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Nacktheit
 
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Nacktheit [Taschenbuch]

Kerstin Gernig

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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Nacktheit
rox. In «Fort comme la mort» beschreibt Guy de Maupassant eine Dame, wir schreiben das zweite Drittel des 19. Jahrhunderts, wie sie sich mit bedächtigen Bewegungen ein paar lange Handschuhe von den Armen streift. Die Passage liest sich – auch noch vom heutigen Leser – als Meisterstück einer literarisch inszenierten Erotik, die gewagteste Blössen zeigt, auch wenn am Ende des Enthüllungsaktes nur ein weisser und nackter Arm zum Vorschein kommt. Die nämliche Passage kann, unter literarästhetischen Vorzeichen gelesen, freilich auch zu nüchternen Kommentaren führen. Nacktheit, so resümiert Kerstin Gernig die Thematik des anzuzeigenden Aufsatzbandes, sei nicht einfach der Zustand des Unbekleidetseins, sondern immer eine «jeweils kontextualisierte Nacktheit». Wohl war. Was als nackt, was als bloss und was als schamvoll gilt, ist abhängig von den jeweiligen kulturellen Umfeldern. Nicht nackt, aber zumindest bunt berichtet der Band über kulturelle und ästhetische Debatten angesichts des entblössten Fleisches: Etliche Aufsätze rekapitulieren die etwas gesuchten theoretischen Anstrengungen, mit denen im 19. Jahrhundert eine «ideale Nacktheit» diskutiert wurde. Nur vierzig Jahre später hingegen, man denke etwa an das «Männerlichtluftbad» auf dem Monte Verità, ist der nackte Körper schon eine Chiffre für das Gesunde, Freie, Unverstellte.

Pressestimmen

"Was als nackt, was als bloss und was als schamvoll gilt, ist abhängig von den jeweiligen kulturellen Umfeldern. Nicht nackt, aber zumindest bunt berichtet der Band über kulturelle und ästhetische Debatten angesichts des entblössten Fleisches." ( Neue Zürcher Zeitung, 28.04.02)

Kurzbeschreibung

Wie gehen verschiedene Kulturen mit dem entblößten menschlichen Körper um? Welche historischen Wurzeln gibt es in der heute inflationär zur Schau gestellten Präsentation des unbekleideten Körpers? Wo verlaufen die kulturellen Grenzen zwischen akzeptierter Zurschaustellung und Tabubruch? Dieser Band gibt Antworten aus kulturvergleichender Perspektive. Der Umgang mit dem unverhüllten menschlichen Körper wird in verschiedenen Kulturen und historischen Kontexten sehr unterschiedlich gesehen. Tabuisierung und Tabubruch, Diskretion und Schaulust verbinden sich mit dem Thema ebenso wie bestimmte Moralvorstellungen und amoralische Inszenierungen - je nachdem ob Nacktheit mit natürlicher Unschuld oder mit dem christlichen Sündenfall in Verbindung gebracht wird. Dieses Buch, das historische, ethnologische, soziologische und kulturwissenschaftliche Ansätze miteinander verbindet, zeigt, welche kulturellen Bedeutungen sich mit Entblößung verbinden. So wird es möglich, aktuelle Tendenzen, die sich mit Stichworten wie Love-Parade, Christopher Street Day oder Big Brother umschreiben lassen, historisch bis zu den Anfängen des Naturismus und der Freiköperkultur-Bewegung zurückzuverfolgen. Spannend ist der Blick auf ein Phänomen, das zwar natürlich und alltäglich scheint, das aber immer auch mit Zensur und Skandalen assoziiert wird und sich a n der Grenze von Erotik, Pornographie, Voyeurismus und Exhibitionismus bewegt.

Autorenportrait

Kerstin Gernig war Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Graduiertenkolleg "Körper-Inszenierungen" der FU Berlin und ist seit Oktober 2001 in einem Düsseldorfer Fachverlag tätig
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