Ich gestehe: ICH KANN NICHT KOCHEN. Verständlicherweise hat mein mir angetrauter Wolf nun endlich das ultimative Kochbuch geschenkt. Denn wenn ich schon koche, dann aber auch was ausgefallenes. Etwas, das nicht von dieser Welt ist. Etwas, das von der Scheibenwelt stammt....
Inhalt:
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Dieses Kochbuch ist nicht lediglich ein Kochbuch.
Es enthält Nanny Oggs Philosophie des Kochens, nützliche (und auch weniger nützliche) Rezepte sowie einen Überblick über die Etikette.
Zu der Philosophie des Kochens:
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Nanny Ogg lässt sich auf knappen vier Seiten darüber aus, warum das Kochen wichtig ist, warum IHR Kochbuch wichtig ist und warum gute Köche wichtig sind.
Im Prinzip handelt es sich um ein zweites Vorwort von ihr. Aber ich wollte es der Vollständigkeit halber auch inhaltlich erwähnt haben.
Zu den Kochrezepten:
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Nicht alle Gerichte sind wirklich nachkochbar. Und bei manchen ist es einfach nicht sehr empfehlenswert, sie nachkochen zu wollen.
Zum Beispiel der Tiefsee-Blähfisch. Was zum Geier ist ein Tiefsee-Blähfisch? Natürlich: ein Kugelfisch. Das Rezept beginnt folgendermaßen:
„Der wichtigste Punkt besteht darin, auf keinen Fall irgendeinen Teil des Blähfischs verwenden, denn alle seine Bestandteile sind auf sehr unangenehme Weise tödlich. Wer nicht Acht gibt, kann sich anschließend in einem Briefumschlag beerdigen lassen..."
Nun, wenn man sich also an das Rezept hält, kann man getrost einen Versuch wagen und eine leckere Vorspeise OHNE Blähfisch zaubern.
Wer die Rezepte nachkochen will, sollte vor allem über einen sehr festen Magen und einen englischen Geschmack verfügen.
So wird man unter anderem in die Geheimnisse der Bananensuppenüberraschung, Frau Colons auathentischer klatschianischer Curry (mit Kohlrüben und Rosinen) und das berühmte Zwergenbrot eingeweiht. Es sind eigentlich alle bisher in der Scheibenwelt erwähnten Gerichte mehr oder weniger abgewandelt zu finden. Sogar die eingelegten Schafsaugen aus „Jingo"....
Zu jedem Rezept sind kleine witzige Anmerkungen von Nanny Ogg oder den ängstlichen Herausgebern beigefügt. Wenn das Rezept - wie der Blähfisch- Zutaten enthält, die man besser weglassen sollte (ich denke da an die getrockneten Frösche in den Froschpillen, oder das grünfärbende Arsen in Lord Witwenmachers Pfefferminzbonbons), wird das auch ausführlichst betont...
„Keine Frösche nehmen und sie auch nicht trocknen..."
Zu der Etikette:
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Nanny Ogg äußert sich hier zu Anrede, Etikette bei Tisch, Geburten, Brautwerbung, Heirat, Tod... eben alles, was interessant sein könnte.
Es wäre sicherlich zu lang, auf jedes Thema einzeln einzugehen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle einfach mal das Thema „Der Umgang mit Untoten" herausgreifen und Euch die Passage über Zombies als Beispiel für Nanny Oggs Mitteilungsbedürfnis vorstellen.
„Zombies: Sie sind tot, wollen aber nicht ruhen. Ganz gleich, was die Leute sagen: Niemand wird zum Zombie, ohne einen guten Grund dafür zu haben, im Diesseits zu verweilen. Meistens geht es um irgendeine wichtige Sache, die noch erledigt werden muss. Hier verlangt die Etikette: Da es Menschen sind, sollte man sie auch wie Menschen behandeln. Spöttische Bemerkungen in der Art von „Ich würde dir ja gerne die Hand schütteln, aber ich fürchte, dass sie dann abfällt" und „Sicher kannst du gut nähen" verraten schlechte Manieren. Zombies wissen es zu schätzen, wenn man ihnen Parfüm, Aftershave und andere stark riechende Dinge schenkt. Es liegt durchaus im Interesse des Schenkenden, ihnen so etwas zu geben."
Zusammenfassend kann man dazu nur sagen: wenn ihr alles beachtet, was Nanny erzählt, dann kann man euch zumindest keine schlechten Manieren gegenüber Untoten vorwerfen. Auch für andere Lebenssituationen sind ihre Regeln - sagen wir - zumindest die amüsanteren.
Meine Meinung:
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Einige der Rezepte sind superlecker. Ansonsten würde ich sagen, handelt es sich bei diesem „überraschend nützlichen Almanach"( so der Untertitel) um eine irrwitzige Lektüre über das Leben in den Spitzhornbergen im allgemeinen.
Sehr amüsant sind auch die beigehefteten Kommentare der Herausgeber, die vermeiden wollten, dass dieses Buch zu anzüglich ist und zum Beispiel - zu meinem Bedauern- Nannys berühmtes Rezept für Lebkuchenmänner rausgenommen haben.
Die Begründung möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:
„Die Lebkuchenleute werden aus dem Buch gestrichen. Früher mochte ich Lebkuchenmänner mit ihren kleinen Rosinenaugen. Und ich bezweifle, dass es entsprechende Stechformen fürs Backen gibt. Und Nanny Oggs Bemerkungen über Gummibärchen waren einfach abscheulich. Ich brauche wohl nicht extra darauf hinzuweisen, dass meine Frau gelacht hat."
Wie schon gesagt: Schade.
Fazit:
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Kochen lernen kann wohl nicht wirklich damit, aber neue lustige Rezepte mit passender Lektüre für die Wartezeiten während des Backens finden sich hier allemal.
Das Buch bringt auf jeden Fall Spaß in die Küche....
...nur eines macht mir Sorgen: das ich nicht kochen kann, dann ein Kochbuch bekomme, leuchtet mir ein. Aber warum dann ein Buch für Etikette???