Nach dem aus meiner Sicht überaus gelungenen "Naked Fear 1", den ich jedem Genre-Fan nur empfehlen kann, gebe ich offen zu, dass mich dieser Film doch ordentlich enttäuscht hat.
Diesem Film fehlen leider völlig die Spannung, die flotte und mitreißende Aktion sowie die Dramatik und auch die Härte des ersten Titels. Statt einer wendungs- und actionreichen Verfolgungs-Jagd durch Canyon und Wälder mit ordentlichen Schocker-Szenen spielt sich das Geschehen diesmal fast ausschließlich auf einer einsamen Ranch ab. Damit ist die Dynamik des Films quasi schon dahin.
Dritte Personen kommen diesmal kaum ins Spiel, wenn sind sie meist schneller erledigt als das sie auf der Bildfläche erscheinen konnten. Das Katz und Maus-Spiel zwischen Täter und Opfer ist zudem leider überaus oberflächlich und stümperhaft in Szene gesetzt, auf weitere Story-Elemente wird beinahe ganz verzichtet. Einziges erwähnenswertes Element sind wiederkehrende Rückblenden in die Kindheit des Opfers, auf die man aber im Grunde genauso gut hätte verzichten können. Die Story an sich fällt somit überaus flach aus, einige Szenen sind regelrecht zum Haare raufen.
Die schauspielerischen Leistungen sind ebenso bescheiden, die Bilder welche die Darsteller von den Charakteren zeichnen nur wenig ansprechend. Da wäre der Täter, der sich nicht einig werden kann, ob er sein Opfer zur Flucht bewegen und dann in den Rücken schießen oder doch lieber auf Dauer zu seiner Gespielin machen soll und das Opfer, welches sich über '3/4 des Films in eher dilettantischen Fluchtversuchen übt, nur um dann im letzten Moment (sprich eine Viertelstunde vor Schluss) wie aus dem Nichts doch noch das Ruder rumzureißen. Nicht zu vergessen auch der Opa des Opfers, der seiner dabei heulenden Enkelin im Kindsalter unbedingt beibringen muss wie man ein Tier erschießt - und dem Kind damit wahrscheinlich ein lebenslanges Trauma verpasst - um dann selbst im entscheidenden Moment auf der ganzen Linie zu versagen.
Was bleibt ist eher bescheidene Abendunterhaltung und die Erkenntnis, dass man sich besser zum zweiten Mal den ersten Teil angeschaut hätte - vor allem weil die so hoch gepriesene Revanche-Jagd des ursprünglichen Opfers nach dem Täter am Ende einfach nur zur lächerlichen Farce wird - und auch nicht mehr als die letzten 15 Minuten einnimmt. Aber zum Glück ist auch diese recht zähe Geschichte ja bereits nach 83 Minuten vorbei. Nennenswerte Extras sucht man im Übrigen vergeblich, Bild- und Tonqualität gehen in Ordnung, Überraschungen gibt es aber auch hier keine. Bleibt die Hoffnung, das der bereits angekündigte dritte Teil es wieder besser macht - man darf gespannt sein.