Videospiele aus dem Bereich des Wintersports gibt es nicht erst seit gestern, was die Masse an verfügbaren Titeln angeht, gibt es kaum etwas zu meckern. Im Hinblick auf die Anzahl an qualitativ hochwertigen Versionen sieht es da aber schon ganz anders aus, da machen auch die Games für die Sony Playstation 2 überhaupt keine Ausnahme, ganz im Gegenteil, gerade für Sonys 128-Bit-Konsole erschien speziell auf diesem Sektor nicht gerade selten unterdurchschnittliche Software und ab und an sogar richtiger Schrott, anders kann man es wirklich nicht sagen. Im Fall von Alpine Racer 3 von Namco kann ich mich nicht so recht entscheiden, ob ich diesen PS2-Titel denn nun noch halbwegs empfehlen kann oder nicht: um eben erwähnten Schrott handelt es sich zwar nicht, aber so richtig vom Hocker gerissen wurde ich wiederum auch nicht. Aufgrund der dann doch gewichtigen Mängel im Hinblick auf Design und Langzeitmotivation verstaubt dieses Sportspiel dann schließlich über kurz oder lang im Niemandsland, zumal besondere innovative Elemente hier nicht zur Geltung kommen. Speziell Kenner des Automatenvorbildes aus den Spielhallen werden von dieser PS2-Version enttäuscht sein, so richtig warm werden konnte ich mit dieser Spielkonsolen-Variante jedenfalls nicht, der berühmt-berüchtigte Funken sprang leider zu keinem Zeitpunkt über.
Da es sich offensichtlich um einen dritten Teil zu handeln scheint, suchen wir im großen Reich der Videospiele nach den beiden Vorgängern..... vergeblich, denn die ersten beiden Teile des alpinen Rennsportspektakels erschienen nur in den Spielhallen, insofern wir es im Fall von Alpine Racer 3 (doch) mit einer Premiere auf Sonys Konsole zu tun haben. Der Einstieg in dieses Wintersportspektakels geht schnell und zügig von statten, denn nachdem wir uns für einen Charakter entschieden haben, kann es auch schon losgehen. Zur Auswahl stehen sehr unterschiedliche Spielfiguren, die sich nicht nur in ihrem Aussehen (u.a. stehen ein Schulmädchen, Girlie und Möchtegern-Rapper zur Verfügung), sondern auch in ihren Grundfähigkeiten teils deutlich voneinander unterscheiden, die Hauptunterschiede sind im Hinblick auf Power, Beschleunigung, High Speed und Kurventechnik auszumachen. Natürlich empfiehlt es sich zu Beginn des Spiels, erst einmal die etwas langsameren, dafür aber eleganteren Figuren anzutesten, um sich erst einmal in Ruhe an das Gameplay zu gewöhnen. Erst später solltet Ihr (im Regelfall) die schnelleren Charaktere ausprobieren, die sich typischerweise erheblich schwieriger steuern lassen. Sowohl Snowboard-Fans als auch Freunde des alpinen Skisports (Nomen est Omen) kommen hier auf ihre Kosten, zumindest ansatzweise, denn in der Folgezeit braust Ihr steile Abhänge in einem halsbrecherischen Tempo hinunter.
Unterschiedliche Spielmodi gibt es natürlich auch, wobei es sich zunächst empfiehlt, in Einzel- bzw. Zeitrennen erste Erfahrungen mit der Steuerung der Figuren und den Rennstrecken zu machen. Dass wir es nicht gerade mit einer ernsthaften Wintersportsimulation zu tun haben, erkennen wir sehr schnell, denn hier kommt es nicht nur darauf an, möglichst elegant die Kurven zu meistern und somit schnelle Zeiten zu erzielen, sondern auch, reaktionsschnell urplötzlich auftauchenden Hindernissen wie frei stehenden Bäumen auszuweichen und Lawinen zu entkommen. Spätestens beim Durchfahren des örtlichen Tunnels, in dem uns regelmäßig Züge entgegenkommen, wird deutlich, dass wir es mit einem Fun-Racer zu tun haben, was ja grundsätzlich nicht verkehrt ist. Für Abwechslung sollen Querfeldeinrennen in einem 4er-Starterfeld, Slalom (alleine gegen die Zeit) und natürlich ein Meisterschaftsmodus sorgen. Letztere ist etwas ungewöhnlich ausgefallen, da wir uns quasi in einer Art K.-O.-System in einem Duell sozusagen von Runde zu Runde (hoffentlich) vorwärts kämpfen, nach acht (erfolgreichen) Rennen wartet dann das große Finale auf uns, welches auf einer sehr futuristisch angehauchten Rennstrecke ausgetragen wird. Dass dies nicht auf Anhieb alles so klappt wie gewünscht, versteht sich quasi von selbst, natürlich sollen wir uns mühsam Schritt für Schritt nach vorne kämpfen: durch die ersten zarten Erfolge gewinnen wir Preisgelder, woraufhin wir den frisch erworbenen Zaster in neue Kleidung und Ausrüstung stecken investieren, von einem ausgewachsenen Karrieremodus sprechen möchte ich aber mangels Tiefgang definitiv nicht.
Die Schwächen dieses Spiels werden schnell offensichtlich: primär zu bemängeln gibt es a zu geringen Spielumfang, denn im Grunde stehen uns lediglich drei unterschiedliche Strecken zur Verfügung, welche sich dann nur in leicht abgewandelter Form wiederholen, allein das ist mir persönlich zu wenig. Des Weiteren sind die Abfahrten an sich viel zu simpel konzipiert: was anfangs noch sehr einsteigerfreundlich rüberkommt, wird somit auf Dauer viel zu schnell langweilig. In der Folgezeit haben wir mehr mit den CPU-Konkurrenten zu kämpfen als mit den Rennpisten, denn diese holen den von uns hart erkämpften Vorsprung auf nicht nachvollziehbare Art und Weise immer wieder auf, praktisch wie von Geisterhand werden diese urplötzlich wieder nahe an uns heran geführt, das nervt auf Dauer erheblich. Schließlich ist es zwar nett (wenn auch bei einem solchen Game wie diesem hier eigentlich auch zwingend erforderlich), dass ein Zweispielermodus berücksichtigt wurde, die Splitscreen-Duelle sind aber nicht wirklich gut gelungen. Die sich nicht immer voll auf der Höhe befindende Kameraführung sorgt für chronische Übersichtsprobleme, außerdem missfiel mir der zu starke Nebel, der streckenweise für absolute Blindfahrten sorgte: offensichtlich sollte durch den dichten Nebel die Hardware der PS2 geschont und ein Ruckeln der Grafik auf diese wenig elegante Art und Weise vermieden werden, begeistert bin ich davon jedenfalls nicht, zumal angesichts der spartanischen Hintergründe der Prozessor bzw. die Rechenpower der PS2 nicht überfordert sein dürfte, schätze ich.
Die Präsentation ist letztlich der nächste gewichtige Schwachpunkt dieses Sportspiels, denn neben der sehr detailarm in Szene gesetzten Spielumgebung und der nicht immer ganz geglückten Perspektive sehen auch die Animationen der Spielfiguren auch nicht immer wie das Gelbe vom Ei aus: grundsätzlich hätte es sich im Fall von Alpine Racer 3 auch um ein Spiel für die alte Playstation handeln können, was sicherlich nicht gerade als Kompliment für diese PS2-Version zu verstehen ist. Einzig und allein die Slalomfahrt im Sonnenuntergang sorgt für ein bisschen stimmungsvolle Atmosphäre, das war es dann aber eigentlich auch schon. Die Soundkulisse ist im Übrigen nicht derart mitreißend, als dass wir durch abwechslungsreiche Rhythmen und krachende Soundeffekte in eine besonders dichte Spielatmosphäre eintauchen würden. Folgerichtig muss meine Spielspaßwertung mit gerade einmal 48% sehr bescheiden ausfallen, die Bezeichnung als mittelprächtig würde diesem unspektakulären PS2-Titel eher noch schmeicheln.
PLUS ---> Grundsätzlich interessante Spielmodi, schneller Einstieg durch (zu) simple Steuerung möglich, Fun-Faktor durch ungewöhnliche Hindernisse, nette Slalomfahrt im Sonnenuntergang
MINUS ---> Sehr unspektakuläre Aufmachung, insgesamt zu schlichte Präsentation, kaum Abwechslung und Spannung, zu geringer Spielumfang, nicht nachvollziehbares Übervorteilen der CPU-Konkurrenz, wenig mitreißender Zweispielermodus