Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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114 von 118 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
High Fantasy vom Feinsten, 26. September 2008
Zahlreiche Legenden umranken Kvothe, den berühmt berüchtigtsten Zauberer und Musiker aller Zeiten - Geschichten von Genius, Schönheit und Heldentum sowie Ignoranz, Verrat und abscheulichen Verbrechen.
Ein eifriger Chronist will das Gespinst aus Lügen und Wahrheit durchdringen und spürt den Zauberer in einem Provinznest auf, wo er in einer Taverne arbeitet und auf das endgültige Vergessen wartet. Nur widerwillig teilt Kvothe seine Erinnerungen. Doch manchmal müssen Helden daran erinnert werden, dass sie Helden sind und gebraucht werden.
DER NAME DES WINDES ist allen Lesern von High Fantasy uneingeschränkt zu empfehlen. Insbesondere Fans von Joe Abercrombie, Robin Hobb oder Steven Erikson werden von Patrick Rothfuss begeistert sein. Nicht umsonst erreichte DER NAME DES WINDES als Debütroman einen Top Ten Platz der New York Times Bestsellerliste und heimste etliche Preise und Nominierungen ein. Rothfuss überzeugt mit sprachlichen Qualitäten sowie einer beeindruckenden Vielschichtigkeit und einem Auge fürs Detail, was sich in Charakterdarstellung, Atmosphäre, Setting und Handlungsverlauf widerspiegelt.
Der Protagonist Kvothe ist der Angelpunkt des Buches und der gesamten Trilogie. Man begegnet ihm in der 3. Person Gegenwart als gebrochenen Mann, der widerwillig seine Memoiren diktiert sowie als Ich-Erzähler, der seine Kindheit als Teil einer Wandertruppe und Jugend an der Universität für Magie wiederaufleben lässt. Was sich nach Opas öder Erzählstunde anhört, nach altbekanntem Fantasykonzept, entpuppt sich als packender Entwicklungs- und Abenteuerroman. Kvothe ist ein vielschichtiger und faszinierender Charakter. Obwohl man ihm in der Ich-Form rasch nahe kommt, bleibt ein Teil von ihm undurchsichtig. Trotz seiner Talente ist er menschlich. Er begeht Fehler, aus Unwissenheit, Arroganz oder Unbesonnenheit (viele seiner späteren Probleme und sein schlechter Ruf gründen darin) und wird durch seine schwierigen Lebensumstände aufgehalten. DER NAME DES WINDES ist das erste Fantasybuch, das ich gelesen habe, in dem Geldmangel ein gravierendes Dauerhindernis für den Hauptcharakter ist. Gerade diese Menschlichkeit macht Kvothe so sympathisch.
Obwohl das Buch streckenweise düster ist, wird es durch Lebensfreude gepaart mit intimen Momenten aufgehellt.
Einziger Wehmutstropfen ist, dass der Leser wenig von den aktuellen Zuständen in Kvothes Welt erfährt - es gibt allenfalls Andeutungen von einem kürzlich beendeten Bürgerkrieg (an dem Kvothe mitschuld gewesen sein soll) und einer magischen (Monster-)Plage. Aber die gegenwärtige Situation steht auch nicht im Mittelpunkt des Buches, sonders Kvothes Vergangenheit. Ich schätze, dass Rothfuss im zweiten Band von Kvothes Abenteuern als Erwachsenen erzählen und im dritten Band die Gegenwart weiterlaufen lassen wird (nach dem Motto: Memoiren als Therapieform für einen gefallenen Helden).
DER NAME DES WINDES ist eines der wenigen Bücher, die mich wünschen lassen, bessere Lobgesänge schreiben zu können. Es hätte sie sich verdient.
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42 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Wind hat einen Namen, 29. September 2008
"Die Eltern von irgendwem haben die falschen Lieder gesungen!"Dieser Satz ist es, den Kvothe zu hören bekommt, als er unheimliche weiß glänzende Fremde mit schwarzen Augen am Lagerfeuer seiner Eltern sitzen sieht und dieser Satz wird ihm immer in Erinnerung bleiben und sein Leben zu einer Suche nach diesen Wesen - den "Chandrian" werden lassen, denn sie haben seine Eltern ermordet.
Kvothe vegetiert danach lange Zeit ohne Geld und ohne Hoffnung in der großen Stadt Tarbean und will Vergessen finden, doch sein großer Wissensdurst und die Erinnerung an einen alten Arkanisten, der in ihm einen begabten Schüler erkannte, treiben ihn in die Universität nach Imre, um zu studieren und mehr über die Mörder seiner Familie zu erfahren, denn sie scheinen nur in alten Mythen und Legenden zu existieren.
Was er dort erlebte, erzählt er eines Tages einem Chronisten, der ihn in einem abgelegenen Dorf aufsucht. Der Chronist will Antworten auf die Fragen vieler Menschen und Kvothe erzählt seine Geschichte. Von Liebe handelt die Geschichte, von Magie und Lautenspiel, aber auch von Drachen, Feuer, Hass und dem Namen des Windes - und immer wieder vom Helden Kvothe.
Schon lange habe ich auf das Erscheinen dieses Buches gewartet, denn ihm eilte sein guter Ruf aus dem USA voraus und ich muss sagen, das Warten hat sich gelohnt. Auch, wenn die Handlung zuerst nicht viel Überraschendes zu bieten scheint, so erzählt der Autor eine Geschichte, wie sie bunter und üppiger nicht sein kann. Er schafft eine magische Welt und entführt den Leser dorthin, der, wenn er nicht aufpasst darin verschwinden kann. Es sind die vielen kleinen Sätze, die das Buch von anderen unterscheiden, die es zu etwas Besonderem machen. Sätze wie:"...und es war eine dreistimmige Stille. Der vernehmliche Teil dieser Stille war dumpf und lastend und verdankte sich dem, was fehlte. Hätte ein Wind geweht, so hätte er in den Bäumen geseufzt, hätte das Wirtshausschild quietschend zum Schaukeln gebracht und die Stille wie trudelndes Herbstlaub die Straße hinabgeweht..." Die Atmosphäre, die geschaffen wird, die Dichte der Erzählung, lassen einen nicht mehr los. Man fühlt mit den Helden, lacht und weint und leidet mit ihnen und irgendwann dann hat man die letzte Seite umgeblättert und weiß, dass das noch nicht alles gewesen sein kann. Zum Glück ist es nur der erste Teil einer Trilogie und nun heißt es Warten auf die nächsten Teile und diesmal werde ich noch ungeduldiger sein.
Wie viele Bücher wurden schon zu Werbezwecken mit "Der Herr der Ringe" verglichen. Immer wieder taucht dieser Vergleich auf, wenn ein neuer Autor die Bühne betritt, doch bis jetzt habe ich noch kein Buch entdeckt, dass diesem Vergleich wirklich stand halten konnte - bis jetzt, denn "Der Name des Windes" kann es. Wie man bei Klett-Cotta nachlesen kann, empfiehlt das Magazin "The Onion" seinen Lesern, dieses Buch direkt neben "Der Herr der Ringe" ins Regal zu stellen und den Tag zu erwarten an dem beide in einem Atemzug genannt werden. Und ich glaube, genau das werde ich tun.
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34 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Grandioser Auftakt der Königsmörder-Chronik, 28. Oktober 2008
Dieses Buch erzählt die Geschichte von Kvothe, dem berühmtesten Zauberer seiner Zeit. Ein eifriger Chronist trifft Kvothe eher zufällig in einem abgelegenen Gasthaus und lässt sich dessen Lebensgeschichte in drei Tagen erzählen. Dabei erfährt er die Geheimnisse des Mannes, den die Menschen der zivilisierten Welt als "den Blutlosen", "den Arkanen" oder "den Königsmörder" bezeichnen.
An diesem ersten Tag der Erzählung geht es vor allem um die Kindheit und Jugend Kvothes sowie seine Zeit an der Universität. Dabei wird die tragische und dramatische Vorgeschichte des einst berühmtesten Zauberers erzählt, der sich auf der Suche nach dem Namen des Windes und dem Geheimnis der sagenumwobenen Dämonen befindet.
Viele Elemente dieses Romans kommen einem aus zahlreichen Fantasy-Geschichten sehr vertraut vor. Besonders die Erlebnisse an der Universität finden sich so ähnlich in vielen anderen Geschichten dieses Genres. Das Besondere an diesem Buch ist aber, dass es Patrick Rothfuss gelingt, die Geschichte Kvothes spannend, geistreich und auf literarisch gehobenem Niveau zu erzählen. Der Spannungsbogen gönnt einem kaum eine Ruhepause, die einzelnen Episoden sind teils phantastisch, teils märchenhaft, teils witzig und oftmals ziemlich düster und bedrückend.
Kurz gesagt: Dieser Roman lebt und erzählt nicht irgendeine abgedroschene Geschichte.
Mir ist bewusst, dass dieser Satz oftmals leichtfertig (und meist zu unrecht) in Zusammenhang mit Fantasyliteratur ausgesprochen wird, doch in diesem Fall ist er wirklich angebracht: Das ist das beste Stück Fantasy, dass ich seit Tolkiens "Herr der Ringe" habe lesen dürfen.
So ist der Roman nicht umsonst mit Preisen überhäuft worden und vom neuen deutschen Literaturpapst Dennis Scheck in "Druckfrisch" sehr empfohlen worden.
5 Sterne für einen großen Fantasyroman verbunden mit der Hoffnung, dass die nächsten Teile dieses Niveau halten können.
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