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Produktinformation
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Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns ist -- was geschieht mit dem Rest? Die Worte des portugiesischen Arztes und Poeten Amadeu de Prado, gefunden in einem Antiquariat, hatten Gregorius wie einen Schlag getroffen. Erneut wies die Spur nach Portugal. Der Nachtzug nach Lissabon sollte ins Licht führen. Fortan würde Gregorius die Gedankenwelt des Arztes und Widerstandskämpfers gegen das Regime Salazars nachempfinden. Lebenserfahrungen und unbequeme Fragen, die wie an Gregorius persönlich gerichtet klangen. Tiefer und tiefer geht die Reise -- und führt schließlich in die gefährlich eisigen Grenzregionen der Persönlichkeitsspaltung.
Wählte Martin Walser in seinem Werk Der Augenblick der Liebe den geschmähten Philosophen La Mettrie zum Sprachrohr seiner innersten Befindlichkeit, so benutzt Mercier die geschliffenen Existenzfragen de Prados als Motor seines Romans. Vergleiche mit Nabokov und Kafka wurden bereits angestellt. Auch an Umberto Eco fühlen sich einige erinnert, hat doch der Berner Peter Bieri, der seine Erfolgsromane Der Klavierstimmer und Perlmanns Schweigen als Pascal Mercier zeichnete, in Berlin einen Lehrstuhl für analytische Sprachphilosophie inne.
Sprache, die das Innerste aufschließt. Mercier ist ein Roman von betörender und träumerischer Schwere gelungen, angesiedelt im Tropengebiet der Melancholiker. Die Rückfahrt wird nicht leicht werden. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Das Buch, das den Lehrer in die Fremde treibt, ist die Autobiografie eines Arztes aus Lissabon, die vor Lebensweisheit nur so strotzt. Die ausführlichen Zitate aus diesem Text machen Merciers Roman nun wirklich schwer verdaulich. Umso mehr als der Autor -- Peter Bieri heißt der Schweizer mit wirklichem Namen -- Philosophieprofessor ist und beispielsweise eines der besten Bücher über den freien Willen (Das Handwerk der Freiheit) veröffentlicht hat. In Nachtzug nach Lissabon lässt er leider das erwartete intellektuelle Niveau vermissen. Vielleicht braucht er deshalb auch ein Pseudonym für seine belletristischen Werke. --Christian Stahl
Spieldauer: ca. 470 Minuten, 6 CDs, gekürzte Lesung -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Damit ist es auch schon vorbei mit den Paralellen. Wo sich Zafon mit einer spannenden Jagd (nach Art des Indiana Jones) durch Barcelona begnügt, bietet uns Mercier ein hochphilosophisches Werk über den Sinn des Lebens an. Seine philosophischen Gedanken lässt er uns durch Amadeu de Prado, einen sensiblen Lissaboner Arzt aus höherem Stand, der die Schreibfeder mindestens so gut oder besser beherrscht als das Skalpell, verkünden. Das ist zugegebenermassen anspruchsvolle Literatur, die Sprache und die Gedanken des Amadeus sind nicht immer einfach. Gleichwohl -- und das ist das Überraschendste an Merciers neustem Roman -- ist das Buch überaus spannend und während der Lektüre nicht leicht aus der Hand zu legen. Mit jeder Seite erfährt der Leser mehr über Amadeu de Prado und wird begierieger noch mehr zu erfahren.
Ungewöhnlich und vielversprechend ist die Ausgangslage des Romans: Raimund Gregorius, ein Lehrer für Latein, Griechisch und Hebräisch an einem Gymnasium in Bern, eine langweilige, graue und papiererne Gestalt (von der Schülern "Papyrus" genannt), bricht eines Tages Knall auf Fall aus seinem bisherigen, kargen Leben aus, um in Lissabon dem Autor eines portugiesischen Buches, das er in einem Berner Antiquariat gekauft hat, nachzuspüren. So aussergewöhnlich ist dieser Ausbruch zwar auch wieder nicht; er wurde im Leben des Gregorius schon viel früher angelegt, als er als junger Lehrer eine Gelegenheit verpasste, in Isfahan (Persien) eine Stellung als Hauslehrer anzutreten. Lissabon wird nun zu Isfahan und Gregorius macht sich mit Besessenheit und Akribie daran, das Leben des Amandeu de Prado zu sezieren und zu begutachten.
Das ist ungemein spannend und als Leser freut man sich jeweils darauf, wieder eine neue, Prado nahestehende Person kennenzulernen. Dabei ist es unvermeidlich, dass die Konstruktion des Plots einige Unwahrscheinlichkeiten mit sich bringt. So ist es selbst für einen äusserst sprachbegabten Gymnasiallehrer kaum zu schaffen, in wenigen Tagen so viel Porzugisisch zu lernen, um die schwierigsten Aussagen von Amadeus Buch locker zu übersetzen. Auch sonst sind gibt's keine sprachlichen Schwierigkeiten, alle handelnden Personen können sich mit Gregorius (in französischer oder englischer Sprache) blendend über schwierige philosophische Themen unterhalten und sind auch stets bereit, so zu willfahren, wie es Gregorius wünscht. Dass er sich in das Liceu, welches Prado Jahrzehnte zuvor besucht hatte, einfach so einquartieren und einen Ausstellungsraum über Isfahan errichten kann, ist gleichfalls eine Begebenheit, die eher unwahrscheinlich klingt. Ferner ist die Erinnerung an die Salazar-Zeit leicht verblichen, weshalb man über den geschichtlichen Hintergrund etwas mehr erfahren möchte, als nur die Geschichte über den plakativ geschilderten "Schlächter von Lissabon".
Trotz dieser Nebensächlichkeiten: Mercier ist ein fabelhaftes Buch, ja ein Stück Literatur gelungen. Und wer Lissabon kennt und die Stadt liebt, wird an diesem Werk sowieso doppelte Freude haben.
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