Die Schulstreberin geht mit ihrer besten Freundin zum Shoppen ins Kaufhaus. Dort sieht sie, wie zwei Rocker einen Ladendiebstahl begehen. Sie stellt die beiden und übergibt sie - mit Hilfe des Nachbarsjungen, der hinzueilte - der Polizei. So könnte ein langweiliger Kinderkrimi ablaufen.
Die Schulstreberin heißt jedoch Nana, und der hinzugeeilte Nachbarsjunge ist Kaoru, der sie vorher mit einem Hanfseil bondagemäßig gefesselt hatte. Da er noch keine Zeit fand, sie zu entfesseln (Nanas beste Freundin kam nämlich unangemeldet und überraschte die beiden), trug sie die Fesselung versteckt unter einem weiten Mantel, weil die Umgebung im Kaufhaus natürlich nichts merken durfte. Und mit dieser Peinlichkeit beginnt der zweite Teil der experimentierfreudigen Jugendlichen Nana und Kaoru.
Ob es nun um Bondage geht oder darum, ohne Slip zum Kaffeeautomaten zu gehen, Nana kommt bei den gemeinsamen "Entspannungsübungen" voll auf ihre Kosten, da Kaoru die Ideen nie ausgehen. Allerdings geht regelmäßig irgendetwas schief, z. B. wird der sliplose Gang zum Automaten von einer herannahenden Baseballmannschaft jäh unterbrochen, oder Kaoru, der Nanas Slip solange aufbewahren sollte, findet sich plötzlich in der Situation wieder, dass er mit einem Straßenköter einen erbitterten Zweikampf um das gute Wäschestück führt.
Auch der zweite Teil der Nana-und-Kaoru-Reihe erweckt in mir den Eindruck, der Autor Ryuta Amazume hatte zum Ziel, das Genre der erotischen Mangas kräftig durch den Kakao zu ziehen. Er verwirklicht dies auf einem beeindruckenden Niveau, und ich bin mir sicher, dass der Humor dieser Serie gewollt - und nicht etwa unfreiwillig - ist. Die Art, wie Nana und Kaoru bei ihren gemeinsamen Spielchen immer wieder in peinliche Situationen geraten, macht diese Comicreihe sehr amüsant und lesenswert. Dabei will ich nicht vergessen zu erwähnen, dass Ryuta Amazume es versteht, die leicht schmuddeligen Abenteuer, welche die beiden erleben, sehr geschmackvoll zu zeichnen.