"Tekken" war 1994 eines der ersten dreidimensionalen Games, die auf dem Spielemarkt erhältlich waren. Der Erfolg hielt sich im Gegensatz zum bahnbrechenden "
Tekken 3 - Platinum" in Grenzen, obwohl das Spiel eine Vielzahl von Konsolenzocker und Spielautomatenfreaks in seinen Bann ziehen konnte. Die neuartige 3D-Graphik galt als visuelle Intensivierung und war somit das Vorbild für weltbekannte Nachzügler des Beat'-Em-Up Genres. In damaligen Verhältnissen war "Tekken" graphisch und technisch gesehen auf dem neusten Stand. Vor allem der Vorspann und der Abspann der einzelnen Spielfiguren sind beeindruckend gestaltet. Das CD-Format für die Playstation ermöglicht qualitativ hochwertige Sounds. Im Vergleich aus heutiger Sicht ist nichts davon beeindruckend, da man nun 15 Jahre später wesentlich besseres gewohnt ist. Aber nun zum Spiel:
Es gibt nur zwei Modi (!). Im Arcade-Mode gilt es mit einer der acht Kämpfer das Tunier zu gewinnen. Bei jedem Schläger korrespondiert in der vorletzten Runde ein zugehöriger Gegenspieler. Final Boss ist Heihachi Mishima, der Gastgeber und Tunierveranstalter vom "Iron Fist Tournament". Fans werden mit den Namen der Klopper was anfangen können: Michelle Chang, Jack, King, Marshall Law, Kazuya Mishima, Paul Phoenix, Nina Williams und Yoshimitsu. Freigeschalten werden können: Armor King, Lee Chalon, Devil, Ganryu, Wang Jinrei, Kuma, Kunimitsu, Heihachi Mishima, Prototyp Jack und Anna Williams.
Im VS-Mode kann man einem Freund die Stirn bieten. Das war's.
Die Kämpfe finden in den verschiedensten Arenen statt, wie beispielweise an einem Strand, vor einem Tempel, mitten in einem Sportstadion, auf einem Hochhaus in Chicago oder in Venedig. Die schlichtgehaltenen 2D-Hintergründe sollen zumindest diesen Eindruck erwecken. Die Plattform ist aufs Unendliche ausgelegt, so dass man sich beim Kämpfen nur kreisförmig bewegt und der Hintergrund nie erreicht werden kann.
Die Kampftechniken der Spieler sind kaum spektakulär und nicht wirklich abwechslungsreich, sondern eher charakteristisch für die jeweilige Kampfsportart (Wrestling, Karate, Judo, Schwertkampf, Sumo...). Außerdem ist der Controller mit der Ausführung der Tritte und Schläge äußerst langsam abgestimmt, wenn man den Vergleich zu den nachfolgenden Vertretern der Tekken-Saga zieht. Während der Computer flink und effektiv auf einen reindrischt, versucht man vergeblich wenigstens einen ergiebigen Tritt auszuführen. Und ich bin nicht erst neulich im Besitz dieses Spiels. Glücklicherweise hat sich dieses Manko im Laufe der Reihe erheblich verbessert.
Ich als begeisterter Anhänger der Tekken-Saga lege die Spiel-CD nur noch aus nostalgischen Gründen in mein PS-Laufwerk ein. Konnte mich als Kind darüber amüsieren, heute hingegen existieren weitaus spaßigere Alternativen. Und mit lediglich zwei Modi hat man schon innerhalb einer halben Stunde alles gesehen. Insgesamt ist "Tekken" ein bedeutender Vertreter der Prügelspiele gewesen, von einem Spaßfaktor allerdings kann in der jetzigen Gegenwart kaum noch die Rede sein. Hardcore Fans empfehle ich dieses Spiel trotzdem als Ergänzung.