Der Einstieg in dieses Buch ist mir zugegeben etwas schwer gefallen. Der Autor, der aus der Ich-Perspektive erzählt, spricht seine grosse Liebe immer mit "Du" an. Das wirkt am Anfang etwas verwirrend, weil auf den ersten Seiten damit seine verlorengegangene Beziehung und danach die neue Liebe angesprochen wird. Wenn man sich da mal reingefunden hat und diese Art des Schreibens innerlich akzeptiert hat, wird der Leser schnell dadurch für den Protagonisten eingenommen. So schreibt der Autor wortwörtlich über eine verhängnisvolle Zugfahrt, die ihn und seine grosse Liebe zusammenbringen wird wortwörtlich : "... wie konnte ich wissen, daß Du auf dem Weg in mein Leben warst.". Während die stilistischen Ausarbeitungen sehr sensibel und einfühlsam gelungen sind, wirkt das Buch aber leider teilweise doch ein bißchen "platt". Daß sowohl Will Kaplan als auch Sean Paris schwer an einer dramatisch gescheiterten Beziehungen zu tragen haben, wobei sich Kaplan sogar in die llusion verrennt, daß seine frühere grosse Liebe nicht bei einem Schwimmunfall ums Leben kam, sondern ihn nur duch die Vortäuschung desselben verlassen wollte, während Paris die gescheiterte Beziehung zu einem US-Marine beziehungsunfähig gemacht hat, wirkt einfach ein bißchen zu konstruiert oder wie ein Vorrezensent geschrieben richtig hat "zu parallel". Die daraus resultierende Sprachlosigkeit zwischen den beiden, provoziert einen grossen Streit als Paris den Versuch von Kaplan verweigert mehr Imtimität und Nähe zuzulassen. Gerade deshalb wirkt das Ende, das ich hier nicht verraten möchte, erschreckend unglaubwürdig. Wenn man die ersten 280 Seiten gelesen hat, wirkt der Epilog völlig aus dem Zusammenhang gerissen, da die Hauptdarsteller sich auf einmal aufeinander zubewegen.
Trotzdem : Ein vom Schreibstil und von den Formulierungen sehr sensibel gestaltetes Werk, daß den Leser bzw. die Leserin gerne über manche konstruierten Zufälligkeiten hinwegsehen läßt.