier im Buch gelesen habe, entspricht meinen Erfahrungen über das menschliche Sein in der kleineren Arena mit den Karten. Ein Glück, dass ich hier nur um kleine Einsätze spielen muss. Denn die menschlichen Schwächen die der Autor hier beschreibt, sind durchaus auch die meinen.

So wünsche ich dem Autor viele Leser, aber auch eine bessere Schreibe.
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95 von 127 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Irrungen und Wirrungen 2. Oktober 2006
Von Dr. R. Manthey #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Man muß sich das einmal genau überlegen: Da schreibt uns einer ins Stammbuch, daß wir schlicht zu blöd sind, um mit dem Zufall richtig umzugehen. Und er weiß auch zu berichten, daß daran unsere Gene Schuld sind, die hätten sich dummerweise nicht mit uns weiterentwickelt. Folgen wir der Argumentation des Autors, dann ergibt sich sofort die Frage nach dem Sinn dieses Buches. Womit wohl versucht uns der Autor unser Unverständnis zu erklären? Richtig, wieder mit statistischen Untersuchungen und wahrscheinlichkeitstheoretischen Berechnungen. Und da er offenbar annimmt, dass wir sowieso keinen Zugang zu diesen Dingen haben, bemüht er sich dann auch gar nicht erst, uns seine vielen Berechnungen zu erklären, obwohl diese manchmal ganz einsichtig wären (Beispiel Geburtstagsparadoxon). Die Grundthese von Mr. Taleb ist dagegen sehr einfach: In Wirklichkeit haben die erfolgreichen Fondmanager nur Glück gehabt. Sie waren nur zur rechten Zeit am rechten Ort. Sie sind eben Glückspilze, die irgendwann wieder von der Bildfläche verschwinden, wenn ein seltenes Ereignis wie ein Börsencrash eintritt oder der Markt einfach in ein anderes Fahrwasser kommt. Es mag schon sein, daß diese These auf nicht wenige Vertreter des Geldmanagements zutrifft. In ihrer Allgemeinheit ist sie natürlich falsch. Aber sie weckt beim interessierten Leser Interesse, und genau das ist ihr eigentliches Ziel. So funktionieren Bücher dieser Art: Man stelle eine provozierende These auf, formuliere sie möglichst schwammig und untermauere sie scheinbar mit viel Text und allerlei Geschichten. Es wird nur wenige Leser geben, die vom Fach sind und erkennen, daß hier mehr verwirrt als aufgeklärt wird.

Wenn die Grundthese des Autors in dieser Allgemeinheit stimmen würde, dann ist unerklärlich, wie es sein kann, daß große Banken oder Brokerfirmen wie die Deutsche Bank oder Goldman Sachs inzwischen mehr als die Hälfte ihrer Gewinne durch Eigenhandel erwirtschaften. Eigenhandel bedeutet: Trader erzielen mit dem Geld ihres Arbeitgebers diese Profite. Wenn der Autor Recht hätte, dann wäre dies nicht möglich. Oder er müßte uns erklären, wieso es zu dieser Häufung von Glückspilzen bei diesen Instituten kommt. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe großer privater Trader, die der Allgemeinheit nicht bekannt sind, die aber die in den Instituten arbeitenden Vertreter derselben Zunft um Längen schlagen. Was bleibt also von der These übrig? Nicht viel. Denn so, wie die wenigsten von uns Formel Eins Wagen fahren können oder eine Skisprungschanze mehr als einmal herunterfahren werden, so können auch nur wenige Menschen wirklich traden. Das ist einer der härtesten Jobs dieser Welt. Das Skispringen wird sich kaum einer zutrauen, das Traden dagegen fast jeder. Wenn der Autor seine These von dieser Seite beleuchtet hätte, dann wäre dabei vielleicht ein gutes Buch herausgekommen. So aber wird nur weit ausgeholt und über alles geplaudert, was Mr. Taleb zum Zufall so einfällt. Ein wirres Buch ohne roten Faden. Unsere Schwierigkeiten mit dem Zufall haben zwei einfache Ursachen. Zum einen haben viele Menschen mit der Mathematik so ihre kleinen und großen Probleme. Und zum anderen ist statistisches Denken kein Thema irgendeiner allgemeinen Grundausbildung. Das wiederum hat Gründe in der Sache selbst. Sie ist einfach zu schwierig, um sie einer breiten Allgemeinheit anzutun. Aber nur durch eine fundierte Ausbildung werden wir lernen können mit dem Zufall angemessen umzugehen. Da ich als Hochschullehrer unter anderem Statistik und Wirtschaftsmathematik an deutschen Universitäten gelehrt habe, weiß ich wovon ich rede.

Dieses Buch und sein Autor vermögen es leider auch nicht, wenigstens ein kleinen Beitrag zur Verbesserung unserer desolaten Lage zu leisten. Im Gegenteil, sie verwirren sie nur noch mehr. Aber das kann leider nur der fachkundige Leser beurteilen. Der Autor, der sich selbst als Mathematiker bezeichnet, arbeitet(e) offenbar auf einem sehr begrenzten Teilgebiet der angewandten Statistik. Sowie er Aussagen zu anderen Gebieten der Mathematik oder der Physik trifft, wird er ausgesprochen mutig, um es einmal freundlich auszudrücken. Die komplexen Zahlen wären nur für die Mathematik von Bedeutung und die Newtonsche Mechanik sei falsch, lesen wir zum Beispiel und staunen über so viel Unsinn. Einsteins und Smoluchowskis Arbeit zur Brownschen Bewegung wird in ihrer wissenschaftlichen Bedeutung falsch bewertet. Einstein ist weder der Erfinder von zufälligen Irrfahrten (random walks), die gab es schon viel früher, noch hat er je einen mathematischen Beitrag zur Theorie stochastischer Prozesse geliefert. Die erwähnte Arbeit lieferte vielmehr den entscheidenen Beitrag zur Durchsetzung der Atomtheorie in der Physik. Auch ist die Bedeutung der Wahrscheinlichkeitstheorie nicht mit der Spieltheorie verbunden, denn die entstand viel später und hat nichts mit der wahrscheinlichkeitstheoretischen Modellierung von Glücksspielen gemein. Offenbar leidet der Autor schlicht selbst an der Krankheit, die bei uns allen entdeckt hat: Seine Wahrnehmung ist aufgrund recht mangelhafter Kenntnisse etwas eingeschränkt. Aber es kommt noch schlimmer. Selbst auf seinem Fachgebiet unterlaufen ihm merkwürdige Fehler. Er verwechselt den Schätzer für den Erwartungswert mit diesem selber (S.118 ). Oder er erklärt uns, daß die Vermögensverwalter der Ergodizität nicht entrinnen können (S.173). Nun schreibt er aber selbst, daß diese erst in sehr langen Zeiträumen zuschlägt. Da es sich tatsächlich um Grenzwertaussagen handelt, erleben die Herren das garantiert nicht. In der Chaostheorie führt nicht ein geringer Input zu einem unverhältnismäßigem Output, wie der Autor behauptet (S.190), sondern kleine Veränderungen des Inputs können solche Folgen haben. Zweifel an der Kompetenz des Autors kommen einem da schon. Hinzu kommt eine geradezu katastrophale Übersetzung. Ehrlich gesagt, habe ich mir ein solches Grauen nie vorstellen können und schon gar nicht bei diesem Verlag. Da wird Einsteins Spezielle Relativitätstheorie als "besondere Relativität" angeboten (S.58). Oder es wird vom "Durchschnitt einer Verteilung" gesprochen (S.173), wobei sicher wieder der Erwartungswert gemeint ist. Schließlich werden ganz neue Begriffe wie "konditionale" und "unkonditionale" Wahrscheinlichkeiten oder Verteilungen erfunden. Diese Dinger heißen in der deutschen Fachsprache schlicht bedingte und unbedingte Verteilungen oder Wahrscheinlichkeiten und niemals anders. Das sind leider nur einige Beispiele, das Buch strotzt nur so von solchen Mißgriffen oder sprachlichen Fehlleistungen.
Wenn der Autor wenigstens den Versuch gemacht hätte, uns unsere Fehler nicht nur vorzuhalten oder gespreizt über sie zu plaudern, sondern uns mit klarer und präziser Sprache auch zu helfen, sie zu vermeiden, dann wäre dieses Werk vielleicht ein lesenswertes Buch mit großem Nutzen geworden. So trägt es wahrscheinlich unbemerkt nur noch mehr zur allgemeinen Verwirrung bei. Sehr schade.
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