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Napoleon: Eine Biographie Gebundene Ausgabe – 25. Juli 2005

3.4 von 5 Sternen 16 Kundenrezensionen

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"So etwas kann man heute gar nicht mehr machen", hat uns ein Verleger vor kurzem erst noch versichert. Von wegen! -- Schon bevor man das erste Kapitel dieses monumentalen Bandes gelesen hat, ist man von Freude erfüllt darüber, dass solche Bücher eben doch noch möglich sind. Mit randvollen 839 Seiten (samt der Anhang) hat der ansonsten meist für den täglichen Bedarf der Süddeutschen Zeitung schreibende Journalist und studierte Historiker Johannes Willms die bei weitem umfassendste Napoleonbiografie vorgelegt, die seit vielen Jahrzehnten im deutschsprachigen Raum im Original erschienen ist.

Doch nicht nur der schiere Umfang des überdies sehr schön ausgestatteten Buches ist beeindruckend. Der Autor überzeugt vor allem durch die Souveränität, mit der er den historischen Stoff sowohl handwerklich als auch stilistisch beherrscht. Von den korsischen Anfängen des "Zauberlehrlings" her führt uns der Autor durch das Leben des Mannes, der die Geschichte Europas so nachhaltig geprägt hat, wie nur wenige andere. Er zeigt, wie Bonaparte "Napoleon erfindet", die Französische Revolution zuerst vollendet und sich dann zum tyrannischen Imperator aufschwingt, der das Rad der Geschichte nicht zurück, sondern in eine völlig andere Richtung dreht. Willms führt uns an die Schauplätze, an denen der Feldherr seine großen Triumphe zelebrierte und seine tiefen Niederlagen erlitt. Und an der Seite des kundigen Führers erleben wir Napoleons endgültige Niederlage in Waterloo und begleiten ihn nach St. Helena, dem Ort seiner endgültigen Verbannung.

Eine grandiose Biografie, der wir von Herzen den Erfolg wünschen, den sie zweifellos verdient.-- Andreas Vierecke

Klappentext

»Mit fundierter Quellenkenntnis und pointenreichen Anekdoten zeichnet Willms dies aufregende Leben: Auf dem Gipfel der Macht die Kaiserkrönung und der Sieg von Austerlitz. Napoleon am Boden nach dem Desaster der Grande Armée in Russland mit einer Viertelmillion Toten. Ein Mann, der nur zu siegen vermag, aber als Verlierer das eigene Versagen nicht eingestehen kann.«
Denis Scheck in Druckfrisch/ARD

»Willms (...) lässt sich auf Napoleon ein, ohne sich verführen zu lassen. Er wahrt die Distanz ohne die Individualität auf einen irrationalen Rest zu verkürzen. Dazu kommen klarer Stil, große Quellenkenntnis, Lust am Zitieren, scharfe Analyse. Willms weiß eine gute Geschichte gut zu erzählen.«
Michael Stürmer in der WELT

»Willms (...) überläßt den Lesern einfach der Geschichte dieses Lebens, die man in der kalten Stagnation dieses deutschen Winters so atemlos durchliest, als wären die 839 Seiten ein Zeitungsartikel; und wenn das Kapitel auf St. Helena endet, will man sofort wieder zurück nach Korsika: Noch mal!«
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert.

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Format: Gebundene Ausgabe
Man kann diese Napoleon-Biographie durchaus einem historisch interessierten Leser empfehlen. Die französische Weltgestalt Napoleon, um den sich zahlreiche Legenden ranken, wird von Willms auf gut lesbare Weise dargestellt. Dabei konzentriert er sich zu Recht auf die politischen/militärischen Belange und erwähnt das Liebesleben nur dort, wo es für diesen Bereich von Bedeutung ist. Die größtenteils schwülstigen Liebesbriefe an Josephine, die andernorts gerne breitgetreten werden, finden hier nur exemplarische Berücksichtigung.
Bei der Darstellung der politischen Karriere Napoleons fällt allerdings leider eine Einseitigkeit der Beurteilung negativ ins Gewicht. Napoleon wird zwar nicht in eine Reihe mit Stalin oder Hitler gestellt (auch wenn Willms dies einmal anzudeuten scheint), weil diesen das Genie Napoleons fehlte, doch er ist für Willms vor allem Despot, ein Diktator, der sich die Welt zum Untertan machen will. Daß seine Herrschaft zugleich die Sicherung einiger Errungenschaften der Revolution bedeutete, wird von Willms kaum thematisiert und in aller Regel als allein der Machtsicherung geschuldet dargestellt. Die sich aufdrängende Frage, wieso Napoleon noch heute von vielen verehrt wird, beantwortet Willms daher fast ausschließlich mit Hinweis auf napoleonische Propaganda.
Aufgrund des begrenzten Umfangs der dennoch umfangreichen Biographie mußte sich Willms auf die Person Bonaparte konzentrieren. Dabei fallen leider viele Begebenheiten seiner Zeit notgedrungen unter den Tisch. Dennoch hätte es der Biographie gut getan, wenn sie bspw. den ein oder anderen Weggefährten oder Kontrahenten etwas ausführlicher dargestellt hätte.
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Format: Broschiert
Arbeitsscheu ist der Autor keineswegs gewesen. Die Biographie ist mehr als umfangreich und wertvoll sind die vielen Originalzitate - lobenswerter Weise auch mit den dazugehörigen Endnoten und somit Quellenangaben. Bei einer Biographie erwartet man auch die Lebensgeschichte - samt den Aspekten wie Affären etc., die nicht unbedingt in eine Politikgeschichte gehören, aber sehr wohl das Bild der Hauptperson abrunden. Positiv hervorzuheben sind auch die vielen Landkarten im Anhang (Anstoß nehmen könnte man vielleicht an der Bezeichnung "Deutsches Reich" für das Alte Reich/Heilige Römische Reich (deutscher Nation), wobei hier die Schwerpunktsetzung auf die Schlachten augenfällig wird.

Was störend auffällt, ist, dass die vorangegangene Forschungsliteratur kaum erwähnt wird, auf die sich Willms stützt, so dass teilweise der Eindruck erweckt wird, als ob er alles neu entdeckt und erforscht hätte. Vor allem, da passagenweise sehr wohl eine Bezugnahme auf frühere Werke, die Willms ja gelesen haben muss, auffällt, auch was die Bewertung Napoleons als Person und Politiker betrifft. Beim Umfang des Werkes und selbst der Fußnoten wäre es gut gewesen, hier auch 2 - 3 Seiten Literaturverzeichnis der verwendeten Werke abzudrucken.

Obwohl ein kritischer Blick sehr begrüßenswert ist und ich keineswegs ein "Fan" von Napoleon bin, wirkt es beim Lesen irgendwie befremdlich, wie sehr sich Willms darum bemüht, Napoleon von seinem Podest zu holen und seine Schwachstellen aufzuzeigen, ihn Machthunger und was sonst noch alles zuzuschreiben.
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Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENTTOP 500 REZENSENT am 24. August 2011
Format: Broschiert
Neben Alexander den Großen und Cäsar gilt Napoleon Bonaparte als einer der größten Feldherren der europäischen Geschichte und hat dabei mit Cäsar unter anderem gemein dass sein Aufstieg zu imperialen Würden als Schulbeispiel für den Willen zur Macht eingegangen ist. Doch wer war dieser Mann, der vom wenig begüterten Leutnant und korsischen Patrioten zum Kaiser der Franzosen und Schrecken der europäischen Großmächte werden sollte.

In seiner Napoleon-Biografie versucht Johannes Willms nicht nur die historischen Taten Napoleons nachzuzeichnen, sondern einen Blick auf die Persönlichkeit des kleinen Korsen zu ermöglichen. Dazu nutzt er die Korrespondenzen Napoleons und seiner Zeitgenossen ebenso, wie dessen literarischen Gehversuche. Gelungen ist ihm der Blick auf Napoleons Persönlichkeit vor allem in dessen jungen Jahren, als der Zweitgeborene nach dem Verlust des Vaters die Rolle des Familienoberhauptes übernahm und schon als junger Offizier den Großteil seines Lohns in die Heimat an seine Familie zurückschickte. Als Korse des Französischen nur mit Akzent mächtig fand sich der junge Napoleon in Willms Darstellung in der Militärschule als klassischer Außenseiter wieder, was er jedoch mit einem glühenden korsischen Patriotismus und entsprechenden erträumten Ambitionen als künftiger korsischer Befreier zu kompensieren versuchte.

Unwillkürlich fragt man sich bei den Schilderungen Willms wie aus diesem fast mittellosen Jungoffizier, dem keineswegs automatisch eine große Karriere möglich schien, zu "dem" Napoleon werden konnte, vor allem weil diesem jungen Mann Korsika zunächst mehr als Frankreich zu bedeuten schien.
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