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Das Erbe der Napola. Versuch einer Generationsgeschichte des Nationalsozialismus
 
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Das Erbe der Napola. Versuch einer Generationsgeschichte des Nationalsozialismus [Broschiert]

Christian Schneider , Cordelia Stillke , Bernd Leineweber
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 394 Seiten
  • Verlag: Hamburger Edition; Auflage: 1., Sonderausgabe (10. Februar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3868542051
  • ISBN-13: 978-3868542059
  • Größe und/oder Gewicht: 22,8 x 15,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 422.339 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Den Autoren gelingt es vorzüglich, den Leser in die so absurd erscheinende Welt der 'Napola' zu entführen, ihm Tatsachen, Erklärungen und Augenzeugenberichte zu unterbreiten, die geeignet sind, einen Mosaikstein des zumindest zeitweise durchaus funktionierenden nationalsozialistischen Staates vor Augen zu führen.[…] Am Ende kann man verstehen, wie diese Schulen funktionierten.« (Matthias von Hellfeld, Das Parlament)

Kurzbeschreibung


Die Folgen nationalsozialistischer Prägung über drei Generationen
Die »Napola« - wie die gebräuchliche Abkürzung für »Nationalpolitische Erziehungsanstalt« lautete - war eine Schlüsselinstitution des »Dritten Reiches«: die pädagogische Zuchtstätte des Nationalsozialismus schlechthin.
Hier sollte die künftige »Führergeneration« des Staates systematisch herangezogen werden. Die pädagogische Methodik der Napola beruhte auf dem Wechselspiel von Verführung und Zerstörung: Zerstörung der Individualität der Schüler durch die konsequente Entfernung aus dem zivilen Leben, durch extremen körperlichen Drill und ideologische Abrichtung. Verführung durch außergewöhnliche - und für Jugendliche attraktive - Angebote (vom Reiten bis zum Segelfliegen) und das Karriereversprechen einer künftigen Eliteposition.
Keiner, der eine dieser Schulen durchlaufen hat, ist davon unberührt geblieben. Viele haben ihren dort erteilten »Auftrag« erfüllt. Sie haben führende Positionen in Wirtschaft und Gesellschaft erreicht - freilich nicht mehr im totalitären Staat des Nationalsozialismus, sondern, nach 1945, in der jungen bundesrepublikanischen Demokratie.
Wenn das Konzept der Eliteerziehung weitgehend aufgegangen ist, was ist dann aus dem »anderen« Teil der Erziehung, der Bindung an Führer und Vaterland, dem injizierten Glauben an rassische Überlegenheit und historische Sendung des deutschen Volkes geworden? Wie wirkt sich die »nationalsozialistische Imprägnierung« nach dem als traumatisch erfahrenen Bruch von 1945 aus?
Das Buch geht den unbewußten Identifikationen und Prägungen nach, die das historische Ende des Nationalsozialismus überdauert haben. Die Autoren haben in Tiefeninterviews nicht nur ehemalige Napolaschüler befragt, sondern auch ihre Nachkommen, um die Frage zu beantworten, ob es eine Erbschaft dieser Zeit gibt, die unbewußt auch in den Folgegenerationen weiterwirkt. Mit diesem Buch liegt die erste psychoanalytisch fundierte »Generationengeschichte« zu der immer wieder geforderten »Psychohistorie der Deutschen« vor.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein unredliches Buch! 10. März 2011
Format:Broschiert
Am 7.1.2009 veröffentlichte der Schöpfer der Wehrmachtsausstellung, Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma, Vorstand des Hamburger Instituts für Sozialforschung, dem der Verlag dieses Buches gehört, Regeln zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis. Das ließ hoffen, denn zumindest zwei vorangegangene Initiativen des Professors entsprachen nicht diesen Regeln, darunter dieser erstmals 1996 erschienene 'Forschungsbericht', der sich aus Interviews zusammensetzt, die nachweislich, zum Teil unter falschem Vorwand, also manipulativ entstanden.

Entsprechende Proteste liegen den Autoren vor. Der Rezensent musste z. B. seinerzeit einen Anwalt bemühen, um die missbrauchten Interview-Aufzeichnungen von einem der Autoren zurück zu erhalten. Abgesehen davon waren die Begleitrecherchen der Verfasser derartig dürftig, dass man als Zeitzeuge nur noch den Kopf schütteln konnte.

Und dieses schon damals unredliche Buch erscheint nun als Sonderausgabe im gleichen Verlag, wohl in der Annahme, dass die letzten kompetenten Zeitzeugen inzwischen verstorben sein würden.

Aus Platzgründen kann hier nur der Kardinalfehler dieses Buches und der mit seiner Verwendung gedrehten Filme dargestellt werden. Die deutschen NAPOLA's unterschieden sich nämlich durch zwei markante Auffälligkeiten in 12 bis etwa 1934 gegründete, mit weitgehend Kadetten-Korps-Geist, und die 26 später entstandenen, insbesondere jene, die schon den Nöten des Krieges (Mangel an geeigneten Lehrkräften usw.!) ausgesetzt waren.

Hinzukommt, dass natürlich die Dauer einer NAPOLA-Zugehörigkeit von größter Bedeutung war. Rechnet man mit den damals 8-9 Jahren Oberschule bis zum Abitur, so hätte ein üblicher NAPOLA-Absolvent bei Kriegsende schon seit 1937 ihr Schulsystem durchlaufen haben müssen. Analog hätten die 22 später erst gegründeten NPEA's keinen einzigen Sextaner durchgehend zum Abitur bringen können.

Tatsächlich war deshalb die Fluktuation, besonders die Zahl der Quereinsteiger in die NAPOLA''s bis in die Obersekunda ganz erheblich und unvergleichbar mit einem normalen Schulsystem, ' was natürlich ungewöhnliche Konsequenzen mit sich brachte. Und die nationalsozialistische Prägung in den 11 'klassischen' NAPOLA''s war bis Kriegsende beträchtlich schwächer als in allen anderen Anstalten oder selbst der Hitler-Jugend.

Aber solche Fakten waren den Buchautoren keine Überlegungen wert, denn ihre eigentliche Aufgabe bestand darin, die von den Siegermächten schon lange vor Kriegsende postulierte Generationenschuld der Deutschen zu untermauern.

Als wenn das deutsche Volk nicht schon genug durch die Holocaust-Verbrechen belastet ist, wird in diesem Buch durch falsch begründete Interviews mit inzwischen erwachsenen Kindern und minderjährigen Enkeln versucht, negative Einflüsse von NAPOLA-Schülern bis in die zweite Generation nachzuweisen!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Ich habe dieses Buch zum Zweck einiger Recherchen für ein Drehbuch gekauft.

Positives:
- Eine wirklich differenzierte Schilderung meist psychologischer Faktoren der Napola (zum Vergleich das Buch "Hitlerjugend" von Michael H. Kater Hitler-Jugend hat mich hinsichtlich des leichten moralisch bewertenden Touchs nicht sonderlich überzeugen können)
- Vergleich Heute / Damals anhand von wohlrecherchierten Gesprächen mit Zeitzeugen und Napolaschülern
- Ich finde der "Versuch einer Generationsgeschichte" - wie als Untertitel angeführt - ist zu einem Großteil wirklich gut gelungen und sucht Seinesgleichen an, ich kann es nur immer wieder betonen, Differenziertheit und der nötigen Distanz zu diesem teils sehr emotionalen Thema.

Negatives:
- Oftmals für meinen Geschmack etwas zu viel Fachvokabular bzw. Fremdwörter um ein flüssiges Lesen zu ermöglichen. Ein Beispiel: "In solchen informellen Gruppen läuft stets ein der individuellen psychischen Konstitution analoger Prozeß ab, in dem allererst festgelegt, was aussen und innen, gut und böse, erlaubt und verboten ist." Mit einiger Zeit des Lesens habe ich mich allerdings an diese Sprache gewöhnt.

Alles in allem kann ich allen Interessierten, Recherchierenden und möglicherweise auch Drehbuchautoren :) dieses Buch sehr empfehlen. Ein besseres und tiefgreifenderes Werk über die Napola werden Sie vermutlich nicht finden.
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Erbe der Napola 3. März 2010
Format:Broschiert
Sehr interessantes Buch, besonders wenn man es als Betroffener liest. Es ist auch wirklich nur ein Versuch, etwas anderes würde wohl auch nicht möglich sein. Es hebt sich aber angenehm von anderen Veröffentlichungen über die Napola ab, da hier nicht einfach eine platte, einfache Verurteilung betrieben wird, sondern die Vorgänge differenziert geschildert
werden. Ein guter Beitrag zur Aufarbeitung eines Teiles der NS Geschichte.
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