Seit einiger Zeit bereits scheint sich ein Trend zu kleineren bzw. kleinsten Aquarien im Bereich der Hobby-Aquaristik abzuzeichnen.
Jeder interessierte Liebhaber oder der, der es werden möchte, hat somit die Möglichkeit auch in beengten Räumlichkeiten seine aquaristischen Erfahrungen zu sammeln und sich diesem schönen Hobby zu widmen.
Doch auch (oder gerade) bei kleinen Becken hat mancher Fehler fatale Auswirkungen.
Nano-Aquaristik" von Kai A. Quante will insbesondere dem Anfänger helfen, Fehler zu vermeiden, damit das Innenleben des Aquariums dauerhaft gut funktioniert.
Der Autor ist Praktiker durch und durch. Er schildert seine reichhaltigen Erfahrungen, die sich nach eigenen Angaben auf einen Zeitraum von über 20 Jahren erstrecken.
Das Buch gibt einen hervorragenden Überblick über die Dinge, auf die man bei der Anschaffung als auch bei dauerhafter Pflege unbedingt achten sollte.
Von der Einrichtung eines Nano-Aqauriums (Deko-Materialien, Technik) über die Bepflanzung und letztlich den Besatz mit kleinen Fischen und/oder Garnelen und Krebsen sowie deren Vergesellschaftung wird ein systematischer Buchaufbau verfolgt, der das Wesentliche gepaart mit wertvollen Tipps aus der Praxis verständlich beschreibt und veranschaulicht.
Im übersichtlich gestalteten Inhaltsverzeichnis befinden sich zusätzlich kleine farblich hinterlegte Info- und Checkboxen, die ein gezieltes Auffinden bestimmter Themen weiter vereinfachen.
Ähnliche farbige Boxen finden sich dann auch im gesamten Buch wieder, die auf Schwerpunkte des jeweiligen Kapitels hinweisen oder kurze Zusatzerläuterungen hierzu geben.
Am Ende des Buches gibt ein nützliches Stichwortverzeichnis (wie in fast jedem Buch) die Hilfestellung der gezielten Suche.
Hinweise auf weitere einschlägige Literatur fehlen ebenso wenig wie Verweise auf entsprechende Internetseiten.
Sehr gut gefallen hat mir auch das Kapitel über Futtermöglichkeiten.
Um seine Pfleglinge möglichst artgerecht, bei voller Schönheit und lange am Leben zu erhalten, reichen die käuflich zu erwerbenden Trockenfutterprodukte oft bzw. gar nicht aus.
So wird auch geeignetes (maulgerechtes) Lebendfutter vorgestellt, das nötigenfalls selbst gezüchtet werden kann (muss). Auch hier gibt es reichhaltige Anregungen, die sicherlich auch dem fortgeschrittenen Aquarianer nützlich sind.
Kai A. Quante stellt auch eine Vielzahl an geeigneten Kandidaten von Pfleglingen für ein solches Nano-Becken vor.
Hier wird besonders die Verantwortung deutlich, die dem Pfleger seiner Unterwasserwelt zuteil wird.
Nicht jedes Tier ist voll gesellschaftsfähig" und gehört eher in ein Artaquarium.
Auch die Unterscheidung, dass für einige Arten ein 20-Liter-Becken bereits zu klein ist, besser mind. ein 30-Liter-Becken erforderlich ist, bezeugt dies.
Zu den einzeln vorgestellten Arten gibt es die erforderlichen Hinweise der optimalen Pflegebedingungen (Bepflanzung, Vergesellschaftung, Wasserwerte, Temperatur, pp.) und Bilder (welche vornehmlich vom Autor selbst stammen), die es gut ermöglichen, sich auch einen optischen Eindruck über die beschriebenen Arten zu verschaffen.
Auch an kleinen Anmerkungen zu evt. eigenen Nachzuchten wurde nicht gespart.
Immer aus der Sicht eines erfahrenen Praktikers.
Wer wirklich mehr Informationen zu den einzelnen Arten begehrt, benötigt ohnehin entsprechende Fachliteratur oder Informationen aus dem Internet (bzgl. Wirbelloser ist vom selben Autor auch das Buch Garnelen und Krebse im Aquarium" erschienen).
Ich als erfahrener Aquarienliebhaber bin besonders erfreut, dass neben Klassikern" auch Fischarten vorgestellt werden, die noch nicht lange in der hiesigen Aquaristik heimisch sind.
So vermag dieses Buch auch Fortgeschrittene anzusprechen.
Ein Buch, das für die Erstanschaffung eines Nano-Aquariums ausgesprochen nützlich ist aber auch als späteres Nachschlagewerk jederzeit geeignet erscheint.
Da auch der Preis stimmt, gibt es von mir eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.