"Naina" ist ein Remake von dem 2002 erschienen Film "The Eye", welcher, wie boese Zungen behaupten, ein gnadenloses Abkupfern von "The sixth sense" sein soll, ein Horror-Film also, made in Bollywood.
Schon dieser Aspekt war interessant genug, da ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte, wie Tanzchoreographien zwischen toten Menschen wirken koennten. Beantwortet wurde diese Frage nicht wirklich, da darauf vollends verzichtet wurde und wir es so also lediglich mit einem irre bunten, bilderreichem Film zu tun haben, der alle Szenen anderer Werke mit einbaut, die nicht niet- und nagelfest zu sein scheinen. Die Musik von "The Ring", Sachen aus "Dark Water" und klar- "The sixth sense". Okay, gut geklaut ist immerhin besser als schlecht erfunden, aber mein Gott, warum muss es denn schon eine grottige Vorlage sein, die man auswaehlt?
Dabei koennte man aus diesem Thema so richtig gut etwas machen.
Aber wie in "The Eye" braucht die Protagonistin ewig, um mitzubekommen, was eigentlich mit ihr passiert, den groessten Teil des Filmes. Der Zuschauer haelt diese Flut an verschwommenen Personen, seltsamen Situationen und kryptischen, bildhaften Andeutungen nur deshalb aus, weil er immer glaubt, im naechsten Moment passiere etwas aufregend Spannendes.
Der einzige Vorteil gegenueber "The Eye" ist , dass "Naina" zumindest durch eine perfekte Bildgestaltung nebst Kulissen glaenzt. Das kann Bollywood, sogar besser als alle anderen.
Statt aber den Fokus auf die eigentliche Problematik, die Kassandra-Figur Naina und die Warnungen, die belacht und ignoriert werden, zu legen, was seinerzeit das Original schon versaeumte, wird dieser Film zum richtigen Abklatsch, der seelen- und ideenlos wirkt, obwohl man doch haette daraus lernen muessen und es besser machen koennen.
Auch die schauspielerische Leistung war in Bollywood schon mal besser.
Der Hauptdarstellerin gelingt es nicht wirklich, den Zuschauer emotional an ihr Schicksal zu binden, sei es, dass sie die unschuldige, naive junge Frau anfangs zum Erbrechen ueberzogen spielt und es dadurch nicht mehr schafft, die Wandlung zur Kaempferin glaubhaft darzustellen oder dass ihre Verkoerperung von Angst immer den Eindruck des Duemmlichen mit vermittelt.
Es bleibt ein mittelpraechtiger Film zurueck, der wundervoll bebildert ist, aber der keine eigene Vision hat und das Thema ebenso verfehlt wie das Original, wodurch Langeweile garantiert wird.
Fazit:
Wer das Original gesehen hat, sollte tunlichst die Finger von "Naina" lassen, denn neue Eindruecke oder Ideen werden nicht vermittelt.
Den anderen kann man diesen Film dann empfehlen, wenn sie stimmige Bilder einem schwaechelnden Plot vorziehen.
Im Erschaffen von Atmosphaere ist Bollywood wirklich gut. Gerade die Szenen in Indien sind grandios gelungen. Wer einen blutigen Horrofilm erwartet, wird bitter enttaeuscht, denn gruselig ist das Ganze gar nicht, da es kein richtig boesartiges oder brutales Element in der Geschichte gibt.
Dafuer wurde die eigentliche Problematik der Seherin, die nirgendwo Gehoer findet, nicht umfangreich genug ausgearbeitet.
2-3 Sterne