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In siebzehn Episoden hat der Amerikaner Sedaris, der auf dem Buchcover harmlos, freundlich und sympathisch lächelt, autobiographische Erlebnisse festgehalten. Aber was für welche!
Es beginnt mit den Macken, die David während seiner Schulzeit befallen. Eigentlich sind die genau sechshundertsiebenunddreißig Schritte des Heimwegs harmlos. Bei seiner Tour hat er jedoch alle Briefkästen mit der Zunge anzutippen und auffallende Grashalme zu berühren. Sollte er vergessen haben, den Lichtschalter in der Schule abzulecken, dann muß das Spiel wiederholt werden. Daß die Lehrerin die Eltern Davids um ein Gespräch bittet, ist leicht verständlich.
Auch seine Schwestern sind für die Lehrer nicht einfach. "Die Mädchen in meiner Familie spielten nicht Puppenhaus mit Puppenherd; sie spielten Puppenbesserungsanstalt mit Puppenberuhigungszelle."
Man könnte noch seitenlang aus diesem absolut schrägen Roman zitieren, der mit einer satten Portion Komik das normale Leben eines nicht ganz alltäglichen jungen Mannes erzählt. Der Garant dafür, daß den deutschen Lesern auch wirklich keine der witzigen Formulierungen unterschlagen wird, ist kein geringerer als Harry Rowohlt. Kenner wissen, daß man sich auf ihn bei dieser Arbeit verlassen kann. Er ist ein Meister des richtigen Tons. --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Hitchhiking - David Sedaris trampt von einem Bundesstaat zum anderen und erzählt den Leuten die sich seiner erbarmen die fantastischsten Geschichten über sein Leben. Und genau wie sie kann sich auch der Leser nie ganz sicher sein: Ist das noch die maßlos übertriebene Wahrheit oder schon die reinste, frechste Lüge?
Sedaris erzählt nicht einfühlsam sondern hart, ungeschminkt und zynisch. Doch genau das (und natürlich seine großartige Sprache) macht ihn und seine Geschichten so sympathisch. Durch diesen Stil versucht er eine große Menschenliebe zu verbergen, was nicht immer ganz klappt - denn ganau dadurch (und nicht durch tränendrüßen-drückende, kitschige Abhandulngen über kleine und große Schicksale) verrät er sich und seine Liebe zu den Menschen.
Ein großes Lob auch dem Übersetzer Harry Rowolth: ohne sein Gespür uns sein Talent wäre das Buch in der deutschen Übersetzung nicht zu diesem Meisterwerk geworden.
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