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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Interessanter Hintergrundbericht,
Von
Rezension bezieht sich auf: Nachschrift zum >Namen der Rose< (Taschenbuch)
Einige Jahre nachdem er den zweifellos großartigen Roman "Der Name der Rose" fertiggestellt hatte, schrieb Umberto Eco darüber wie dieser Roman entstand und wie Romane überhaupt entstehen. Damit begab er sich vom Erzähler zurück auf die Sichtweise des Wissenschaftlers und man kann wohl sagen ihm ist ein sehr interessanter Hintergrundbericht gelungen.Der unbedarfte Leser erfährt viel darüber wie der Roman entstanden ist und warum bestimmte Dinge so und nicht anders geschrieben wurden. Eines jedoch vermeidet Eco aus Prinzip - er gibt keine Interpretation, noch nicht mal eine Interpretationshilfe. Er ist der festen Überzeugung, dass der Erzähler seine eigene Geschichte nicht interpretieren darf, und das Bemühen dieses zu vermeiden ist ihm zweifellos gelungen. Wer also von diesem Werk erwartet eine Interpretation des Autors zu erhalten, der wird enttäuscht werden. Wenn man aber mit der richtigen Erwartung herangeht, so ist das Buch jedenfalls ein Gewinn. Warum nun also nur vier anstelle der fünf Sterne für ein gelungenes Werk. Nun, Eco bleibt mit diesem Werk eigentlich am Rande stehen. Er dringt bei weitem nicht in die Tiefen vor zu denen er zweifellos fähig ist. Ich meine jetzt nicht, dass er sein Werk interpretieren sollte, aber ganz sicher hätte es noch mehr Erwähnenswertes gegeben. Letztlich bleibt bei mir der Eindruck, dass gerade mal ein kurzes Blitzlicht aufleuchtete und vieles im Dunkeln bleibt. Dafür schweift er häufig ab und ergeht sich in einer Einschätzung der Postmoderne und der Änderung der Rezeption in den letzten 30 Jahren. Bestimmt nicht uninteressant, jedoch hätte ich das in diesem Buch nicht gesucht. Fazit: Man kann dieses Büchlein durchaus empfehlen, da es wirklich sehr interessant zu lesen ist. Einen Stern ziehe ich ab, weil das Gefühl bleibt, dass Eco vieles ungesagt ließ, was jedenfalls erwähnenswert gewesen wäre. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hörspiel der Extraklasse (Audio CD),
Von M. Hoevermann - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Name der Rose: Hörspiel (Audio CD)
Hörbücher als Lesungen sind gut. Hörspiele, wenn sie so gemacht sind wie dieses, Meisterwerke!Ein wahrer Film für die Ohren ist die wunderbare Hörspielbearbeitung von Umberto Ecos Historienthriller "Der Name der Rose". Selbst wer Film und Buch nahezu in- und auswendig kennt, wird begeistert sein! Kann man tatsächlich an die 1000 Seiten Weltliteratur zu einem gelungenen Hörspiel auf 340 Minuten verknappen, ohne die sorgfältig recherchierte, literarische Vorlage aus den Augen zu verlieren? Ja, man kann! Unter der Regie von Otto Düben erwacht die mittelalterliche Welt - trotz gewisser Verkürzungen - detailgetreu und überzeugend zu neuem Leben. Das Hörspiel entstand bereits 1986 als Gemeinschaftsproduktion von BR, SWF und NDR. Dieses Alter hört man ihm nicht an! Was die Stimmen angeht, jagt eine Meisterleistung die nächste, und die Hintergrundgeräusche sind derart realistisch, dass man sich fühlt, als sei man vor Ort mit dabei. Eine Inszenierung auf höchstem Niveau! Auf sechs CDs erwarten rund fünfeinhalb Stunden purer Hörgenuss! Für lange Autofahrten ist dieses Hörspiel allerdings nicht uneingeschränkt zu empfehlen: Es eignet sich, wenn man es entweder bereits kennt, ein zuverlässiges Navi an Bord hat oder aber den Weg notfalls auch blind zurücklegen könnte. Die Aufmerksamkeit wird beim Hören einfach dermaßen gebannt, dass anspruchsvolle sonstige Tätigkeiten auf der Strecke bleiben. Man kann nicht anders, man lauscht fasziniert. Hier waren Kenner am Werk, sowohl hinter als auch vor den Kulissen. Die Handlung Im Jahre 1327 begibt sich der Franziskaner William von Baskerville als Sonderbeauftragter des Kaisers mit einer heiklen Mission in ein norditalienisches Benediktinerkloster an den Hängen des Apennin. An seiner Seite der Novize Adson von Melk, der spätere Erzähler der Geschehnisse. Nur sieben Tage umfasst ihr Aufenthalt, doch diese sieben Tage haben es in sich: Mehrere rätselhafte Todesfälle ereignen sich. Unfälle? Morde? Was steckt dahinter? In bester Sherlock-Holmes Manier begibt sich William von Baskerville, früher ein Inquisitor, auf Spurensuche. Sein Weg führt schließlich in die Bibliothek, an den Ort, an dem sich alles entscheiden wird... Charaktere und Sprecher Die Stimme des Erzählers überzeugt voll und ganz: Eindringlich und glaubwürdig führt Heinz Moog als greiser Adson durch die Handlung. Wärme, Ruhe und Lebenserfahrung kommen allein durch seine Stimme zum Ausdruck. Man hört, dass er sich dem Lebensende nähert, vorher aber noch etwas Wesentliches mitzuteilen hat. Unterbrochen wird seine Schilderung durch lebendige, direkte Einschübe, die Szenerie und Ereignisse plastisch werden lassen. Wie eine vertonte Erinnerung. Der junge Adson, gesprochen von Christian Schulz, soll eigentlich 17 Jahre alt sein, klingt stimmlich allerdings deutlich älter. Dennoch: Die Unsicherheit und Schüchternheit des Novizen setzt der Sprecher herausragend um! Pinkas Braun leiht seinem Meister, William von Baskerville, die Stimme. Intelligent, überlegen, kritisch ' besser kann man die Rolle des Franziskanermönchs nicht besetzen! Auch die gewisse Überheblichkeit, die er an den Tag legt, erinnert an Sherlock Holmes. Ebenfalls zu hören ist Helmut Stange als Kellermeister Remigius von Varagine. Vor dem inneren Auge entsteht sofort das entsprechende Bild des für die Verpflegung zuständigen Mönchs: wohlgenährt, Nase und Wangen vom Weingenuss gerötet - und plauderfreudig. Beachtlich ist die Leistung Wolfgang Reichmanns, der den Außenseiter Salvatore glaubwürdig in Szene setzt. Das allein nur mit der Stimme zu bewerkstelligen, ist große Kunst! Fazit: Dieses Hörspiel sollte man sich keinesfalls entgehen lassen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
34 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wenn sich Theoretiker an der Praxis versuchen ...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Name der Rose: Roman (Gebundene Ausgabe)
... dann kann das durchaus auch großartig ausgehen. Umberto Eco, seines Zeichens ein ganz wesentlicher Vertreter der Semiotik, lange Jahre ein führender Kritiker in Italien, hat es geschafft, sein theoretisches Wissen darüber wie man gute Bücher schreibt in die Praxis umzusetzen.Bei der Rezension dieses Werkes kommt man eigentlich nicht umhin es mit dem gleichnamigen Film zu vergleichen. Dieser Vergleich fällt wie so häufig eindeutig zugunsten des Buches aus. Wenngleich ich den Film immer sehr gemocht habe, hatte ich immer sehr viele unklare Punkte in der Handlung entdeckt, die ich irgendwie nicht ganz miteinander verflechten konnte. Im Buch gibt es diese Probleme nicht; Eco erschafft ein Bild des mittelalterlichen Klosterwesens das seinesgleichen sucht. Dies aber ist letztlich nur die Rahmenhandlung für das wirklich gelungene Bild der mittelalterlichen Machtkämpfe innerhalb der Kirche ebenso wie zwischen Papst und Kaiser. Wenngleich sich Eco auch seitenlang mit Details beschäftigt so muss man dennoch festhalten, dass die Story sehr dicht ist. "Ich wollte einen Mönch vergiften", hat Eco später gemeint und das sei der Ausgangspunkt für dieses Werk gewesen. Nun er hat mehrere Mönche vergiftet und eine interessante Kriminalhandlung als Hintergrund geschaffen. Aber Eco konnte es nicht lassen und musste diese Kriminalhandlung natürlich in einen für den Geist sehr fordernden Bereich ansiedeln - letztlich wird die Kriminalhandlung zum Nebenschauplatz. Die Schilderung der größeren Konflikte übernimmt sehr bald die Führung und macht das Buch damit so unendlich kostbar. Besonders interessant ist die Herausarbeitung der vielen religiösen Strömungen der Zeit, etwas das in der Verfilmung gänzlich ausgelassen wird. Beachtenswert ist jedenfalls auch die Art und Weise wie Eco es schafft die Verstocktheit der damaligen Amtskirche aufzuzeigen ohne dabei ins niveaulose abzugleiten. Weiters sollen hier die beiden Protagonisten kurz beschrieben werden. Da ist einerseits William von Baskerville der seine Vorlage zweifellos in Sherlock Holmes findet, er ist ein exzellenter Beobachter der die holmsche "Deduktion" in exakt der gleichen Weise betreibt. William ist auch weit über den Aberglauben seiner Zeit erhaben, fast möchte man sagen er ist ein aufgeklärter Mensch der Neuzeit und kein Ordensbruder des Mittelalters - aber in Wahrheit gelingt Eco der Hochseilakt, die Figur des William ist kein Anachronismus. Andererseits ist der Icherzähler Adson von Melk zu erwähnen. Er schreibt zwar das Buch als Greis, aber nur selten kommt diese große Lebenserfahrung durch. Die meiste Zeit sieht man die Handlung durch die Augen eines Novizen - der täglich die Welt verwundert kennen lernt. Die sprachliche Qualität des Werkes ragt deutlich aus der Masse heraus, Eco versteht es mit Worten zu spielen. Das Werk ist natürlich kein Roman, den man nebenher einfach liest - das Lesen dieses Buches fordert schon ein gehöriges Maß an Aufmerksamkeit. Dennoch bleibt es aber immer lesbar im Sinne von verständlich und nachvollziehbar. Ecos sprachliche Gewandtheit stellt eine enorme Herausforderung auch an den Übersetzer dar. Diesem muss man daher ebenfalls ein großes Kompliment aussprechen. Das Gesamturteil kann nur so ausfallen, dass ich diesem Buch ohne Einschränkungen die Höchstnote zuteil werden lasse. Interessante Story, lehrreiche aber nicht belehrende "Hintergrundberichterstattung", ausgezeichnete Recherche, sauber abgeschlossene Handlungsstränge ohne dem Leser seiner Phantasie zu berauben, sprachlich höchstklassig - mehr kann man von einem Roman nicht erwarten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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