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Nachtzug nach Lissabon
 
 
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Nachtzug nach Lissabon [Taschenbuch]

Pascal Mercier
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (351 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 496 Seiten
  • Verlag: btb; Auflage: 15. Auflage. (3. April 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442734363
  • ISBN-13: 978-3442734368
  • Größe und/oder Gewicht: 18,5 x 11,9 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (351 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.990 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Plötzlich war Schluss. Raimund Gregorius, von seinen Schülern liebevoll „Mundus“ genannt, Lateinlehrer und Altsprachengenie an einem Berner Gymnasium, war unzweifelhaft aus dem Tritt geraten. Er war sich nicht einmal sicher, ob die Frau, die heute Morgen auf der Brücke im strömenden Regen einen Brief zerknüllt hatte, wirklich hatte springen wollen. Gregorius, auf das Schlimmste gefasst, war zu Hilfe geeilt. „Português“, hatte sie zerstreut auf seine Frage nach ihrer Muttersprache geantwortet und dem Verblüfften eine Telefonnummer auf die Stirn gekritzelt. Die Fremde verschwand so schnell, wie sie in sein Leben getreten war. Eine Idee blieb zurück. Wenig später war Mundus, die „museale Gestalt“, dieser in Ehren ergraute Ausbund an Korrektheit und Tüchtigkeit, für immer aus dem Klassenzimmer geflohen.

„Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns ist -- was geschieht mit dem Rest?“ Die Worte des portugiesischen Arztes und Poeten Amadeu de Prado, gefunden in einem Antiquariat, hatten Gregorius wie einen Schlag getroffen. Erneut wies die Spur nach Portugal. Der Nachtzug nach Lissabon sollte ins Licht führen. Fortan würde Gregorius die Gedankenwelt des Arztes und Widerstandskämpfers gegen das Regime Salazars nachempfinden. Lebenserfahrungen und unbequeme Fragen, die wie an Gregorius persönlich gerichtet klangen. Tiefer und tiefer geht die Reise -- und führt schließlich in die gefährlich eisigen Grenzregionen der Persönlichkeitsspaltung.

Wählte Martin Walser in seinem Werk Der Augenblick der Liebe den geschmähten Philosophen La Mettrie zum Sprachrohr seiner innersten Befindlichkeit, so benutzt Mercier die geschliffenen Existenzfragen de Prados als Motor seines Romans. Vergleiche mit Nabokov und Kafka wurden bereits angestellt. Auch an Umberto Eco fühlen sich einige erinnert, hat doch der Berner Peter Bieri, der seine Erfolgsromane Der Klavierstimmer und Perlmanns Schweigen als Pascal Mercier zeichnete, in Berlin einen Lehrstuhl für analytische Sprachphilosophie inne.

Sprache, die das Innerste aufschließt. Mercier ist ein Roman von betörender und träumerischer Schwere gelungen, angesiedelt im Tropengebiet der Melancholiker. Die Rückfahrt wird nicht leicht werden. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Amazon.de Audiobook-Rezension

Beginnen wir vielleicht mit dem Positiven: Dieses Hörbuch entfaltet auf jeden Fall genügend Spannung, dass man es unbedingt zu Ende hören möchte. Und Walter Kreyes Stimme ist so angenehm, dass man ihr die mehr als 7 Stunden sehr gerne zuhört. Anderseits aber beginnt im Laufe der Zeit im Hörer auch der Ärger zu brodeln -- über diese Geschichte des braven Schweizer Gymnasiallehrers Raimund Gregorius, der wenige Jahre vor der Pensionierung alles hinschmeißt und im Nachtzug nach Lissabon in ein neues, aufregendes Leben flüchtet. Dass Pascal Mercier seinen Roman etwas windschief zusammenkonstruiert hat, ist das eine. Aber es häufen sich die Unwahrscheinlichkeiten in diesem an sich realistisch erzählten Roman. Gregorius sucht den Autor eines portugiesischen Buches, das er am Tag seiner Flucht in einem Antiquariat findet. Dieser ist zwar schon lange tot, aber er begegnet lauter munteren 80 und 90-jährigen, die diesen kannten und mit denen er sich trotz Sprachbarriere elaboriert und ausführlich unterhält.

Das Buch, das den Lehrer in die Fremde treibt, ist die Autobiografie eines Arztes aus Lissabon, die vor Lebensweisheit nur so strotzt. Die ausführlichen Zitate aus diesem Text machen Merciers Roman nun wirklich schwer verdaulich. Umso mehr als der Autor -- Peter Bieri heißt der Schweizer mit wirklichem Namen -- Philosophieprofessor ist und beispielsweise eines der besten Bücher über den freien Willen (Das Handwerk der Freiheit) veröffentlicht hat. In Nachtzug nach Lissabon lässt er leider das erwartete intellektuelle Niveau vermissen. Vielleicht braucht er deshalb auch ein Pseudonym für seine belletristischen Werke. --Christian Stahl

Spieldauer: ca. 470 Minuten, 6 CDs, gekürzte Lesung -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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66 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Pforte zur Reise ins Ich, 7. August 2006
Von 
Ulrich Hagn (Forsbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nachtzug nach Lissabon (Taschenbuch)
Was soll ich nach 57 vorhergehenden Rezensionen noch schreiben? Vermutlich ist schon alles gesagt und dennoch:

Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das mich so sehr berührt und gefesselt hat. Die "Wachheit" die Gregorius beim Lesen der Aufzeichnungen Prados erfährt...phasenweise erlebte ich sie ebenfalls. Mögen Profi-Philosophen die Gedanken trivial finden, Autoren-Experten den Handlungsstrang zu konstruiert oder zu zufällig, für mich war das Buch eine einzigartige Erfahrung und eine Fahrkarte ins eigene Ich, auf eine bisher nie dagewesene Art.

Habe die Reisewege von "Mundus" in Google Earth nachvollzogen und so Lissabon (dank der in diesem Gebiet relativ hochaufgelösten Karten) wieder entdeckt.

Philosophie in einen Detektivroman verpackt, das gut verständlich und in schöner, gebildeter Sprache...eine herausfordernde Lektüre.

Ein -wie kaum ein anderes- faszinierendes Buch, das nachwirkt und sicher von mir noch mehrmals gelesen wird.

Definitiv unter meinen "TopTen" neben "Der Plan von der Abschaffung des Dunkels" von P.Hoeg oder "Schatten des Windes" von C.Ruis Zafon (mit dem es übrigens kaum etwas gemein hat. Wer hat diesen Vergleich bloß bemüht?)

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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Eine Geschichte für Träumer, 31. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Nachtzug nach Lissabon (Taschenbuch)
Ein Mensch bricht ohne jegliche Vorwarnung plötzlich aus seinem gewohnten Leben aus, lässt alles stehen und liegen und begibt sich auf eine völlig ungewisse Reise nach Lissabon, um dort mehr über das Leben eines mysteriösen Autors zu erfahren. Als Auslöser muss eine zufällige, morgendliche Begegnung mit einer Portugiesin auf einer Brücke herhalten. Ob das nicht ein wenig zu weit hergeholt ist?

Was danach folgt, ist jedoch eine sehr anrührende Geschichte, die bis in die Zeit des Salazar-Regimes zurückführt. Über den besagten Autor des geheimnisvollen Buches erfährt man, dass er nicht zu den üblichen Mitläufern gehört hat und sich nach einem unglücklichen Zwischenfall im Widerstand engagiert hat, sich dort in eine Mitkämpferin unglücklich verliebt hat usw.

Insgesamt ein sehr ruhiges, nachdenklich machendes Buch, in dem nicht irgendwelche Ereignisse, sondern die Schicksale der Figuren im Mittelpunkt stehen. Leider sind die vielen philosophischen Passagen teilweise etwas schwer verständlich, außerdem kommt einem das Ende etwas "leer" vor. Dennoch sehr empfehlenswert!
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67 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Reise in eine andere Welt, 4. Januar 2005
Zu Beginn des Buches von Pascal Mercier (Peter Bieri) wird man unweigerlich an Caros Ruiz Zafons "Der Schatten des Windes" erinnert. Äusserliche Parallellen sind unverkennbar. Auch in Zafons Roman ist ein Buch der Ausgangspunkt der Geschichte und die Person des Autors der eigentliche Protagonist des Romans. Und wo bei Zafon die Diktatur Francos in Spanien der zeitliche Hintergrund bildet, ist es bei Mercier diejenige Salazars in Portugal.

Damit ist es auch schon vorbei mit den Paralellen. Wo sich Zafon mit einer spannenden Jagd (nach Art des Indiana Jones) durch Barcelona begnügt, bietet uns Mercier ein hochphilosophisches Werk über den Sinn des Lebens an. Seine philosophischen Gedanken lässt er uns durch Amadeu de Prado, einen sensiblen Lissaboner Arzt aus höherem Stand, der die Schreibfeder mindestens so gut oder besser beherrscht als das Skalpell, verkünden. Das ist zugegebenermassen anspruchsvolle Literatur, die Sprache und die Gedanken des Amadeus sind nicht immer einfach. Gleichwohl -- und das ist das Überraschendste an Merciers neustem Roman -- ist das Buch überaus spannend und während der Lektüre nicht leicht aus der Hand zu legen. Mit jeder Seite erfährt der Leser mehr über Amadeu de Prado und wird begierieger noch mehr zu erfahren.

Ungewöhnlich und vielversprechend ist die Ausgangslage des Romans: Raimund Gregorius, ein Lehrer für Latein, Griechisch und Hebräisch an einem Gymnasium in Bern, eine langweilige, graue und papiererne Gestalt (von der Schülern "Papyrus" genannt), bricht eines Tages Knall auf Fall aus seinem bisherigen, kargen Leben aus, um in Lissabon dem Autor eines portugiesischen Buches, das er in einem Berner Antiquariat gekauft hat, nachzuspüren. So aussergewöhnlich ist dieser Ausbruch zwar auch wieder nicht; er wurde im Leben des Gregorius schon viel früher angelegt, als er als junger Lehrer eine Gelegenheit verpasste, in Isfahan (Persien) eine Stellung als Hauslehrer anzutreten. Lissabon wird nun zu Isfahan und Gregorius macht sich mit Besessenheit und Akribie daran, das Leben des Amandeu de Prado zu sezieren und zu begutachten.

Das ist ungemein spannend und als Leser freut man sich jeweils darauf, wieder eine neue, Prado nahestehende Person kennenzulernen. Dabei ist es unvermeidlich, dass die Konstruktion des Plots einige Unwahrscheinlichkeiten mit sich bringt. So ist es selbst für einen äusserst sprachbegabten Gymnasiallehrer kaum zu schaffen, in wenigen Tagen so viel Porzugisisch zu lernen, um die schwierigsten Aussagen von Amadeus Buch locker zu übersetzen. Auch sonst sind gibt's keine sprachlichen Schwierigkeiten, alle handelnden Personen können sich mit Gregorius (in französischer oder englischer Sprache) blendend über schwierige philosophische Themen unterhalten und sind auch stets bereit, so zu willfahren, wie es Gregorius wünscht. Dass er sich in das Liceu, welches Prado Jahrzehnte zuvor besucht hatte, einfach so einquartieren und einen Ausstellungsraum über Isfahan errichten kann, ist gleichfalls eine Begebenheit, die eher unwahrscheinlich klingt. Ferner ist die Erinnerung an die Salazar-Zeit leicht verblichen, weshalb man über den geschichtlichen Hintergrund etwas mehr erfahren möchte, als nur die Geschichte über den plakativ geschilderten "Schlächter von Lissabon".

Trotz dieser Nebensächlichkeiten: Mercier ist ein fabelhaftes Buch, ja ein Stück Literatur gelungen. Und wer Lissabon kennt und die Stadt liebt, wird an diesem Werk sowieso doppelte Freude haben.

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