Mögen Sie Geisterbahnen? Ja? Dann möchte ich Sie rechtherzlich einladen mir in die Welt von Stephen Kings "Nachtschicht" zu folgen. Denn dieses Buch ist wie eine Fahrt durch ein Gruselkabinet, aus dem es kein Entrinnen gibt.
Sie werden unterwegs auf eine sehr mordlustige Wäschemangel treffen; Sie werden Autos sehen, die auf magische Weise zum Leben erwachen; Sie werden Mördern begegnen, die eigentlich keine sind; Sie werden auf einen Menschen treffen, der sich auf eine grauenhafte und gefährliche Art versucht, das Rauchen abzugewöhnen; Sie werden jemanden sehen, der von einem raffzähnigen Rasenmäher attackiert wird; Sie werden miterleben, wie es ist, auf einem 25 cm breiten Mauervorsprung außen an einem Hochhausgebäude im 43. Stock, 120 Meter über dem Erboden, entlangbalancieren zu müssen; Sie werden Wesen begegnen, die Ihre Nackenhärchen zum aufrichten bringen; Sie werden reichlich Erfahrung über das Innere von Wandschränken sammeln und Sie werden sich ab jetzt zweimal überlegen, welches Spielzeug Sie ihren Kindern schenken.
Meineserachtens eines der Besten Kurzgeschichtenbände, die von Stephen King erschienen sind.
Ein bunter Mix aus Geschichten, in denen sich die Phantasie vom "Meister des Horrors" so richtig austobt. Immer wenn man an den Punkt gekommen ist, an dem man denkt, King hätte nun endgültig den Verstand verloren, kommt ein neuer Absatz, in dem er plötzlich wieder so real, klar und deutlich erzählt, als gäbe es nichts Natürlicheres und als hätte er nicht gerade vor zwei Sätzen von monströsen Riesenratten und fremdartigen, aus dem Körper wachsenden Augen geschrieben.
Ja, als wäre nichts von all dem geschehen. Als hätten wir lediglich einen gemütlichen Plausch mit dem Autor geführt, der uns eine kleine, harmlose Geschichte erzählen wollte. Eine Geschichte vom Meister des Horrors.