Man kriegt das kalte Grausen, wenn man dieses Buch liest. Man will es auch nicht glauben, aber Andreas von Bülow, früherer Forschungsminister, Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Ausschuss für Geheimdienste, ist ein seriöser Autor. Trotzdem: Dass die CIA geputscht und gemordet hat, das wusste man ja, aber dass sie auch an Drogenhandel, Waffenschmuggel und Geldwäsche maßgeblich beteiligt war (und ist), das muß man erst mal verdauen. Oder dass sie mit Mafia-Organisationen und Drogenschmugglern systematisch zusammenarbeitet. Wieso, denkt man, es werden doch immer große Drogenfunde gemacht! Ja, sagt von Bülow, aber das sind Bauernopfer. Schaut euch doch die Preis für Drogen an, sie sinken - wenn die Bekämpfung Erfolg hätte, müssten sie doch steigen! - Dies nur als Beispiel. Der Anspruch des Buches ist, das System der Geheimdienste, auch BND und Mossad, durchschaubar zu machen. Und den Bürger zu sensibilisieren. Damit er nicht auf jede Zeitungsmeldung hereinfällt.
Der Nachteil des Buches ist, leider, dass es von Fakten nur so strotzt und sie erzählerisch nicht bewältigt. So ist die Lektüre oft recht ermüdend und ähnelt mehr einem Aktenstudium.