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Nachtstücke
 
 

Nachtstücke [Kindle Edition]

E. T. A. (Ernst Theodor Amadeus) Hoffmann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Pressestimmen

"Gerhard R. Kaiser ist eine zuverlässige, materialreiche und anregende Arbeit zu danken, die sich besonders zur Textarbeit anbietet und die sicher nicht nur von Schülern und Studenten freudig aufgenommen werden wird." -- Mitteilungen der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft

Kurzbeschreibung

Bei diesem Werk handelt es sich um eine urheberrechtsfreie Ausgabe.
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37 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Nachtseite der Psyche 15. August 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Diese von Hoffmann ursprünglich in zwei Bänden veröffentlichte Sammlung enthält zweimal acht Erzählungen: "Der Sandmann", "Ignaz Denner", "Die Jesuiterkirche in G.", "Das Sanctus", "Das öde Haus", "Das Majorat", "Das Gelübde", "Das Steinerne Herz". Jeweils die ersten drei Geschichten eines Bandes sind finstere Schauergeschichten, die dem Ruf des Autors als 'Gespensterhoffmann' entsprechen; mit "Das Sanctus" bzw. "Das Steinerne Herz" schließen die beiden Bände aber mit je einer eher heiteren Erzählung. "Ignaz Denner" ist eine Räubergeschichte, die dem "Wirtshaus im Spessart" entstammen könnte, wenn nicht am Ende, typisch hoffmannsch, der Teufel mit ins Spiel käme; "Der Sandmann" ist die vielleicht am gründlichsten psychoanalysierte Erzählung von Hoffmann; in "Die Jesuiterkirche in G." und "Das Sanctus" beschäftigt sich Hoffmann auf mal heitere, mal eher tragische Weise mit der Frage nach der wahren Kunst; "Das Majorat" ist eine finstere, höchst verwickelte Geschichte über eine Familie, deren Mitglieder (vor allem die erbberechtigen Söhne) sich Schritt für Schritt gegenseitig ins Unglück stürzen; während in "Das steinerne Herz", quasi dem Gegenstück zum "Majorat", am Ende alle glücklich und zufrieden sind. Das Nachwort von Gerhard R. Kaiser erläutert u.a. die Bedeutung des Titels dieser Sammlung: Als "Nachtstücke" waren zu Hoffmanns Zeit vor allem Gemälde von Goya, Caravaggio, Rembrandt und anderen bekannt, die sich durch starke Hell-Dunkel-Konstraste auszeichnen. Hoffmann bringt diese künstlerische Tradition in Zusammenhang mit der im 19. Jahrhundert aufkommenden Beschäftigung mit den "Nachtseiten" der menschlichen Psyche - Mesmerismus, Magnetismus, Wahnsinn, psychische Krankheit und Möglichkeiten der Heilung sind Themen, die in allen Texten von Hoffmann eine Rolle spielen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
"Spalanzanische Fledermaus" so nannte sich Hoffmann angeblich selbst gelegentlich (nach dem italienischen Anatomen Spalanzani, der bei der Fledermaus einen wunderbaren sechsten Sinn ausgemacht haben will). Vertieft man sich in Hoffmanns Erzählungen, seien es nun die Nachtstücke oder andere, so wird man die Gültigkeit dieser so seltsam anmutenden Bezeichnung nicht in Frage stellen wollen.

Baudelaire nannte ihn den "Göttlichen", G. de Nerval stellte ihn auf eine Stufe mit Goethe. Die Meinung dieser beiden Autoren kann als beispielhaft gelten für die Akzeptanz Hoffmanns im französischsprachigen Raum.

Wie aber ist es zu erklären, daß ihm in Deutschland niemals diese Verehrung und Anerkennung zuteil wurde? Ich zitiere (Ricarda Huch über E.Th.A. Hoffmann): "Daß er ein großer Künstler nicht war und Meisterwerke nicht schaffen konnte, sah sein scharfer königsbergischer Verstand wohl ein ...". So oder ähnlich urteilten und urteilen viele in Deutschland über ihn. Ich möchte mich da eher dem Urteil Baudelaires anschließen.

Hoffmann war ein Meister der Ironie, auch der Selbstironie (spalanzanische Fledermaus). Seine skurrilen Gestalten erscheinen oft wie verzerrte Spiegelbilder oder Karikaturen seiner selbst. Auch sein Verhältnis zum Wein, der ihm Mittel zur Inspiration, Antriebskraft für die Mühlen seiner Phantasie war, spiegelt sich in seinem Werk wider, denn in vielen seiner Erzählungen spielt der Wein eine Rolle. Und sein Hang zum Absonderlichen und Obskuren ist auch Spiegelbild seiner eigenen Seelenlandschaft. Seinem Dämonismus, seinem exzentrischen, oft krankhaft übersteigertem Somnambulismus liegen eigene seelische Erlebnisse zugrunde. Das spürt man als Leser, wie ich meine, so wie man es beispielsweise auch bei Poe spüren kann.

Nichts davon spüre ich bei Stephen King und dem Heer seiner Epigonen. Ihnen nehme ich nicht ab, daß ihre Geschichten wirklich traumgeboren sind, beziehungsweise in den Tiefen ihres Unbewußten Gestalt angenommen haben. Bei King und Konsorten wirkt alles eher aufgesetzt und konstruiert, vom literarischen und sprachlichen Standpunkt nicht immer unbedingt wertlos oder uninteressant, aber an psychologischer Tiefe geben sie im Gegensatz zu Hoffmanns Werken meist nichts her.

E.Th.A. Hoffmanns Dichtungen sind für mich stets eine Fundgrube wunderlicher exotischer Blüten gewesen und sie sind von zeitloser Gültigkeit, weil die archetypischen Gestalten, die seine Geschichten bevölkern ebenfalls zeitlos und universell gültig sind. Ich mag ihn und jede einzelne seiner Geschichten, keine mag ich herausheben und vor oder hinter die anderen stellen. Er steht für mich fast auf Augenhöhe mit dem genialen Edgar Allan Poe, auch wenn Hoffmanns Erzählungen manchmal etwas Fragmentarisches, Fratzenhaftes anhaftet, als könne der Autor die bizarren Traumgesichte seines Inneren gar nicht richtig fassen und in Worte umsetzen.

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10 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ernst Theodor Amadeuas (Wilhelm)Hoffmann (1776-1822) hat mit seiner Sammlumg NACHTSTÜCKE (1817) gezeigt, dass die fantasievolle Traumwelt in unseren Alltag einbrechen und das Wunderbare unsere Tagesrealität bestimmen kann.

Ob DER SANDMANN, DAS ÖDE HAUS oder DIE BERGWERKE ZU FALUN: Hoffmann gelingt es mit seinen NACHTSTÜCKEN den Rahmen der sogenannten trivialen Schauergeschichten zu sprengen und den Leser in eine Traumwelt zu entführen, die viele Bildmotive der Romantik enthält.

Mit diesen Werken bleibt Hoffmann auch heute noch ein Klassiker der anspruchsvollen und romantischen Schauererzählungen, die Gänsehaut erzeugen und eine Spannung beim Leser hervorrufen, die nur noch von einem Stephen King und seinen Werken übertroffen wird.

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