Bei diesem Werk, welches 1880 erschien, handelt es sich um den neunten und wohl berühmtesten Band des 20bändigen Romanzyklus „Die Rougon-Macquart". Erzählt wird die Geschichte der Hure Nana, mit der Zola dem Leser Sittenverfall, Korruption und Laster in der Pariser Gesellschaft unter Napoleon III. vor Augen führt. Die Titelheldin gehört dem Macquartschen Zweig der Familie an, bei der sich der in der Familie erbliche Alkoholismus und Geisteskrankheit nach Zolas Stammbaum auswirken. Sie wird, der Pariser Gosse entkommen, Schauspielerin. Nicht begabt, aber wunderschön, tritt sie in einer Operette auf, wo sie die Möglichkeit bekommt, diese Schönheit herausfordernd zur Schau zu stellen. Bald ist sie die große Hure, der Mythos Nana, mit der am Vorabend des Untergangs des Zweiten Kaiserreiches die Machthaber und Reichen buhlen. Sie steht dafür als Symbol wie auch für sittliche Verderbnis. Nana spielt ihre Kunden geschickt gegeneinander aus, lässt sich kostbare Geschenke machen, erniedrigt sie, intrigiert, verdirbt alles, was sie berührt. Zola schildert uns diese Ereignisse mit der ihm eigenen farbigen und kräftigen Sprache, intensiv, packend und mitreißend. Ein wunderbares Buch, was nach über 120 Jahren noch magische Anziehungskraft besitzt.