... in der Tat, dieser Film ist schon einige Jahrzehnte alt, aber das spielt bei einem Historienfilm, der im übrigen aufwendig restauriert wurde, eine nur untergeordnete Rolle. Man merkt das Alter des Films nur an den Schauspielern, die entweder nicht mehr unter uns weilen oder aber erheblich gealtert sind ...
2003 erschien eine aufwendige Fernsehproduktion unter Leitung des ZDF zu Napoleon, in der nur eine Person, gespielt von John Malkovich wirklich überzeugte: Fürst Talleyrand, der letzte große Aristokrat und Diplomat des Ancien Regime, der alle Regierungsformen mehrerer Jahrzehnte mitbestimmte.
So ist es nicht verwunderlich, dass Regisseur Sacha Guitry die historische Figur Talleyrand wählte, auch von ihm gespielt, um die Geschichte Napoleons zu erzählen.
Der Fürst erhält in seinem Haus die Nachricht von Napoleons Tod. Seine Gäste bedrängen ihn daraufhin, von Napoleon zu erzählen, schließlich war er jahrelang Außenminister und Vertrauter des Kaisers. Und der Fürst, natürlich sachkenntnisreich, erzählt das, was er erlebt und auch mitbestimmt hat ...
Die Franzosen gehen mit dem Idol Napoleon sachlicher um und so vermochte es der Regisseur neben den unzweifelhaften Verdiensten Napoleons zahlreiche Seitenhiebe auf sein Machtstreben und seine Familie einzustreuen. Natürlich kann die Geschichte, (auch in der Langfassung) nur gerafft dargestellt werden. Folgt man den Schilderungen des Fürsten zu den Szenen, erhält man ein differenziertes Bild dieser bewegten Zeit. Zahlreiche historisch verbürgte Anekdoten und Zitate werden eingestreut, etwas, was den Film zu einem Kleinod werden läßt.
Der Film ist uneingeschränkt dem Interessierten zu empfehlen, wirklich verstehen und genießen kann ihn nur, wer historische Vorkenntnisse hat.