Wer das Gefühl hat, immer wieder die gleichen - schlechten - Erfahrungen in Beziehungen zu machen, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Die Autoren gehen, grob zusammengefaßt, von der These aus, daß jeder Mensch mehr oder weniger starke Bindungsangst hat, welche die Suche nach Liebe schwierig macht. Dies führt dazu, daß sie vor Nähe ausweichen, entweder durch aktives Verhalten (Beziehung beenden, auf starke Distanz gehen) oder durch passives Verhalten (sich jemanden aussuchen, der von selbst aktiv auf Distanz geht). Was dieses Buch meiner Meinung nach so stark macht, ist die Tatsache, daß man viel an und in sich selbst entdeckt, das einem Beziehungen erschwert. Ich habe angefangen, in meinen - glücklichen wie unglücklichen - Lieben und Liebschaften Muster zu entdecken und sie in Zukunft hoffentlich zu vermeiden. Die Autoren erreichen dies zum einen durch die vielen Beispiele, die sich durch den Text ziehen. Viele sind ziemlich krass, aber hat nicht Freud gesagt, daß die "Krankheit" sich von der "Normalität" nur durch die Quantität, also die Stärke, unterscheidet? Krassheit kann augenöffnend sein. Zum anderen enthält das Buch einige Kapitel mit Fragen, mit deren Hilfe man ein recht gutes Gefühl dafür bekommt, wo bei einem selbst die Bindungsprobleme und -ängste liegen. Alles in allem: ein gutes Buch. Ich nehme es regelmäßig in die Hand, wenn ich das Gefühl habe, daß mit meinen Beziehungen etwas nicht stimmt.