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Nackt unter Wölfen: Roman [Gebundene Ausgabe]

Bruno Apitz
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

12. März 2012
Ein Welterfolg in neuem Licht Diese Geschichte hat Generationen bewegt: Im Frühjahr 1945 wird ein dreijähriger Junge in das KZ Buchenwald eingeschleust. Wenn die SS ihn findet, ist ihm der Tod ebenso gewiss wie seinen Beschützern. Gegen alle Vernunft verstecken zwei Häftlinge das Kind, obwohl sie damit die Vorbereitungen des illegalen Lagerkomitees für einen Aufstand gefährden. Das Überleben des Jungen wird zum Sinnbild für den Überlebenswillen der Häftlinge. Der Roman entstand frei nach Motiven einer wahren Begebenheit. Man rezipierte ihn jedoch als Tatsachenbericht, und die Geschichte der Rettung des Kindes wurde in der DDR zum Symbol des antifaschistischen Widerstandskampfes. Was bisher nicht bekannt war: Apitz hatte die Rolle der Kommunisten ursprünglich viel konfliktreicher angelegt. „In ‚Nackt unter Wölfen’ triumphiert die einfache Menschlichkeit.“ Marcel Reich-Ranicki

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 586 Seiten
  • Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 1 (12. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3351033907
  • ISBN-13: 978-3351033903
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 13,4 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 115.440 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Bruno Apitz, 1900 als zwölftes Kind einer Leipziger Proletarierfamilie geboren, lernte Stempelschneider, kam 1917 wegen Antikriegspropaganda ins Gefängnis, begann eine Buchhändlerlehre und war u. a. Schauspieler. Seit 1927 Mitglied der KPD, wurde er 1933 inhaftiert, war in mehreren KZ, einem Zuchthaus und ab 1937 bis zur Befreiung 1945 im KZ Buchenwald. Danach arbeitete er als Redakteur, Verwaltungsdirektor der Städtischen Bühnen Leipzig und Dramaturg bei der DEFA. Ab 1955 freier Autor in Berlin. Er starb 1979. Sein erster Roman „Nackt unter Wölfen“ (1963 verfilmt von Frank Beyer, u. a. mit Erwin Geschonneck und Armin Mueller-Stahl) wurde zu einem Welterfolg.

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5.0 von 5 Sternen Nackt unter Wölfen - Stefan Jerzy Zweig ... 14. Mai 2012
Von Heidi Zengerling TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Bruno Apitz mit seinem 'Nackt unter Wölfen' ' das ist ein Klassiker !!!

Nun hat man zu diesem absoluten Klassiker eine Neufassung im Aufbauverlag herausgebracht, die Aufsehen erregend ist.

Ein dreijähriger Junge wird noch Anfang 1945 in Buchenwald eingeschleust. Was tun ??? Die SS darf ihn nicht finden, und so halten zwei Häftlinge zusammen und verstecken ihn ' Aber, wird er gefunden, dann ist dem Jungen und auch den beiden Rettern der Tot gewiss. Man erfährt hier, wie hart das Leben in einem solchen Lager war für Kinder und Erwachsene gleichermaßen und man erfährt sehr viel über die Gefühle der Menschen ' vor allem auch über die, die den kleinen Jungen retteten, die ihr Gewissen sprechen ließen ' egal, wie gefährlich es war.

Der Roman war damals ' als Apitz ihn schrieb ' frei nach der wahren Begebenheit geschrieben, aber die Leser auf der ganzen Welt begreifen ihn als Tatsachenbericht und besonders die DDR hat ihn zum Symbol für den antifaschistischen Widerstandskampf gemacht. Was aber wollte Apitz wirklich damit sagen ???

Aus den nach dem neu aufgelegten Buch angeführten recherchierten Erläuterungen ist ersichtlich, dass Apitz den Kommunisten ursprünglich eine weitaus konfliktreichere Handlung angedacht hatte. Weiterhin wird die Entstehungs- und Veröffentlichungsgeschichte deutlich und bringt 'Nackt unter Wölfen' in einem neuen Licht unter die Leser.
Angeführt sind sechs interessante und aufschlussreiche Texte, die vom Buchenwaldhäftling Nr. 2417 verfasst wurden. Sie sind in der Ich-Scheibweise niedergeschrieben. Sie sind sehr authentisch und aufrüttelnd nachdenklich. Danach folgen die Lebensdaten von Bruno Apitz.
Es folgen die inhaltlich überaus sachlichen und interessanten Bemerkungen und Betrachtungen von Susanne Hantke 'Ein Roman macht Geschichte'. Sie erzählt vom Erfolg von Nackt unter Wölfen ' das Dschungelgesetz, unter dem wir alle standen' und von Geschichten der Buchenwald-Kommunisten, die man noch nicht gehört hat, von Kommunisten in der Buchenwalder Häftlingsverwaltung, von Bruno Apitz` Zeit in Buchwald, von der Entstehungsgeschichte des Romans von seiner Verfilmung und dem vorhergehenden Ablehnen eines KZ-Films durch das DEFA-Spielfilmstudios, welchen Einfluss die Kommunisten in Buchenwald hatten, wie der Titel zum Roman zustande kam und wie der Roman und damit auch Bruno Apitz auf einmal so berühmt werden konnten. Es sind tiefsinnige und historisch belegte Betrachtungen, resümierende und sachlich hinterlegte Beweggründe und Fakten, die im Nachsatz zu Tage treten. So z. B. die Geschichte des Buchenwaldkindes Stefan Jerzy Zweig, der 1964 einmal nach Buchenwald zurück kehrt. 900 Kinder und Jugendliche erlebten ' überlebten ' Buchwald, eines davon Stefan Jerzy Zweig, aber, ob er es war, den Apitz meinte ' ???

Apitz nannte sein Kind Stefan Cyliak und betitelte es als Waise, Stefan Jerzy Zweig hat aber einen Vater' Apitz musste sich erklären, weil Zweig mit seinem Vater nach Weimar kam.

Ich finde es brisant und interessant, was hier im Nachsatz zu Tage befördert wird, geschichtliche Fakten, Fakten zu Bruno Apitz, die nicht immer einfach zu begreifen sind, die mich aber zum Nachdenken angeregt haben, die mir die Augen geöffnet haben ' Was genau wollte uns Apitz sagen? Die Gedanken, die hier niedergeschrieben sind, sind tiefgründig, man muss sich damit beschäftigen, man muss sie so, wie sie Susanne Hantke recherchiert und niedergeschrieben ' aufbereitet ' hat, akzeptieren. Historisch gesehen sind gerade diese letzten Seiten mehr als brisant und aufschlussreich.

Die Geschichte vom Buchenwaldjungen zu lesen ist das eine, aber genau in die Hintergründe zu schauen ist das andere. Und hier hat man einen Spagat geschaffen, indem man erst die Geschichte präsentiert, wie man sie kennt und dann darüber unterschiedlichst und tiefgründig sachlich und spannend referiert.

PRÄDIKAT: sehr wertvoll

P.S. Ich hatte in meiner Jugend dieses Buch lesen 'müssen' ' ich gebe zu, damals habe ich es nicht so verstanden und für mich aufgenommen, wie heute. Ich empfehle jedem, der sich für das Thema interessiert. Lest es noch einmal ' nehmt es für euch auf. Es ist Zeitgeschichte in eine spannende Handlung verpackt. ' und mit dem offenen und ehrlichen Nachsatz, der dann nochmal einen draufsetzt ' ein äußerst lesenswertes geschichtlich wertvolles Buch.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wertvolle Neuausgabe 29. April 2012
Format:Gebundene Ausgabe
Die Kritik des Rezensenten Gellermann ist nicht nachzuvollziehen. Keineswegs erstrebt Aufbau eine "Umwertung des wertvollen Romans" an. Es sollte allerdings für den interessierten Leser gezeigt werden, welche Entwicklungen der Roman durchgemacht hat, bevor er erschien. Dabei wird klar, wie aus dem exzellenten Nachwort von Frau Hantke hervorgeht, dass Apitz einige kritische oder zumindest zweideutige Passagen strich oder veränderte, weil er oder der Verlag, oder vielleicht sonst jemand Angst hatte, besagte Passagen könnten zu einer negativen Bewertung der Kommunisten im Lager führen, was ja Apitz selber keinewegs wollte. Man kann als Schriftsteller kritische Fragen stellen, und trotzdem loben, nur schien das 1957-1958 nicht mehr möglich zu sein. Gerade weil Apitz seit 1990 vorgeworfen worden ist, ein ausschliesslich und übertrieben positives Bild der kommunistischen Häftlinge entworfen zu haben, ist es m.E. wichtig zu wissen, dass er auch Fragen stellen und Probleme aufzeigen wollte, die in der gedruckten Fassung nicht mehr vorkommen. Eben das ermöglicht ein differenziertes Verständnis von "Nackt unter Wölfen".

Übrigens sind die Bergen-Belsen-Streichungen schon von Bedeutung. Der Rezensent Gellermann behauptet, an keiner Stelle sei es in der "alten" (also: 1958 gedruckten) Fassung unklar, dass dem Kind der Tod drohe, wenn es aus dem Lager deportiert werde. Das stimmt nicht. Natürlich bleibt diese Befürchtung (und Apitz wollte sie bestimmt nicht ganz tilgen), aber die Eindeutigkeit gibt es nicht mehr; die hätte es aber durch den Hinweis auf Bergen-Belsen sehr wohl gegeben.

Sicherlich kann man mit der "Taschenbuchausgabe der alten Fassung sehr glücklich werden". Mit der Neuausgabe werde ich aber noch glücklicher. Wir lernen hier nicht nur über die Entstehungsgeschichte des Romans. Die Neuausgabe bringt auch die frühen Lagertexte von Apitz, die in der alten Ausgabe nicht vorkommen. Allein deswegen lohnt es sich, die Aufbau-Neuausgabe zu kaufen.

In dem Nachwort von Frau Hantke gibt es übrigens ganz gewiss keine "Unterstellungen". Das ist eine Unterstellung eben. Das Nachwort ist wohltuend überlegt, sachlich und erhellend geschrieben. Aufbau, Frau Hantke und Frau Drescher sind zu danken. Eine faszinierende Neuausgabe, die ich jedem empfehlen kann.
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ulrich Gellermann TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Roman ist ein Roman ist ein Roman: Das sollte eigentlich auch für die Neuherausgabe des Romans von Bruno Apitz gelten, der 1958 erstmalig unter dem Titel "Nackt unter Wölfen" erschien und davon erzählt, wie unter den grausamen Bedingungen des Konzentrationslagers Buchenwald ein jüdisches Kind gerettet wurde: "Über die Gesichter der Häftlinge ging ein Glänzen, sie hatten lange kein richtiges Kind mehr gesehen." So steht es in der alten Ausgabe und auch in der neuen, die vom Aufbau-Verlag in diesen Tagen in den Handel gebracht wird. Und in beiden Ausgaben steht auch vom Ringen der illegalen Häftlings-Lagerleitung, die den Aufstand plant und denen, die das Kind verstecken wollen: Für die einen ist das Kind ein Risiko, das zur Aufdeckung ihrer Pläne führen könnte, für die anderen ist das Kind das kleine bisschen Hoffnung auf ein Überleben, auf kleines Stück Leben inmitten des Mordens.

Nun stehen auf beiden Seiten der kindlichen Überlebensfrage Kommunisten, auch der Autor war einer, so wie das komplette illegale Internationale Lager-Komittee in Buchenwald aus Kommunisten bestand. Das erschwerte und erschwert die Rezeption des Themas unter den Bedingungen der Bundesrepublik erheblich. Auch weil es tatsächlich das Kind gab, das vor dem Morden gerettet werden konnte und viele der wirklichen Umstände von Apitz in dessen Buch als Vorlage genutzt worden sind, hat die Kritik die Neigung, den Roman an der Wirklichkeit zu messen. Und die ist, wie sie immer ist: Differenziert. Apitz war einer der Überlebenden aus Buchwald, mit einer Sicht auf das Lager: Der seinen. Weil das so ist, und weil die Wahrheit der Bundesrepublik Kommunisten nicht einmal für gut befinden kann wenn sie tot sind, wurde schon lange an "Nackt unter Wölfen" herumgemäkelt: Für das eine gerettete Kind des Romans sei aber in der Wirklichkeit ein anderes gestorben, die Häftlinge hätten sich gar nicht selbst befreit und überhaupt sei das Buch letztlich ein SED-Propaganda-Werk.

In dieses wundersame Horn der Umwertung des wertvollen Romans tutet nun auch der Aufbau-Verlag mit der "erweiterten Neufassung" des Romans, die ein "neues Licht" auf den Welterfolg werfen soll und vor allem darauf, dass "Apitz die Rolle der Kommunisten (ursprünglich) viel konfliktiver anlegte". Das beschert dem Band unendlich viele Klammern, ein mehrseitiges Nachwort der Herausgeberin Susanne Hantke und - darüber hinaus - editorische Notizen, die uns die Klammern-Inflation erklären soll. In den Büchern der DDR gab es häufig Nachworte. Manche waren sehr erhellend, manche sollten nur erklären, wie der Leser das Buch gefälligst zu lesen habe. Frau Hantkes Anmerkungen zählen zu den letzteren. Denn in den Klammern, so Hantke, stünden all die geheimnisvollen Sachen, die der Autor entweder aus kommunistischer Selbstdisziplin oder der damalige Verlag aus ideologischen Gründen weggelassen habe, um irgendwie der Rolle der Kommunisten zu schönen, die, so muss man annehmen, in Wirklichkeit ganz anders war. Auch entdeckt Frau Hantke in einem Schulaufsatz einer DDR-Schülerin aus dem Jahr 1984, dass die von einem Besuch in Buchenwald mächtig beeindruckt war: "Viele Dinge sahen wird dort, die uns zum Nachdenken, zum Mahnen und zum Handeln anregten." Und gleich erinnert sich die Herausgeberin daran, dass "Nackt unter Wölfen" zum staatlich verordneten Schulstoff gehörte und fragt sich, ob denn die Formulierung der Schülerin ehrlich war oder nur nur die Erwartung des Lehrers wiederspiegelte. So oder so ähnlich ist die Tendenz der meisten Anmerkungen: Vermutungen, Fragen und Unterstellungen.

Zum Beispiel habe die alte Druckfassung den Begriff "Bergen Belsen", das Todeslager, das dem Kind drohte, weggelassen. Nur um die Rolle des Häftlings-Komittees, das den Jungen nicht in Buchwald lassen wollte, zu überschminken. An keiner Stelle der alten Fassung ist unklar, dass dem Kind der Tod droht, ob in Bergen Belsen oder anderswo, aber man kann ja mal versuchen das Buch in seiner alten Fassung zu diskreditieren. Und wenn das nicht reicht, dann muss die Behandlung des Buches im DDR-Schuluntericht herhalten, der jene Passage nicht behandelt habe, in der die Häftlinge das Zahngold aus den Mündern der Toten brachen. Man möchte sie schütteln, die Hantke, und ihr zurufen: Aber im Roman steht es doch ausführlich! Auch würde man ihr gern sagen, dass die Todeslager ein gesamtdeutsches Erbe sind und, wenn sie denn mal die Rezeption des Romans in Westdeutschland mit in ihre Betrachtungen genommen hätte, sie auf den Namen von Walter Krämer gestossen wäre. Apitz kannte den im KZ ermordeten Krämer und nannte eine seiner wichtigen Figuren nach ihm, um ihn zu ehren. Eine Ehre, die Krämer auch in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem erfahren hat, die ihn zu einem "Gerechten unter den Völkern" zählt, weil er 500 jüdischen Häftlingen in Buchenwald das Leben gerettet hat. Krämers Heimatstadt Siegen, die nicht wenige Straßen nach verdienten Nazis benannt hatte, mochte Walter Krämer erst vor wenigen Wochen einen Platz widmen, obwohl es bereits unmittelbar nach Kriegsende und Jahr für Jahr immer wieder Bestrebungen in Siegen gab an ihn zu erinnern. Aber: Krämer war Kommunist.

Wer den irritierenden und sinnlosen Klammern aus dem Weg gehen und sich trotzdem ein wichtiges Werk deutscher Literatur aneignen will, kann mit der Taschenbuchausgabe der alten Fassung sehr glücklich werden.
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