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Namco entdeckte die XBOX als ideale Hardwareplattform und rief das so genannten `Breakdown Project' ins Leben. 2003 präsentierte man dann sein erstes eigenes Adventure der neuen Generation - das Ego-Horror-Action-Adventure-Spiel „Breakdown".
Und tatsächlich, nach den ersten Minuten hat man tatsächlich das Gefühl mittendrin, statt nur dabei zu sein ! Die Ego-Sicht, aus welcher Türen geöffnet und Waffen bedient werden, aber auch Nahrung aufgenommen wird, erinnert an das Horror-Film-Spiel „D" (1996) - nur dass diesmal keine vorgerenderten Filmchen abgespult werden, sondern alles in Echtzeit passiert.
Etwas problematisch gestaltet sich die Ego-Perspektive allerdings schon. Die Steuerung der Blickrichtung reagiert - trotz vorhandener Einstellmöglichkeit - etwas zu sensibel, der Blickpunkt selbst wirkt niedrig und auch sonst hat man (besonders anfangs) das Gefühl nicht alles optimal im Griff zu haben. Die Idee, neben den vier verfügbaren Schusswaffen auch diverse Schlag- und Trittkombinationen zu Verteidigungszwecken anzuwenden ist ganz gut gelungen, aber nicht hundertprozentig ausgereift. Zwar können alle konventionellen Beat'em Up-Kombinationen (einschließlich Uppercut, Salti und später auch der Abschuss von Energiewellen) angewandt werden, doch die Orientierung fällt nach jedem eigenen Bodengang schwer.
Interessanter Weise scheint die „Matrix"-Trilogie eine Inspirationsquelle der Programmierer gewesen zu sein. Ein paar Animationen und auch Teile des Sounds erinnern dezent an das Zelluloidvorbild. Musikalisch hält sich der Titel insgesamt aber eher zurück, sodass oftmals nur der Atem des Protagonisten zu hören sind. Erst zum Ende hin spielt sich der treibende Soundtrack in den Vordergrund.
Der große Kritikpunkt des Spiels dürft die Grafik sein. Oberflächlich betrachtet könnte man von einem PlayStation 2 - Spiel der ersten Generation sprechen. Viele triste Gänge, grau als Hauptfarbton des Spiels und auch sonst hat man selten das Gefühl ein XBOX-Spiel zu spielen.
Doch man mag es kaum glauben, aber die kargen Grau-in-grau-Texturen haben storytechnisch einen Sinn ! Das gilt sogar für die vielen leeren und tristen Gänge. Allerdings rechtfertigen diese Elemente noch lange nicht die teils erschreckend niedrige Auflösung der Texturen und den mangelnden Anti-Aliasing-Einsatz zwecks Kantenglättung.
Wer jedoch nicht nur auf die Äußerlichkeiten schaut, der bekommt mit „Breakdown" eines der Spiele präsentiert, die man wohl nicht mehr so schnell vergisst. Die mysteriöse Geschichte, die zwar scheinbar als belanglose „Ich-kann-mich-an-nichts-erinnern-aber-ich-muss-hier-raus-Story" beginnt , entpuppt sich nach und nach als kinoreifes, gänzlich unvorhersehbares Abenteuer ! Viele Elemente, die grafisch ansprechend aufgepeppt wurden, sorgen für ein grandioses, enorm spannendes Videospielerlebnis.
Hier ein Beispiel : Nichts ahnend schleicht man allein durch einen langen leeren Korridor. Plötzlich verzerrt das Bild und die eigene Hand beginnt zu mutieren. Eine Katze taucht aus dem Nichts aus und verschwindet um eine Ecke. Wir folgen ihr und stehen plötzlich im Freien, auf dem postapokalyptischen Feld einer atomaren Verwüstung. Mehrere Autowracks ragen aus Sandbergen, eine Ampel hängt schräg über dem Gelände. Häuserruinen und aufgetürmte Leichen zeichnen das Bild eines verlorenen Krieges. Ein Sandsturm erschwert die Sicht. Als wir eine Tür mitten im Nichts durchschreiten, verzerrt das Bild abermals und wir stehen wieder in einem langen, leeren Korridor.
Noch ein Beispiel ? OK ! Wir treffen einen Wissenschaftler, der versucht Licht in das Dunkel der verzwickten Geschehnisse zu bringen. Doch seine Erklärungen verwirren uns. Wir fahren mit ihm eine lange Rolltreppe hinab in die Tiefe. Ein anderer Wissenschaftler gesellt sich hinzu und beginnt eine Konversation. Am unteren Ende erreichen wir eine Tür und gehen hindurch. Wieder sind wir allein und das Bild hellt stark auf. Wir rennen Gänge entlang, eine Treppe hinauf und sehen uns kurz in einem Spiegel. Merkwürdiger Weise haben wir einen weißen Kittel an. Dann durchschreiten wir eine Tür und sehen uns plötzlich selbst die Rolltreppe hinunter fahren. Dann beobachten wir die beiden Wissenschaftler, wie sie abermals das selbe Gespräch führen. Eine Zeitverschiebung ? Einbildung ?
Diese Beispiele sind nur ein Bruchteil der vielen innovativen Ideen, welche sich die Programmier für „Breakdown" haben einfallen lassen. Zwar lassen einige Hinweise den wahren Hintergrund der Geschehnisse (und der verwendeten Optik) vorab erahnen, aber daran soll das einmalige Erlebnis nicht scheitern. Viele Charaktere, die einem während der fortschreitenden Geschichte begegnen, geben sich sehr geheimnisvoll und es gibt wahrlich viel zu entdecken. Da wäre z.B. eine gigantische Mumienhand, die den gesamten Lagerraum eines Forschungslabors füllt oder merkwürdige organische Portale - doch was davon ist auch wirklich real ?
Verschiedene Actioneinlagen, Kletterpartien, Fahren mit einer unterirdischen Bahn oder der Sprung mit einem Auto über eine zerstörte Brücke halten die Motivation stets auf einem gehobenen Niveau. Abenteurer kommen ebenso auf ihre Kosten wie auch actionverwöhnte Ego-Shooter-Fans !
Während des Spiels werden nach und nach diverse Bilder von Spielszenen und Konzeptzeichnungen sowie der gesamte Soundtrack freigeschaltet. Zwar gibt es auch zum Ende hin einige spielerische Längen, frustrierende Sprungpassagen und ein paar nervige Kämpfe, doch fair platzierte Checkpoints lassen nur in sehr wenigen Situationen kurzzeitig Frust aufkommen.
Insgesamt hat Namco mit „Breakdown" eines der b e s t e n Spiele für die XBOX abgeliefert !
STÄRKEN UND SCHWÄCHEN
P O S I T I V
+ einmaliger Genre-Mix
+ innovative Ego-Perspektive
+ spannende, atmosphärische Story
+ beinhaltet noch nie gezeigte Ideen
+ eigenständiger Grafikstil
+ interessante Charaktere
+ fair platzierte Checkpoints
+ 5 Schwierigkeitsgrade
+ Bonusgalerie und Soundtrackmenü
N E G A T I V
- grafisch äußerst durchwachsen
- niedrige Auflösung der Texturen
- keine Kantenglättung
- gewöhnungsbedürftige Steuerung
- ein paar spielerische Längen
- sehr nervige Sprungpassagen
BEWERTUNG
Grafik : 71 % Sound : 74 % Story : 90 % Spaß : 84 %
Schwierigkeitsgrad : mittel
Spielzeit : ca. 10 - 15 Stunden
Andere Umsetzungen : keine
Alternativen : „D" (PlayStation, Saturn, PC) / „Half Life" (PlayStation 2, PC)
FAZIT
„Breakdown" ist trotz seiner Macken ein lohnendes Erlebnis ! Man könnte sagen es ist das „Killer 7" für die XBOX - quasi eines der innovativsten und mutigsten Videospielprojekte der letzten Zeit.
Was mir persönlich allerdings des öfteren auffällt, ist die Tatsache, dass die 'echten' Videospieler zwar immer wieder nach innovativen Spielen verlangen, letztendlich aber dann doch Abstand halten, weil das jeweilige Produkt die grafischen Fähigkeiten ihrer Konsole nicht ausgenutzt, oder ihnen das andersartige Gameplay nicht Mainstream-lastig genug erscheint. Innovationen sind selten und sollten daher rentabel sein, ansonsten wird es in Zukunft nur noch 08/15-Shooter, simple Baukastenadventures und die jährlichen Sportspielupdates geben. Also, nur Mut zum Antesten - es lohnt sich wirklich !
+eine Atmospähre, als wäre man wirklich Teil des Spiels
-einige Gamedesign-Schwächen
-keine dt. Sprachausgabe
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