"Einmal muss er seinen Schw*nz ganz aus mir herausziehen, mich auf den Rücken drehen und mich zuerst mit zwei, dann mit drei und dann mit vier Fingern weiterf*cken, bis sich sein Schw*nz erholt hat. Er wirft mich auf's Bett zurück, ist wieder in mir und benutzt zusätzlich zu seinem Schw*nz noch einen Finger. Ich nehme seine andere Hand und lecke und sauge an ihr. Ich will ihm etwas Gutes tun, rutsche weg, gleite vom Bett und nehme seinen Schw*nz in den Mund. Ich fühle, sie sein Schw*nz pulsiert, fühle seine Eichel hinten am Gaumen, öffne den Mund weiter, schlucke, schiebe ihn ganz in meinen Hals, presse meine Lippen gegen sein Schambein. Ich bewege meinen Kopf von links nach rechts. Er stöhnt auf, und ich lasse mich in den Mund stossen...Einige Zeit f*ckt er mich in wechseldem Winkel...Ich sehe Schneewittchen im kleinen Schlafzimmer bei den sieben Zwergen. Die sieben Zwerge kriechen auf ihr herum, stecken ihr ihre winziken Pen*sse in den Mund, in die M*schi, in den Hintern. Rote Schwänze reiben sich an ihrer schneeweissen Haut. Feines weisses Sp*rma verklebt ihr ebenholzschwarzes Haar. Ihre blutroten Lippen beben und suchen nach den Schw*nzen der Zwerge..."
So also klingt das Buch einer Achzigjährigen, die sich ihrer verschollenen Sexualität und deren Neuentdeckung annimmt. Nachdem ich Elfriede Vavrik in der sympathischen Diskussionsrunde mit Sandra Maischberger sah, hatte ich mir etwas anderes erwartet. Sie wirkte darin unglaublich selbstbewusst, angesichts der spiessig wirkenden anderen Diskussionsteilnehmern. So begeistert ich anfangs war, weil ich den Mut dieser Frau bewundert habe, umso enttäuschter wurde ich dann gegen Ende des Buches entlassen. Billig, schmutzig dargestellte P*rnographie bis zur Schmerzgrenze, so leid es mir tut. Aber vielleicht klingt eben so Sexualität, wenn sie über 40 Jahre zurückgehalten und unterdrückt wird und dann einen sprachlichen Ausdruck einfordert, ungeachtet der Grenzen der Leser, wer weiss.
Sexualität im Alter, ist nach wie vor ein Tabuthema unserer Gesellschaft. Umso mehr habe ich mich über den Mut, dieser älteren Dame begeistert, als sie sich mit 79 Jahren entscheidet, sich nochmal ihrer vernachlässigten S*xualität zu widmen. Ein Buch, das den Untertitel "Roman" trägt, (als ob er sich vor etwas schützen müsste) und eine Autorin, die von ihrem Buch, wie einer Art Erfahrungsbericht erzählt, nämlich genauso ist das Buch auch geschrieben. Darin wirkt vieles naiv, gefährlich, unüberlegt, kitschig, (weißt, mein Herzlein geht so laut, und ich spür, dass jeder Vogel, jedes Bäumlein nach mir schaut) blauäugig, blind anvertrauend. So läuft keine Frau rum. Sie vertraut sich wahllos irgendwelchen Männern und Chaoten an, wo schon längst sämtliche Alarmglocken läuten, man fragt sich ständig, ist das nicht gefährlich? Von Schutz im Zeitalter von AIDS haben wir hier dann noch gar nicht gesprochen...ach lassen wir das mal..
Dann werden noch in Schreibmaschinenschrift, surreal anmutende Phantasiegebilde, sexuelle Möchtegernerfahrungen und P*rno-Träumereien eingesträut, wo man gar nicht weiss, wo denn nun der eigentliche Bezug zum sonstigen Kontext des Buches steht, wo manches rätselhaft bleibt. Ist es nun Fiktion oder erzählte Erfahrung, oder gar ein Mix beider Genres, schätze ich mal...Letztendlich werden uns hier Fantasien nur noch so um die Ohren gehauen, und das im Deckmäntelchen von angeblich selbst erlebten Erfahrungen. Vielleicht hätte der Verlag gut getan, den Untertitel porn*graphischer Roman zu verwenden. Der Schreibstil ist schnell, heftig, provozierend, tempoaufbauend, eine Sprache die sich dem Ziel des sprachlichen Orgasmus" verschrieben hat. Vielleicht hat ja eine Achzigjährige Spass daran, eine jüngere Leserschaft noch g*il machen zu können.
Die Autorin findet sich bei ihrem Arzt wieder, nachdem sie sich mit 40 Jahren scheiden liess. 40 Jahre lang, scheint sie mit keinem Mann mehr zusammen gewesen zu sein, hat nur ihre 3 Söhne. Sie muss ihre Buchhandlung aufgeben und klagt über Schlafbeschwerden. Ihr Arzt rät ihr, "suchen sie sich lieber einen Mann." Gesagt, getan. Die Icherzählerin, inseriert gleich mehrer Male, macht Vorauswahlen, trifft sich mit unzähligen jüngeren Männern, auch mit verheirateten. Sie sucht keine Beziehung, sondern will ihre verpasste Sexualität nachholen. Mit vielen geht sie sofort in ihrer Wohnung (wie unglaubwürdig), sie zählt über fünfzig Besuche, die wohl alle in ihrer Wohnung stattfanden! (WIRKLICH?) Altersmässig am Liebsten nicht über Fünfzig, den die haben ja meisst Potenzprobleme. Vom Knastbruder der über Weihnachten Ausgang hat (toll!), bis zu einem schrägen Typen, der sich gerne ihrer Fäkalien bedienen möchte, (Guten Appetit ist alles dabei...also doch ein Roman? Man fühlt sich schon an Feuchtgebiete und an Axolotl erinnert...komisch...Helene Hegemann und Charlotte Roche dürften sich freuen..sozusagen eine Feuchtgebiete (ähnliche Aufmachung) Senioren-Ausführung...
Ein Buch, das mit Alltagsfotographien der Autorin garniert ist, wirkt wie eine Pensionärs-Hausfrauen-Heimatroman-Geschichte, man fragt sich, wie der sonstige Inhalt, p*rnografisch-sexistischer Szenen zu diesen relativ profanen und nüchternen Alltagsfoto's zusammenpasst. Auf meine Fragen, etwa wie gehen ältere Menschen auf eine würdevolle Art und Weise mit ihrer zurückgehenden Sexualtität um, habe ich keine Antworten, von Frau Vavrik bekommen. Anfangs hatte ich den "anmachenden Schreibstil" noch anregend empfunden, je tiefer ich jedoch ins Buch hineinlas, desto mehr fand ich mich bei Textstellen, wie anfangs erwähnt, das Niveau abflachend bis zum Nullpunkt, zur Schmerzgrenze, dass es mir sogar die Lust am Lesen irgendwann genommen hat. Irgendwann, findet man das ganze G*blase und Gef*cke nur noch widerlich!
Hätte ich das früher gewusst, hätte ich wahrscheinlich darauf verzichtet. Doch hat immerhin, die Diskussionssendung im Fernsehen, für die nötige Publicity und ansehnliche Umsatzzahlen gesorgt.
Für mich ein enttäuschendes Buch, leider. So sympathisch ich auch die Autorin empfunden habe, so abtörnend habe ich irgendwann ihre p*rnographischen Texte empfunden. Als ob es beim Lesen irgendwann anfing, richtig wehzutun. Ihre wiederholenden Szenen, beginnen irgendwann anzuwidern, dann beginnt, nämlich die angestrebte Richtung der Autorin, (Lust beim Leser zu schaffen?) sich in die Gegenrichtung zu bewegen...
Fazit: Ein er*tisch autobiographisch gehaltener Hausfrauen-Roman, der es im Grunde nicht schafft, aus wiederholenden Er*tik-Eskapaden hinauszugelangen, als Leser fühlt man sich irgendwann bedrängt, unwohl, erotisiert, ein wenig unterhalten, widerlich abgestossen, mit vielen Fragezeichen hinterlassend. Letztendlich dann doch ein Erotik-Roman oder besser Erotik-Märchen, mit bitterem Abgang, der hier der "schamlosen Geschmacklosigkeit" die letzte Ehre erweist, das nicht viel zu bieten hat, als den Leser mit abgedrehten Phantasien irgendwann nur noch zu langweilen oder anzuekeln. Eine autobiographische Sexträumerei, die naiv ausgelebt wird und der es an Bezug zur Realität genauso fehlt, wie die Qualität, die in der Achtsamkeit des Alters zu finden wäre...
Selbst die Schlussbetrachtung über Tod und Seele, wirkt angesichts vorangegangener Sexszenen, etwas deplatziert und desorientiert. Man fragt sich, hat uns Elfriede Vavrik wirklich etwas von ihrer Sexualtät im Alter erzählt, wissen wir wirklich jetzt mehr, wie sich ältere Menschen darin erleben? Trägt dieses Buch dazu bei, mehr Bewusstheit in dieses Tabuthema zu bringen? Ich glaube kaum. Inwiefern die eigene Auseinandersetzung mit Tod und Leben angesichts vorher ausgeschriebener Sexphantasien und des Alters der Autorin zusammenpasst, kann man sich fragen.
Fünf Wörter wie ich das Buch empfand: billig, abtörnend, widerlich, langweilig, bitter.
Doch um dem Ganzen auch etwas Positives abzugewinnen, denke ich, hatte Elfriede Vavrik sicherlich Impulse älteren Menschen gegeben, dieser Seite in ihrem Leben, wieder mehr Bedeutung zu geben und dieses in Abseits gestellte Thema, aus der verdrängten Ecke, wieder ans Licht der Welt zu holen.
Hier noch das Zitat, von der Autorin, in der ausgestrahlten Sendung:
"Sexualität ist etwas vom Schönsten, war wir im Leben erleben können, wer es bekommen kann
soll es nehmen."
Was soll man dem noch entgegenhalten, Recht hat sie!