Die Kölner MIT werden, gerade nach ihrem zweiten Album "Nanonotes", oft mit Kraftwerk verglichen. Das trifft in meinen Augen nur teilweise zu. Ihre Musik ist nicht so vollsynthetisch wie bei Hütter, Schneider und Co., unter anderem weil MIT einen Schlagzeuger aus Fleisch und Blut haben (dessen dynamisch-kraftvolles Spiel den Sound des Trios durchaus prägt). Die Musik ist auch nicht ganz so unterkühlt wie die von Kraftwerk, sie ist tanzbarer - mehr Mensch, weniger Maschine, sozusagen. Und vor allem: kein Roboter-Design.
Und dennoch drängen sich Parallelen auf zu den Ur-Vätern des Elekropop. In erster Linie weil Emil Schult, der in den 70ern bei Kraftwerk im Hintergrund mitwirkte, für MIT wohl eine Art Mentor ist. Die Band neigt auch zum Minimalismus, ihre Stücke sind klar durchstrukuturiert, außerdem greifen die Kölner auf alte Synthies zurück - auch deshalb drängt sich wohl die Kraftwerk-Assoziation auf. Die Texte sind ebenso minimalistisch wie rätselhaft und wirken manchmal so, als ob Sänger Edi Winarni sie spontan kreieren und "hineinrufen" würde. Auch das klingt ein bisschen nach Krautrock (nicht nur nach Kraftwerk, sondern auch nach NEU! oder CAN mit Damo Suzuki).
Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass MIT ihr eigenes Ding machen. Moderne elektronische Musik aus deutschen Landen, temporeich, ein bisschen versponnen, ein bisschen auf Kunst gemacht, aber leicht konsumierbar. Höhepunkte des Albums sind der Opener "Hydra", "Puls" und vor allem "Pudong".
Hörenswert!