In einer manchmal harten, aber anschaulichen Sprache beschreibt der Roman das Leben der benachteiligten Bevölkerung in einer Großstadt in Kenia. Beim Lesen fühlt man sich hineingenommen in die Welt von "downtown" Nairobi. Teilweise tragisch und bedrückend, auf jeden Fall aber realistisch beschreibt dieses Buch, das Leben von Menschen, die im Elend leben, aber trotzdem ihren Lebensmut nicht verlieren. Auch an Sarkasmus fehlt es nicht, der wohl notwendig ist, um die beschriebene Hoffnungslosigkeit zu ertragen.
Am Ende des Buches bleibt ein Nachgeschmack für den europäischen Leser. Man kommt ins Grübeln, was unser sogenannter Fortschritt für Auswirkungen in den afrikanischen Ländern hat, wo Millionen Menschen von ihrer Tradition entwurzelt im Elend der Großstädte leben. Exemplarisch hierfür steht das Leben des Arbeiters Ben, dessen (Über-)Leben in dem Roman "Nairobi River Road" beschrieben wird.
Ich habe dieses Buch vor und nach meinem einjährigen Aufenthalt in Nairobi gelesen. Es ist jedem zu empfehlen, der sich für Kenia und seine Menschen wirklich interessiert und sich nicht nur mit wildromantischer europäischer Litaratur über Afrika zufrieden gibt. Für jeden, der längere Zeit in Nairobi war, ist dieses Buch ein absolutes muss.
Für jüngere Leser ist auch das Kinder- und Jugendbuch "Kariuki" von Meja Mewangi zu empfehlen!