Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Absolut genial!, 1. September 2003
Hi Freunde,als absoluter Terry Pratchett-Fan hab' ich so ziemlich alles von ihm daheim, was bis jetzt erschienen ist (und ich spreche hier nicht nur von den "Scheibenwelt"-Romanen), und kann zu dem Buch "Die Nachtwächter" nur sagen: Es ist sicher nicht das Witzigste von Pratchett, aber mit Sicherheit eines der Besten! Wer hier (wie bei vielen seiner Werke) spätestens jede dritte Seite einen Brüller erwartet, liegt absolut daneben. Man könnte sagen, daß es sich fast schon um einen "normalen" Roman handelt. Aber eben nur fast. Die Thematik "Ich werde 30 Jahre in die Vergangenheit zurück versetzt" ist an sich schon interessant genug und wurde von Terry Pratchett äußerst spannend umgesetzt. Man kann auch nur "einfach genial" nennen, wie er das Handicap "Zeitparodoxon" (etwa: "Ich begegne mir selbst" oder "Ich weiß, wie ein bestimmtes Ereignis ausgeht, weil ich's schon von früher her kenne") löst, indem er dieses Problem beinahe nebenbei großzügig umrundet bzw. fast schon links liegen läßt. Der vielleicht einzige "Nachteil" dieses Buches ist, daß es für "Scheibenwelt"-Neueinsteiger hilfreich wäre, vorher zumindest ein Buch von Pratchett über die Nachtwache zu lesen ("Wachen! Wachen!", "Helle Barden", "Fliegende Fetzen", "Hohle Köpfe") und sich mit den Hauptcharakteren bekannt zu machen. Denn für Insider ist es (quasi als "Aha-Effekt") ein zusätzlicher Reiz zu sehen, wie einige der Figuren (Vetinary, Colon, Nobby, Schnapper, etc.) 30 Jahre vorher gewesen sind, welche Charaktereigenschaften sie damals hatten, die nun in der "Jetztzeit" (also in den anderen "Nachtwache"-Büchern) voll ausgereift sind. (Und wir wollen doch großmütig sein und Terry zugestehen, daß er durchaus davon ausgehen kann, daß es mittlerweile keine Neueinsteiger mehr gibt, oder etwa doch? Für solche Leute muß die Devise lauten: "Lernt erstmal aufrecht gehen, Jungs ..." ;-)) Kurz gesagt: Ein unwahrscheinlich kurzweiliges und spannendes Buch, in dem (trotz meiner Bemerkung am Anfang dieser Rezension) auch der Humor nicht zu kurz kommt. Mehr als nur äußerst empfehlenswert!
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94 von 97 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gut, aber nicht für jeden, 8. Juli 2003
Die Stadt Ankh Morpork ist wohl die bedeutendste Stadt der Scheibenwelt. Wer es zu etwas bringen will, geht nach Ankh Morpork. Wer es zu etwas gebracht hat, sucht schnell das Weite. Nur hier kann der Fluss so brackig werden, dass man eigentlich keine Brücken mehr bräuchte. Nur in Ankh Morpork ist es möglich, von ordentlich lizensierten Dieben ausgeraubt zu werden. Menschen, Zwerge, Trolle und undefinierbare Wesen Strömen zu Hauf in diese Stadt, mit der Hoffnung auf Wohlstand und Ruhm (und vielleicht ein wenig Frieden, aber nur wenn er billig ist).Dass Ankh Morpork nicht immer solch eine Bilderbuch-Stadt war, muss Lord Mumm, Kommandeur der Stadtwache, am eigenen Leib erfahren. Nach einer dramatischen Hetzjagd über den Dächer der Unsichtbaren Universität landen er und der Mörder Carcer in der Vergangenheit. Und die ist bei Weitem nicht rosig: Ein Psychopath regiert die Stadt, die Bürger trauen sich nachts nicht auf die Straßen, überall herrscht Misstrauen. Zu allem Unglück fühlt sich Carcer in der Vergangenheit wie zu Hause. Um ihn unauffällig festzunehmen gibt Mumm sich als John Keel aus, einem frisch in die Stadt versetzten Wächter. Es gibt nur ein Problem: Keel soll bei einer legendären Straßenschlacht sterben...schlechte Bedingungen, um heil nach Hause zu kommen. Terry Pratchett beherrscht mit seinen Scheibenwelt-Romanen schon seit Jahrzehnten das Genre der komischen Fantasy (lediglich Robert Asprin konnte ihm kurzzeitig das Wasser reichen). Die Fans schätzen seinen feinsinnigen Humor, der einen auch bei mehrfachem Lesen immer wieder zum Schmunzeln bringt. Und gerade deshalb ist "Die Nachtwächter" auf keinen Fall für Scheibenwelt-Neulinge geeignet. Pratchett scheint beim Schreiben in melachonischer Stimmung gewesen zu sein, denn dieser Roman ist das mit Abstand ernsthafteste Buch, das er je über die Scheibenwelt geschrieben hat (ja, ernster als "Einfach göttlich"). Zwar ist der Stil noch unverwechselbar, doch es fehlen die echten Gags, die genialen Ausbrüche der verdrehten Pratchett-Logik. Statt dessen begnügt sich Pratchett damit, zahlreiche Insider-Witze einzubauen, deren Verständnis nur den Scheibenwelt-Kennern vorbehalten ist. Man erlebt unter anderem Schnappers ersten Würstchen-Verkauf, Reg Schuh als Lebenden und Nobbys Start bei der Wache. Wer also ein Scheibenwelt-Buch kaufen möchte, weil ihm ein Bekannter davon erzählt hat, sollte sich für Bücher wie "Voll im Bilde", "Alles Sense" oder "Lords und Ladies" entscheiden. Echte Scheibewelt-Fans können sich diesen Roman ruhig zu Gemüte führen. Er ist spannend und unterhaltsam, jedoch eben auch nachdenklich und traurig. Selbst auf der Scheibenwelt ist wohl nicht immer alles zum Lachen.
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auch ein Meister leiser Töne..., 23. Dezember 2003
Mit "Absolut göttlich" hat Pratchett schon einmal bewiesen, dass auch auf der Scheibenwelt Witz nicht alles ist und dass er nicht nur die "lauten" Knalleffekte beherrscht, sondern durchaus auch die leisen Töne virtuos einsetzen kann."Die Nachtwächter" ist in dieser Hinsicht noch ernster, noch "leiser" und trotz allem von einer abgrundtiefen Komik erfüllt, die sich meist nicht auf den ersten Blick enthüllt, die sich aber immer mehr erschließt, je weiter man Kommandeur Mumm auf der Verbrecherjagd in seine Vergangenheit folgt (was in diesem Falle absolut wörtlich zu nehmen ist...)! Pratchett-Fans können so rege Anteil an der Volksrepublik der Sirupminenstraße nehmen, dem standhaften noch-nicht-untoten Reg Schuh begegnen, interessiert den jungen, talentierten Vetinari beobachten und den oft skurrilen Episödchen am Rande die eine oder andere Minute ihrer Aufmerksamkeit widmen... All die fürchterlichen Klippen des "ich-begegne-mir-selbst-und-weiß-was-passiert-aber-darf-eigentlich-nichts-ändern-was-solls-ich-tus-einfach" des Zeitreisens umschifft unser allseits beliebter Kommandeur mit Bravour, nicht unwesentlich unterstützt durch einige sehr kreative "Zeitgenossen"... Neben altbekannten und -geliebten Figuren tauchen neue Protagonisten wie Qu (Nomen est... doch lassen wir das) auf sowie selten "zu Ehren" gekommene Helden wie der Kehrer (was mich persönlich immer ganz besonders freut). Vergnügliche Stunden!!!
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