Die sieben auf diesem Hörbuch enthaltenen Kurzgeschichten handeln überwiegend von Menschen aus den unteren Gesellschaftsschichten Trinidads. Dabei ist ihnen allen gemeinsam, dass sie einen völlig unterschiedlichen Blickwinkel auf ihre kleine Welt haben. Die geschilderten Tragödien führen nicht zum Untergang sondern werden phantasievoll in Herausforderungen umgemünzt. So wird z. B. aus einem Schwarzen ein Asiate, da nur Asiaten als Bäcker arbeiten dürfen. Ein Nachtwächter nimmt die Anweisungen seines Vorgesetzten dermaßen ernst, dass sich dieser letztendlich in eine Krankheit flüchtet, um seinem Peiniger zu entgehen. Reihenweise erfindet Naipaul skurrile Personen, die sein Trinidad bevölkern – alle auf liebenswürdige Weise Schildbürger und „Max und Moritz“ zugleich.
Sylvester Groth folgt dem fließenden Rhythmus dem an den hellen, zarten, aber auch kraftvollen Klang der Steel-Drums erinnernden, mal gemächlichen, mal schnell pulsierenden Erzählfluss. Dabei verfällt der Sprecher niemals in Pathos oder Karikatur, sondern tanzt mit seinen Stimmbändern über des Messers Schneide und hebt sich dabei keinen Bruch.
Allen drei Hörbüchern gemeinsam sind das außergewöhnliche und sehr ansprechende Cover-Design, die Qualität und der Umfang der beigefügten Informationen sowie die absolut sichere Unterbringung der CDs. Diese Reihe ist wie ein Aperitif: sie weckt die Lust nach mehr!
(C) Wolfgang Haan