INTRO
Nach Frederik Schikowskis Mini-LP Mein kleines Pony erblickt im grenzüberspannenden Experimentierfeld von Lux Nigra eine zweite Pop-Überraschung das Licht der Welt. Zorns The Citys Collapsing (but not tonight) ist die Chronologie einer Ausgeh-Nacht, von Schatten und Staub über Rock the boat bis Nachtbus. Schon kurz vor elf steht fest: der Flow stimmt. Holpernd, aber geschmeidig zieht der Sequenzer seine Bahn, schaltet die Dub-Orgel an, bringt kleine Glocken zum Schwingen, stöbert auf Nebenbahnen im Fundus metallischen Gerölls und versetzt so ziemlich alles in Bewegung was Ohren und Beine hat. Digitale Strukturierung von organisch klingenden Patterns, die eine schöne Mischung darstellen aus Kühle und der ernstgemeinten Einladung, in Trance zu verfallen und mitzuschweben. Die Beats als Spitze eines sich jedesmal anders in Bewegung setzenden Rhythmusgefüges sind wie emsige Bienchen, schieben knallend, aber filigran voran und zeigen an ausgewählten Stellen ihre Macht, wenn sie ohne Vorwarnung beginnen, gegen den Strich zu laufen und alle Partikel innerhalb einer Zehntelsekunde in die Gegenrichtung zu magnetisieren, um dann in einer ganz anderen Spur weiterzumachen. Oder sie tun nur so, und in Wirklichkeit bleibt alles wie gehabt. Man würde gerne einen Blick auf Zorns Monitor werfen, um Aufschluss darüber zu erhalten. Aber wer will schon was über Strukturen wissen, wenn doch Soul im Spiel ist, und Melodien, die, selbstgewiss in sich ruhend, ihr Wissen kundtun, dass nichts, aber auch gar nichts schiefgehen kann? Zumindest nicht heute nacht.
Hendrik Kröz / Intro - Musik & so
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Mit lärmender Noise-Musik begann John Zorns Europa-Karriere. Inzwischen ist der Altsaxophonist bei Rhythm And Blues und Country angelangt - und trötet dazwischen so lärmig-rotzig wie einst. Facettenmusik spielt er, abrupt geschnittene Klangmuster zu unsichtbaren Filmen. Bei Ennio Morricone lieh er sich das Thema von Sicilian Clan aus, bei John Barry das James Bond Theme. Der Witz von Bill Frisell (Gitarre), Wayne Horvitz (Keyboards), Fred Grith (Baß) und Joey Baron (Schlagzeug) paßt bestens.
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Stereoplay
Das ist die unbekümmertste Jazzplatte seit langem! Hier auf "Naked City" - so benannt nach einer uralten Krimi-Klamotte - werden die Stillosigkeit, der hemmungslose Eklektizismus des John Zorn zum Prinzip erhoben. Da geht es mitunter drunter und drüber, türmt sich offenkundiger Lärm mit der Musik mindestens dreier Jahrzehnte zu gigantischen Klanggebilden von oft bestürzender Kürze (Höhepunkt der Verknappung: "Hammerhead" mit nackten 8 Sekunden!) - zügellos aber wird die Musik von John Zorn deswegen noch lange nicht. Dieser Meister der Collage, der mit sicherem Gespür für Effekte eine Leiche aufs Cover packte, hat für jeden noch so groben Klotz einen Keil: Das hämmernde Stride-Piano mit röhrendem Saxophon wechselt wie selbstverständlich zu rohesten Free-Passagen, dazwischen wird lässig augenzwinkernd eine Runde Rhythm & Blues verbraten, und über das Fingerschnippen wundert man sich schon gar nicht mehr - vor allem nicht über das eigene. Gnadenlos jongliert John Zorn unter tatkräftiger Assistenz von Bill Frisell (Gitarre), Fred Frith (Baß), Wayne Horvitz (Keyboards) und Joey Baron (Drums) mit den Hörerwartungen, reißt seine irritiert fasziniert staunenden Zuhörer von einer Überraschung zur nächsten. Kein Wunder, daß Kino-Freak Zorn auch mit Vergnügen "Batman", Ennio Morricones "Sicilian Clan" und das "James Bond Theme" durch den Wolf dreht, immer mit jenem leicht überzogenen Humor, der "Naked City" so außerordentlich spritzig und amüsant macht. Die absolute Hit-Scheibe für die nächste Champagner-Party, empfohlen von ...
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Produktbeschreibungen
Amazing & groundbreaking 1989 exploration of classic soundtracks.. features Bill Frisell, Fred Frith. Import only.