- es erfüllt das Versprechen im Untertitel voll und ganz - daher fünf Sterne. Der Verfasser belegt seine Erläuterungen akribisch und von wenigen Ausnahmen abgesehen, finden sich tatsächlich alle europäischen Vogelarten - auch viele seltene Gäste.
Neben dem Hauptteil gibt es zusätzliche Kapitel, mit denen ich nicht gerechnet hatte:
Zunächst bietet der Verfasser eine allgemeine Etymologie der Tiernamen. Dann erweitert er sein Blickfeld auf die binäre wissenschaftliche Nomenklatur. Ab Seite 198 werden die für die wissenschaftliche Namensgebung so bedeutsamen Farben der Vögel, aber auch anatomische und andere Details aus dem Griechischen bzw. Lateinischen ausführlich erläutert.
So dann erwarten den Leser auf 30 Seiten Kurzbiographien der wissenschaftlichen Autoren/ Erstbeschreiber der behandelten Arten und Gattungen. Dieser Verbeugung des Verfassers vor den Wissenschaftlern des 18. und 19. Jahrhunderts, gebührt Respekt!
Um den Hauptteil des Buchs nicht zu überfrachten, gibt der Verfasser im Anhang auf 20 klein bedruckten Seiten weitere Erläuterungen zu Literaturbelegen und zur Vertiefung unseres Verständnisses von Vogelnamen. Es schließt sich das Literaturverzeichnis mit rund 200 Titeln an.
Aufgelockert wird der Band durch viele Fotos. Wir haben es nicht mit einem Bestimmungsführer zu tun, trotzdem könnte der Verlag, für eine evtl. dritte Auflage, bei der Qualität der Fotos noch zulegen! Herr und Frau Fischadler, Turmfalke, Wachtelkönig, Ziegenmelker (!), Beutel- und Bartmeise und einige andere würden sich freuen.
Das Buch ist sehr empfehlenswert, zumal die vielbändigen, für unseren Raum gültigen Handbücher (BWP, Cramp und Hdb.d.V.ME, Glutz v Blotzheim) das Thema vollständig auslassen.