Richter Di ist nach Pei-tscho, einem Stadtbezirk an der Nordgrenze des Tang-Reiches, versetzt worden, wo die chinesische Armee gegen die tatarischen Barbarenstämme vorrückt. Abgesehen von der eisigen Kälte und dem dichten Schnee macht dem Richter zunächst nur das merkwürdige Verschwinden einer jungen Frau zu schaffen. Dann erschüttert jedoch der Fund einer kopflosen Leiche die Stadt und kurz darauf folgt ein weiterer Mord. Di und seine Helfer, die beiden Ex-Räuber Ma Jung und Tschiao Tai, der gerissene Tao Gan und der treue Wachtmeister Hung, arbeiten fieberhaft an der Aufklärung der Fälle, die (wie üblich) mehr miteinander zu tun haben, als es zuerst scheint, und in denen ein junger Tatar und ein mysteriöser Mann mit einer schwarzen Kapuze eine Rolle spielen...
"Nagelprobe in Pei-tscho" ist einer der besten Richter-Di-Bände und zugleich wahrscheinlich der traurigste. Drei schwierige Fälle mit lebensecht gezeichneten Personen, überraschenden Wendungen und einem dramatischen Finale lassen im Schneegestöber von Pei-tscho keine Minute Langeweile aufkommen. Der Richter spürt hier jedoch nicht nur die Bürde seines Amtes besonders drückend, sondern wird im Verlauf der Ermittlungen auch von einem doppelten Schicksalsschlag getroffen. Gleichzeitig zeigt er sich von einer neuen Seite und gewinnt durch seine Trauer und seine Zweifel an Charakter und Menschlichkeit, weshalb ich den Band allen Richter-Di-Lesern nur empfehlen kann.
Neueinsteigern würde ich allerdings raten, mit dem Band "Geisterspuk in Peng-lai" anzufangen, in dem Di seinen ersten Posten antritt und Ma Jung und Tschiao Tai rekrutiert.