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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Ich habe alles im Griff!",
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Name der Leute (DVD)
Na ja...wenn das jemand behauptet, der aus lauter Zerstreutheit gerade nackt im Einkaufsmarkt steht, dann ist da so eine Sache. Bahia(Sara Forestier) stört das wenig, wie fast alles in ihrem Leben. Die Tochter algerischer Auswanderer ist sehr speziell. Sie sieht ihren Körper als Massenvernichtungswaffe gegen Rechts und sich selbst als politische Hure. Will heißen: Sie versucht durch den Einsatz von Sex aus Faschisten liebe nette Linkswähler zu machen. Als sie jetzt den Biologen Arthur(Jaques Gamblin) kennenlernt, ist irgendwie alles anders. Arthur ist nicht rechts. Vor allem aber sind die Lebensentwürfe von Arthur und Bahia komplett unterschiedlich. Die beiden könnten aus verschiedenen Galaxien stammen und scheinen doch füreinander bestimmt. Arthurs Vater ist ein Kernforscher und seine Mutter kommt über ihre jüdische Vergangenheit nicht hinweg. Arthur selbst ist Biologe und ein rechter Langweiler. Da ist natürlich das komplette Chaos beim Aufeinandertreffen von Bahias und Arthurs Familie vorgeplant. Aber irgendwie müssen die beiden das hinkriegen. Wie? Das sollten sie sich vielleicht anschauen...Michel Leclercs Film -Der Name der Leute- ist in der ersten halben Stunde das beste Stück Kino, dass ich seit langem gesehen habe. Im Stil von Amelies fabelhafter Welt überrollt Leclerc den Zuschauer mit atemberaubenden Einstellungen. Egal, ob das die Hauptdarsteller sind, die uns per Bildschirmansprache in ihr Leben einführen oder mit sich selbst kommunizieren, allerdings im Kontakt mit ihrem jüngeren Ego. Leclerc taucht uns tief in die Vergangenheit von Bahia und Arthur hinein. Das gelingt ihm auf magisch schöne Weise. Im kreativen Spiel mit Zeit und Raum, einigen schwarzweiß Rückblenden und einer lebensfrohen, herrlichen Musik stimmt da jedes einzelne Bild. Danach verliert -Der Name der Leute- ein wenig den Schwung und sattelt um in eine Liebesgeschichte zwischen Bahia und Arthur. Die ist ebenfalls gut, aber wer den fulminanten Anfang noch im Kopf hat, der weiß: Hier wäre noch mehr drin gewesen! Es sind natürlich auch die Schauspieler, die den Film so einzigartig machen. Wie die junge Sara Forestier dem alternden Jaques Gamblin den Kopf verdreht, dass ist eine Affäre der besonderen Art. Gamblins Schauspiel, vor allem im Zusammenspiel mit seinen "Filmeltern"(Jaques Boudet/Michele Moretti) ist ebenfalls perfekt gelungen. Auch die Nebenrollen, z.B. von Bahias Eltern(Zinedine Soualem/Carole Franck) sprühen vor Witz und Lebenskraft. Alles in allem ist -Der Name der Leute- ein besonderer Film. Die verspielte Geschichte einer großen Liebe, die vom Schicksal eigentlich so nicht geplant sein konnte. Michel Leclerc hat die Story herzerwärmend gut auf die Filmrolle gebannt. Die Kamera wird von leichter Hand geführt und die Zeit vergeht im Nu. Wenn Bahia dann noch in ihrem zu großen Shirt und den rosa Lederstiefeln über die Leinwand stapft, dann ist es um die Herzen der (männlichen)Zuschauer ohnehin geschehen. Die wirklich guten Dialoge im Stil eines Woody Allen Films gibt es als Bonus noch dazu. Ich hätte dem Film allerdings "nur" 4,5 Sterne gegeben, wäre das möglich gewesen. Denn: Leclerc hat hier große Kinokunst geschaffen. Das zeigt er vor allem am Beginn. Dieses Niveau hält er aber, meiner Ansicht nach, nicht ganz. Doch vielleicht ist das auch so geplant gewesen; damit die Zuschauer vor der Leinwand nicht komplett durchdrehen. In jedem Fall gibt es für -Der Name der Leute- von mir die Empfehlung zum Anschauen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nomen est omen? Oder doch eher Schall und Rauch?,
Von T. Baumgartner "Berlinoise" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Name der Leute (DVD)
"Auf den Namen sch... wir!"So der Schlußsatz und die Quintessenz dieses überaus witzigen und fantasievollen Kinoerfolges aus Frankreich. Arthur Martin, Tierarzt, trägt einen der in Frankreich meistverbreiteten Namen und ist darüber auch gar nicht allzu unglücklich, kommt es seinem zurückhaltenden Naturell doch sehr entgegen, möglichst unauffällig in der Menge untertauchen zu können. Lediglich die Tatsache, daß man ihn immer und überall fragt, ob er mit dem gleichnamigen Hersteller von Küchengeräten zu tun habe, ist manchmal etwas lästig, aber immer noch besser, als wenn seine Mutter den von ihr favorisierten Vornamen Rémy durchgesetzt hätte... Bahia Benmahmoud, quirlige Tochter eines algerischen Einwanderers und einer friedensbewegten französischen Mutter, ist in ganz Frankreich die einzige mit diesem Namen und stolz darauf, wenngleich sie auch ständig richtig stellen muss, daß der Name Bahia nicht brasilianisch, sondern algerisch ist. Die temperamentvolle junge Frau hat keinen festen Job, ist aber eine überaus engagierte linke Politaktivistin, die nahezu ununterbrochen eine Menge plappert (darunter auch eine Menge Unsinn), aber ihr großes goldenes Herz auf dem rechten Fleck trägt und sich vehement für alle gerade verfügbaren Randgruppen und Minderheiten einsetzt. Als Arthur im Radio über die Gefahren der Vogelgrippe berichtet, stürmt Bahia, die gerade im Telefoncenter des Senders jobbt, das Studio, beschimpft Arthur als Panikmacher und "Fascho" (eines ihrer Lieblingswörter, wie wir alsbald feststellen werden) und setzt damit sowohl der Sendung als auch ihrem Job ein jähes Ende. Dennoch landet sie zusammen mit Arthur in einem Restaurant, gehört es doch zu ihren "Hobbies", ganz im Sinne ihrer Hippie-Mutter "Make love, not war" Männer, die nicht wie sie linkspolitisch überzeugt sind, mithilfe von heißem Sex zu "bekehren", und wer könnte dazu geeigneter sein als der offensichtlich erzrechtskonservative und spießige Arthur - merkt man doch schließlich schon an seinem Namen, oder?! Als sich jedoch herausstellt, daß Arthur überzeugter Linkswähler und glühender Jospin-Anhänger ist, muss Bahia feststellen, daß ihre Überzeugungsarbeiten in seinem Fall nicht nötig sind. Trotzdem gefällt ihr der leicht verklemmte Ornithologe irgendwie, und auch Arthur hat Feuer für das Temperamentsbündel gefangen, und so beginnt eine überaus stürmische und leidenschaftliche, oft skurrile und ganz und gar nicht immer politisch korrekte Liebesgeschichte, in deren Verlauf Arthurs bislang wohlgeordnetes Leben gründlich auf den Kopf gestellt wird und er sich endlich auch seinen wohlgehüteten Familiengeheimnissen stellen muss... In deren Verlauf wird aus Zerstreutheit nackt Metro gefahren, Scheinehen zu Einwanderungszwecken werden geschlossen bzw verweigert, auf dem Markt werden Krebse gekauft, um sie am Meer in die Freiheit zu entlassen (nicht, ohne darüber zu sinnieren, wie ungerecht es doch ist, daß das Leben eines Krebses mehr wert ist als das einer Krabbe, aber weniger als das eines Hummers), Arthurs Idol Lionel Jospin (Gastauftritt!) erscheint als "Geschenk" in dessen Wohnung und man erfährt, wie und warum Nicolas Sarkozy französischer Staatspräsident wurde. Trotz der offensichtlichen Botschaft für Toleranz und gegen Vorurteile und Ausländerfeindlichkeit ist "Der Name der Leute" in erster Linie eines, nämlich unheimlich witzig und fantasievoll. So werden Arthurs Erzählungen über seine Famile mit einer blutjungen Frau als seine Mutter und einem älteren Herrn als sein Vater bebildert, da er sich diesen einfach nicht als jungen Mann vorstellen kann, Arthurs Erlebnisse werden von seinen verstorbenen Großeltern, die er nie kennengelernt hat und von ihm selbst als Teenager begleitet und kommentiert und vieles mehr. Darüber hinaus ist der Film mit Jacques Gamblin und Sara Forestier wunderbar besetzt und es macht wirklich Spaß, diesem charmanten "Gegensätze ziehen sich an"-Pärchen zuzusehen. Jacques Gamblin war für seine Rolle nach "Pédale douce" und "Le premier jour du reste de ta vie" zum dritten Mal für den César nominiert, hat ihn allerdings wiederum leider nicht bekommen. Sara Forestier dagegen erhielt die Trophäe zum zweiten Mal. Ich habe einige Male wirklich Tränen gelacht und war auch einige Male sehr nachdenklich und berührt. Der Film hat mich nach dem Abspann noch längere Zeit beschäftigt und mich einfach gutgelaunt zurückgelassen. Was kann man über einen Film schöneres sagen?! Ich kann diesen wunderbaren und wirklich ungewöhnlichen Film allen Liebhabern europäischer Filme nur empfehlen und wärmstens ans Herz legen. Von mir gibt es daher alle verfügbaren Sternchen. Ich empfehle an dieser Stelle auch den Soundtrack zum Film. Das wunderschöne Titellied "De Bénisaf à Salonique" wird vom Regisseur Michel Leclerc und seiner algerischen Lebensgefährtin Baya Kasmi, deren Liebesgeschichte den Film inspiriert hat, selber gesungen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Drum prüfe wer sich bindet,,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Name der Leute (DVD)
Mit Bahia Benmahmoud und Arthur Martin hat sich ein Paar gefunden, dass nicht unterschiedlicher sein könnte. Bahia ist spontan und streitbar; Arthur dagegen nachdenklich und ruhig. Schon beim Kennenlernen geht die Initiative von Bahia aus. Die beiden ungleichen Elemente lösen ein Feuerwerk an Witz und Parodie aus.Die Geschichte wird flott und humorvoll erzählt. Damit sind alle Trümpfe bei der Protagonistin, die diese Punkte auf sich vereint. Aber auch der ein wenig langsamere männliche Part kann punkten. Die eigentliche Stärke der Story sind die Charakteren seiner Figuren, die sich ein wahres Brainstorming leisten. Dabei treten die Szenenbilder dezent in den Hintergrund. Regie und Schauspielern ist eine feine zeitnahe Komödie gelungen, die auch zum Nachdenken anregt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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