Nano-Riffaquarien stellen eine immer beliebter werdende Besonderheit im Bereich der Meerwasseraquaristik dar. Dabei sind sie nicht nur kleiner als herkömmliche Riffaquarien, sondern benötigen bedingt durch ihre geringen Maße eine z. T. deutlich andere Pflege und (technische) Ausstattung. Ein eigenständiges Buch zu diesem Thema ist daher mehr als gerechtfertigt.
Den Besonderheiten eines Nano-Riffaquariums trägt das Buch von Daniel Knop ausgiebig Rechnung und so widmet sich fast die gesamte erste Hälfte den "nano-spezifischen" Grundlagen wie Material, Einrichtung, Technik und Besatz eines Nanobeckens. Im Gegenzug werden gewisse Grundlagen der Meerwasseraquaristik inklusive der Systematik vorausgesetzt und mit einem Hinweis auf allgemeine Einführungsliteratur kaum oder gar nicht behandelt.
Im zweiten Teil werden "nano-taugliche" Organismen vorgestellt, beginnend mit sessilen Wirbellosen (Weichkorallen, Röhrenwürmer u. a.) über nicht-sessile Wirbellose (Krebstiere, Schnecken u. a.) bis hin zu kleinen, sehr ortstreuen Fischen. Zu jedem Tier, bzw. jeder Organismengruppe gibt es, in der Regel neben einem qualitativ hochwertigen Bild, einen Text zu den Punkten "Beschreibung", "Lebensweise", "Allgemeines", "Herkunft, Quelle" sowie "Fütterung".
Insgesamt betont der Autor sehr stark Methoden, die er laut eigenen Angaben im Rahmen seiner umfangreichen Versuchsreihen selbst entwickelt hat. Dadurch besteht die Gefahr, sich als Leser einseitig beraten zu fühlen, weil mögliche Alternativen gegebenenfalls nicht den angemessenen Raum erhalten. Außerdem stört der stark repetitive Schreibstil das Lesevergnügen, insbesondere im Artenteil. Hier hätte das Buch durch eine bessere Textorganisation kompakterausfallen oder mehr Informationen bieten können. Hervorzuheben sind die hervorragenden Bilder im Artenteil, die über kleinere Enttäuschungen im Text hinweghelfen können. Durch eine Maßstabsangabe wäre ihr Detailreichtum allerdings über die Ästhetik hinaus noch wesentlich informativer zu nutzen.
Fazit: Das Buch ist trotz einzelner Schwachpunkte hilfreich für die Einrichtung und den Betrieb von Nano-Riffaquarien und insbesondere dem Anfänger sehr zu empfehlen. Die vorliegende erste Auflage wirkt jedoch insgesamt noch zu wenig abgerundet und hat an einigen Stellen noch deutliches Optimierungspotential, das genutzt werden sollte, damit sich das Buch in Zukunft vielleicht zu einem deutschsprachigen Standardwerk entwickelt.