Naked Lunch ist ein Film, bei dem es besonders schwer fällt, sich eine Meinung zu bilden.
Die Frage ist, wie dieses Stück Kunst ohne das zugehörige Buch aufgenommen würde. Jedoch ist es natürlich absolut richtig einen Film auch in seinem Kontext zu bewerten und eben nicht nur auf sich selbst bezogen.
Zuerst eine Warnung: der Film ist anstrengend. Sowohl sein Inhalt, als auch seine Bilder fordern dem Zuschauer eine ganze Menge ab.
Naked Lunch ist nicht nur die Verfilmung des gleichnamigen Buchs von S. Burroughs, sondern verschmilzt den Inhalt des Buches mit der Biographie des Autors. Dies macht einen großen Reiz des Filmes aus. Wer das Buch gelesen hat und sich etwas mit der Biographie des Autors auskennt, wird viel Freude daran haben die einzelnen Szenen auseinander zu nehmen. Zusätzliche Aufwertung gewinnt der Film durch die wirklich hervorragende Perfomance von Peter Weller.
Wer weder Buch, noch Autor kennt, der wird eher weniger Spaß am Film haben. Eine vorherige Lektüre des beiliegenden Booklets ist zudem durchaus empfehlenswert. Der Film lebt nicht von seiner ausgefeilten, spannenden Geschichte. Man verdirbt sich also nichts, wenn man Teile der Story schon vorher kennt. Der Zugang zum Film und damit das Sehvergnügen wird aber extrem erhöht.
Deswegen kann jeder, der nicht zur Arthaus-Edition greift und/oder sich vorher umfangreich belesen hat, durchaus einen bis zwei Sterne in der Bewertung abziehen.