"Nagetiere" ist eine Neuauflage eines Sachbuches, das erstmals 1932 gedruckt wurde.
Es zeichnet sich durch eine für heutige Verhältnisse unfreiwillige sprachliche Komik aus. Naturforscher Floericke verleiht den Tieren nicht nur sehr menschliche Eigenschaften, sondern teilt sie knallhart in Gut und Böse ein. So seien Stachelschweine "strunzdumm, träge, stumpfsinnig und extrem furchtsam", Zwergmäuse betören mit ihrem "unbeschreiblich anmutigen Wickelschwanz", aber am schlimmsten kommt vielleicht der Hamster weg: "Er ist ein Geizhals sondergleichen, und nicht umsonst hat man ihn zum Urbild des Hamsterns genommen."
Ergänzt werden die Kapitel durch viele amüsante Fußnoten des Herausgebers Jan Nersöö und den possierlichen Illustrationen von Johannes Heldrich.
Man kann "Nagetiere" als ein nicht mehr der heutigen Zeit entsprechendes biologisches Nachschlagewerk betrachten. Man sollte es aber vielmehr als ein urkomisches Zeitzeugnis sehen, dass den Leser ums ein oder andere Mal verblüfft und ihm ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Und sei es bloß auf Kosten dieser wirklich gemeinen, habgierigen, garstigen Hamster.