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Nachts unter der steinernen Brücke
 
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Nachts unter der steinernen Brücke [Gebundene Ausgabe]

Leo Perutz
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 270 Seiten
  • Verlag: Vitalis; Auflage: 1 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3899190483
  • ISBN-13: 978-3899190489
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 805.244 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Leo Perutz gilt mit Der Marques de Bolibar, Der Meister des jüngsten Tages und Sankt Petri-Schnee als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Erzähler fantastischer Geschichten. Mit dem Roman Nachts unter der steinernen Brücke, den er in der Emigration in Tel Aviv verfasste, kehrte der 1882 in Prag geborene Schriftsteller zur Stätte seiner Kindheit zurück.

1951 als "Meils Gut" vollendet, hatte Perutz anfangs Schwierigkeiten, einen Verleger für den Roman zu finden. Als er 1953 endlich erschien, erhielt er ausnahmslos gute Kritiken (Perutz "wahrscheinlich reifster und eindrucksvollster Roman", so F. Torberg). Ein Publikumserfolg indes wurde Nachts unter der steinernen Brücke nicht. Vielleicht ist der Grund dafür, dass Perutz in der Geschichte einer verbotenen Liebe zwischen dem böhmischen König Rudolf II. und der märchenhaft schönen Esther, Frau des "Meisljud", sein zentrales Thema, nämlich die Vorstellung eines Zwischenreiches aus Bewusstsein und Traum, eine höhere Wirklichkeit, in einer atmosphärisch dichten Szenerie schildert, die nicht selten in eine lyrische Epik abgleitet. Aber genau das macht die vierzehn Episoden aus dem Prag der Alchimisten und Golems, dem 16. und 17. Jahrhundert, zu eben jenem reizvollen, "eindrucksvollen" Werk, und lassen dem Leser die Erfüllung der Liebe um so wunderbarer erscheinen: Der legendenumwobene Hohe Rabbi Loew verbindet die Liebenden in einem magischen Traum: Er pflanzt unter der Moldaubrücke einen Rosenstock und Rosmarin, und "wenn der Abendwind über den Wellen des Flusses dahinglitt, schmiegte sich die Blüte des Rosmarins enger an die rote Rose, und der träumende Kaiser fühlte an seinen Lippen den Kuss der Traumgeliebten". --Marcel Feige -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Nachts unter der steinernen Brücke
OA1953 Form Roman Epoche Moderne
Der letzte von Leo Perutz noch zu Lebzeiten veröffentlichte Roman Nachts unter der steinernen Brücke mit dem Untertitel Ein Roman aus dem alten Prag nimmt als Novellenroman, der eine Reihe nur lose verbundener Geschichten erzählt, einen besonderen Platz unter den Werken des Autors ein. Mit diesem Roman, der in der Zeit des Goldenen Prag angesiedelt ist, als unter Kaiser Rudolf II. (1552–1612) Wissenschaften und Künste blühten, hat Perutz seiner Geburtsstadt sowie ihrer glanz- und wechselvollen Geschichte ein Denkmal gesetzt.
Entstehung: Perutz trug sich lange mit der Idee, die Stadt, deren Kulissen er noch in seiner Jugend gesehen hatte, zum Schauplatz eines Romans zu machen. Die Eingangsepisode war unter dem Titel Die Pest in der Judenstadt schon 1924 als eigenständige Erzählung veröffentlicht worden. Perutz schrieb den Roman in seinem Exil in Tel Aviv und vollendete ihn 1951 unter dem Titel Meisls Gut, fand aber lange keinen Abnehmer. Sein deutscher Verleger befürchtete, das deutsche Publikum sei noch nicht aufnahmebereit für jüdisches Geistesgut.
Aufbau: Der Epilog klärt das Geheimnis über die eigentümliche achronologische Anordnung der 14 Erzählungen auf – sie wurden dem jungen Perutz als mündlich tradierte Geschichten aus dem alten Prag von seinem Hauslehrer erzählt. Demzufolge ist es Aufgabe des Lesers, die Geschichten in die richtige zeitliche Reihenfolge zu bringen. Die 14 Erzählungen, zumeist in sich abgeschlossene Novellen aus dem Prag am Vorabend des 30-jährigen Krieges, lassen nach und nach als zentralen Handlungsstrang die Traumliebe des Kaisers Rudolf II. zu der schönen Jüdin Esther hervortreten. Die spiritistisch inspirierte Beziehung zwischen dem Kaiser und der Jüdin wird ausführlich in der siebten Geschichte gestaltet, die nicht zufällig im Zentrum des Romans steht. Die den Roman determinierende Zahl Sieben verweist auf den Bezug des Romans zur Kabbala, die in der Zahl Sieben die Nähe zum Göttlichen erkennt.
Inhalt: Im Zentrum der Novellen stehen neben dem Kaiser Rudolf und der schönen Esther der reiche Jude Mordechai Meisl, der Financier des Kaisers, und der wundertätige Rabbi Löw. Dem Kaiser war bei einem Ritt durch das Getto die schöne Jüdin Esther, die Frau Meisls, aufgefallen. Da der Kaiser angedroht hat, alle Juden aus Böhmen zu vertreiben, nahm der Rabbi Löw seine wundertätigen Kräfte zur Hilfe, um eine Begegnung zwischen den Liebenden zumindest im Traum zu ermöglichen. Des Widerstands gegen die Vorsehung, die dem Rabbi vom Engel Asael in der 14. Geschichte vorgeworfen wird, machen sich auch andere Figuren der Erzählung schuldig. Die Verbindung zwischen den einzelnen Episoden stiftet weniger die Abfolge der Handlung als ein raffiniertes motivisches Spiegelprinzip, das in den unterschiedlichen Protagonisten der Erzählungen – in dem jüdischen Händler Berl Landfahrer, dem Maler Brabanzio, dem Kammerknecht Meisl oder dem Alchemisten Jakobus von Delle – Exzentriker und gescheitere Existenzen gestaltet, in denen sich der Aufstieg und Niedergang des Alchemistenkaisers spiegelt.
Der Roman beeindruckt durch seine genauen Kenntnisse der Lokalität und der Geschichte, durch seine atmosphärische Dichte und den märchenhaften Tonfall, mit dem eine zwischen Wirklichkeit und Fantasie angesiedelte Geschichte erzählt wird, in der neben den erfundenen Figuren auch reale historische Gestalten wie der Hofastronom Johannes Kepler (1571 bis 1630) und der junge Feldherr Wallenstein (1583–1634) eine Rolle spielen.
Wirkung: Perutz kann noch immer als einer der großen Unbekannten der deutschen Literatur bezeichnet werden. Seine von so unterschiedlichen Temperamenten wie Theodor W. R Adorno und Hermann R Broch anerkannte Begabung, unterhaltsame historische Romane auf hohem literarischen Niveau zu schreiben, war seiner literaturwissenschaftlichen Anerkennung nicht zuträglich. Erst seit dem Boom der fantastischen Literatur in den 1970er und 1980er Jahren lässt sich eine kritische Neubewertung seines Werks beobachten. Von einer direkten literarischen Wirkung kann hingegen nur in einem uneigentlichen Sinne gesprochen werden: Die Erfolgsformel, bekannte historische Stoffe auf kleine, der Schulhistorie unbekannte Ursachen zurückzuführen und historische Zusammenhänge mit fantastischen Begebenheiten anzureichern, bewährt sich auch noch in der modernen Unterhaltungsliteratur, ohne dass dabei Perutz als Gewährsmann namhaft gemacht wird. H.R.B. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Über drei Jahrzehnte schrieb Leo Perutz an seinem meisterhaften Roman, sechs Jahre allein benötigte er für die letzten beiden Kapitel, die die geniale Konzeption des Werkes erst sichtbar werden lassen. Zunächst muß das Buch dem Leser wie eine Novellensammlung erscheinen, und es fällt schwer, den Bezug herzustellen zwischen den einzelnen Erzählungen, die alle im alten Prag um das Jahr 1600 herum spielen und die nicht einmal in chronologischer Reihenfolge im Roman erscheinen. Die konstruktive Phantasie des Lesers ist also gefragt, um die sich überlagernden und sich kreuzenden Handlungsfäden in ein Sinn gebendes Bezugsnetz zu knüpfen. Die Schlüssel, die er benötigt, um das Verständnis für das Ganze aufzuschließen, findet der Leser im ersten, im siebten und im dreizehnten Kapitel.

Bei den im Roman auftretenden Personen handelt es sich fast ausnahmslos um geschichtliche Persönlichkeiten wie Kaiser Rudolf den Zweiten, den Astronomen Kepler oder den Wallenstein. In gewisser Hinsicht haben wir es hier also auch mit einem historischen Roman zu tun, der aber dem Leser die Historie fragmentarisch darbietet, in scheinbar nur lose zusammenhängenden Einzelbildern, so wie die Spuren der Vergangenheit sich auch dem forschenden Historiker darbieten. Bei Perutz ist die Geschichte häufig bestimmt von sich erfüllenden Prophezeihungen, von traumgeborenen Vorausdeutungen, die kleinen Zufälle, deren sich das Schicksal gern bedient, spielen eine Rolle. Realität und Traum, der im Werk fast einen leitmotivischen Charakter annimmt, sind untrennbar ineinander verwoben und all dies ist durchgeistigt von einer sublimen Ironie.

Die Sprache mag für einige "moderne" Leser am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig sein, doch schon bald fühlt man sich mittendrin im Geschehen, so als wäre man selbst dabei gewesen, alles ist lebensnah beschrieben, zudem genial konstruiert. Vom Inhalt selber möchte ich hier lieber nichts verraten.

Ein sehr lohnenswertes Buch. Ohne Einschränkungen zu empfehlen!

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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Wer vom gelernten Versicherungsmathematiker Perutz Spannungsromane wie "Von neun bis neun" oder "Der Meister des Jüngsten Tages" kennt, wird über die poetische Tiefe und Reife dieses Bandes - ich scheue mich, wie der Autor die Benennung "Roman" zu gebrauchen - verwundert sein. Hier hat er wohl sein bestes Thema gefunden. Es geht um die Beschreibung Altprags zu Zeiten des legendären Kunstsammler-Kaisers Rudolf II. (Sein vielleicht bekanntester Favorit, der manieristische Maler Arcimboldo, kommt allerdings nicht vor), der in einer kompliziert versponnenen Handlung mit der Welt des jüdischen Prag, dem Rabbi Löw (auch dessen Golem ist kein Thema) und dem Finanzier Meisl konfrontiert wird. Nur angedeutet als Zentrum der Handlung ist die Liebschaft des Kaisers und der Frau Meisls, die in dem traumhaften Bild des vom Rabbi Löw unter der Brücke gepflanzten Rosenstocks, mit dem blühenden Rosmarin verbunden, dargestellt ist. Obwohl Zauberei eine wichtige Rolle spielt und der Leser immer wieder an Bulgakows "Meister und Margarita" erinnert wird, auch was die religiöse Dimension der Werke angeht, begeistert die historisch-realistische Schilderung der Stadt Prag als Schmelztiegel für Kulturen und Ideologien. Als eines der letzten Zeugnisse deutsch-jüdischer Kultur (das Buch wurde von Perutz in Wien 1923 begonnen und im israelischen Exil 1951 beendet) und als poetisches Meisterwerk unbedingt lesenswert!
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von isy3 TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Dieses Buch ist ein Klassiker, weil es zeitlose Themen, spannende Handlung mit wunderbarer Sprache vereint. Es gehört in jede Hausbibliothek und ich empfehle es als DAS Buch für die Reise nach Prag.

Das historische Prag unter König Rudolf und das Judenviertel bilden den Hintergrund für diesen Roman, der eine ungewöhnliche Konstruktion aufweist. Jedes Kapitel für sich ist Teil eines Puzzles, das sich Stück für Stück zu einem grandiosen bunten Panorama zusammensetzt und zu einer zeitlosen Geschichte um Geld, Macht und Liebe. Dabei ist jedes einzelne Kapitel eine perfekt geschriebene Novelle, die jedesmal ein kleines Kunstwerk ist.

Ein Buch mit solchem Tiefgang wurde nicht locker dahingeschrieben, das merkt man. Der Autor brauchte Jahrzehnte aber das Lesen ist eine Lust, denn die ganze Spannbreite des Lebens vom Humor bis zur Tragik ist darin erfaßt.

Ein großartiges Stück Weltliteratur - hat eigentlich sieben Sterne verdient.

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Am 14. Mai 2001 veröffentlicht
Wiederentdeckung
Rang 323.000 in der amazon-Wertung sagt schon alles über diesen Autor, der zu Unrecht vergessen ist in deutschland und der Welt. Lesen Sie weiter...
Am 23. Juni 2000 veröffentlicht
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