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Nachts unter der steinernen Brücke: Roman
 
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Nachts unter der steinernen Brücke: Roman (Taschenbuch)

von Leo Perutz (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Dezember 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423130253
  • ISBN-13: 978-3423130257
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 11,9 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 57.498 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Leo Perutz gilt mit Der Marques de Bolibar, Der Meister des jüngsten Tages und Sankt Petri-Schnee als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Erzähler fantastischer Geschichten. Mit dem Roman Nachts unter der steinernen Brücke, den er in der Emigration in Tel Aviv verfasste, kehrte der 1882 in Prag geborene Schriftsteller zur Stätte seiner Kindheit zurück.

1951 als "Meils Gut" vollendet, hatte Perutz anfangs Schwierigkeiten, einen Verleger für den Roman zu finden. Als er 1953 endlich erschien, erhielt er ausnahmslos gute Kritiken (Perutz "wahrscheinlich reifster und eindrucksvollster Roman", so F. Torberg). Ein Publikumserfolg indes wurde Nachts unter der steinernen Brücke nicht. Vielleicht ist der Grund dafür, dass Perutz in der Geschichte einer verbotenen Liebe zwischen dem böhmischen König Rudolf II. und der märchenhaft schönen Esther, Frau des "Meisljud", sein zentrales Thema, nämlich die Vorstellung eines Zwischenreiches aus Bewusstsein und Traum, eine höhere Wirklichkeit, in einer atmosphärisch dichten Szenerie schildert, die nicht selten in eine lyrische Epik abgleitet. Aber genau das macht die vierzehn Episoden aus dem Prag der Alchimisten und Golems, dem 16. und 17. Jahrhundert, zu eben jenem reizvollen, "eindrucksvollen" Werk, und lassen dem Leser die Erfüllung der Liebe um so wunderbarer erscheinen: Der legendenumwobene Hohe Rabbi Loew verbindet die Liebenden in einem magischen Traum: Er pflanzt unter der Moldaubrücke einen Rosenstock und Rosmarin, und "wenn der Abendwind über den Wellen des Flusses dahinglitt, schmiegte sich die Blüte des Rosmarins enger an die rote Rose, und der träumende Kaiser fühlte an seinen Lippen den Kuss der Traumgeliebten". --Marcel Feige -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Nachts unter der steinernen Brücke
OA1953 Form Roman Epoche Moderne
Der letzte von Leo Perutz noch zu Lebzeiten veröffentlichte Roman Nachts unter der steinernen Brücke mit dem Untertitel Ein Roman aus dem alten Prag nimmt als Novellenroman, der eine Reihe nur lose verbundener Geschichten erzählt, einen besonderen Platz unter den Werken des Autors ein. Mit diesem Roman, der in der Zeit des Goldenen Prag angesiedelt ist, als unter Kaiser Rudolf II. (1552–1612) Wissenschaften und Künste blühten, hat Perutz seiner Geburtsstadt sowie ihrer glanz- und wechselvollen Geschichte ein Denkmal gesetzt.
Entstehung: Perutz trug sich lange mit der Idee, die Stadt, deren Kulissen er noch in seiner Jugend gesehen hatte, zum Schauplatz eines Romans zu machen. Die Eingangsepisode war unter dem Titel Die Pest in der Judenstadt schon 1924 als eigenständige Erzählung veröffentlicht worden. Perutz schrieb den Roman in seinem Exil in Tel Aviv und vollendete ihn 1951 unter dem Titel Meisls Gut, fand aber lange keinen Abnehmer. Sein deutscher Verleger befürchtete, das deutsche Publikum sei noch nicht aufnahmebereit für jüdisches Geistesgut.
Aufbau: Der Epilog klärt das Geheimnis über die eigentümliche achronologische Anordnung der 14 Erzählungen auf – sie wurden dem jungen Perutz als mündlich tradierte Geschichten aus dem alten Prag von seinem Hauslehrer erzählt. Demzufolge ist es Aufgabe des Lesers, die Geschichten in die richtige zeitliche Reihenfolge zu bringen. Die 14 Erzählungen, zumeist in sich abgeschlossene Novellen aus dem Prag am Vorabend des 30-jährigen Krieges, lassen nach und nach als zentralen Handlungsstrang die Traumliebe des Kaisers Rudolf II. zu der schönen Jüdin Esther hervortreten. Die spiritistisch inspirierte Beziehung zwischen dem Kaiser und der Jüdin wird ausführlich in der siebten Geschichte gestaltet, die nicht zufällig im Zentrum des Romans steht. Die den Roman determinierende Zahl Sieben verweist auf den Bezug des Romans zur Kabbala, die in der Zahl Sieben die Nähe zum Göttlichen erkennt.
Inhalt: Im Zentrum der Novellen stehen neben dem Kaiser Rudolf und der schönen Esther der reiche Jude Mordechai Meisl, der Financier des Kaisers, und der wundertätige Rabbi Löw. Dem Kaiser war bei einem Ritt durch das Getto die schöne Jüdin Esther, die Frau Meisls, aufgefallen. Da der Kaiser angedroht hat, alle Juden aus Böhmen zu vertreiben, nahm der Rabbi Löw seine wundertätigen Kräfte zur Hilfe, um eine Begegnung zwischen den Liebenden zumindest im Traum zu ermöglichen. Des Widerstands gegen die Vorsehung, die dem Rabbi vom Engel Asael in der 14. Geschichte vorgeworfen wird, machen sich auch andere Figuren der Erzählung schuldig. Die Verbindung zwischen den einzelnen Episoden stiftet weniger die Abfolge der Handlung als ein raffiniertes motivisches Spiegelprinzip, das in den unterschiedlichen Protagonisten der Erzählungen – in dem jüdischen Händler Berl Landfahrer, dem Maler Brabanzio, dem Kammerknecht Meisl oder dem Alchemisten Jakobus von Delle – Exzentriker und gescheitere Existenzen gestaltet, in denen sich der Aufstieg und Niedergang des Alchemistenkaisers spiegelt.
Der Roman beeindruckt durch seine genauen Kenntnisse der Lokalität und der Geschichte, durch seine atmosphärische Dichte und den märchenhaften Tonfall, mit dem eine zwischen Wirklichkeit und Fantasie angesiedelte Geschichte erzählt wird, in der neben den erfundenen Figuren auch reale historische Gestalten wie der Hofastronom Johannes Kepler (1571 bis 1630) und der junge Feldherr Wallenstein (1583–1634) eine Rolle spielen.
Wirkung: Perutz kann noch immer als einer der großen Unbekannten der deutschen Literatur bezeichnet werden. Seine von so unterschiedlichen Temperamenten wie Theodor W. R Adorno und Hermann R Broch anerkannte Begabung, unterhaltsame historische Romane auf hohem literarischen Niveau zu schreiben, war seiner literaturwissenschaftlichen Anerkennung nicht zuträglich. Erst seit dem Boom der fantastischen Literatur in den 1970er und 1980er Jahren lässt sich eine kritische Neubewertung seines Werks beobachten. Von einer direkten literarischen Wirkung kann hingegen nur in einem uneigentlichen Sinne gesprochen werden: Die Erfolgsformel, bekannte historische Stoffe auf kleine, der Schulhistorie unbekannte Ursachen zurückzuführen und historische Zusammenhänge mit fantastischen Begebenheiten anzureichern, bewährt sich auch noch in der modernen Unterhaltungsliteratur, ohne dass dabei Perutz als Gewährsmann namhaft gemacht wird. H.R.B. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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5.0 von 5 Sternen Mosaikartig angelegter, genial konzipierter Roman, 26. Juni 2005
Von Werner Fletcher (Delbrück Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Über drei Jahrzehnte schrieb Leo Perutz an seinem meisterhaften Roman, sechs Jahre allein benötigte er für die letzten beiden Kapitel, die die geniale Konzeption des Werkes erst sichtbar werden lassen. Zunächst muß das Buch dem Leser wie eine Novellensammlung erscheinen, und es fällt schwer, den Bezug herzustellen zwischen den einzelnen Erzählungen, die alle im alten Prag um das Jahr 1600 herum spielen und die nicht einmal in chronologischer Reihenfolge im Roman erscheinen. Die konstruktive Phantasie des Lesers ist also gefragt, um die sich überlagernden und sich kreuzenden Handlungsfäden in ein Sinn gebendes Bezugsnetz zu knüpfen. Die Schlüssel, die er benötigt, um das Verständnis für das Ganze aufzuschließen, findet der Leser im ersten, im siebten und im dreizehnten Kapitel.

Bei den im Roman auftretenden Personen handelt es sich fast ausnahmslos um geschichtliche Persönlichkeiten wie Kaiser Rudolf den Zweiten, den Astronomen Kepler oder den Wallenstein. In gewisser Hinsicht haben wir es hier also auch mit einem historischen Roman zu tun, der aber dem Leser die Historie fragmentarisch darbietet, in scheinbar nur lose zusammenhängenden Einzelbildern, so wie die Spuren der Vergangenheit sich auch dem forschenden Historiker darbieten. Bei Perutz ist die Geschichte häufig bestimmt von sich erfüllenden Prophezeihungen, von traumgeborenen Vorausdeutungen, die kleinen Zufälle, deren sich das Schicksal gern bedient, spielen eine Rolle. Realität und Traum, der im Werk fast einen leitmotivischen Charakter annimmt, sind untrennbar ineinander verwoben und all dies ist durchgeistigt von einer sublimen Ironie.

Die Sprache mag für einige "moderne" Leser am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig sein, doch schon bald fühlt man sich mittendrin im Geschehen, so als wäre man selbst dabei gewesen, alles ist lebensnah beschrieben, zudem genial konstruiert. Vom Inhalt selber möchte ich hier lieber nichts verraten.

Ein sehr lohnenswertes Buch. Ohne Einschränkungen zu empfehlen!

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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sensationell konstruiert; Pflichtlektüre "Judaica", 29. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Wer vom gelernten Versicherungsmathematiker Perutz Spannungsromane wie "Von neun bis neun" oder "Der Meister des Jüngsten Tages" kennt, wird über die poetische Tiefe und Reife dieses Bandes - ich scheue mich, wie der Autor die Benennung "Roman" zu gebrauchen - verwundert sein. Hier hat er wohl sein bestes Thema gefunden. Es geht um die Beschreibung Altprags zu Zeiten des legendären Kunstsammler-Kaisers Rudolf II. (Sein vielleicht bekanntester Favorit, der manieristische Maler Arcimboldo, kommt allerdings nicht vor), der in einer kompliziert versponnenen Handlung mit der Welt des jüdischen Prag, dem Rabbi Löw (auch dessen Golem ist kein Thema) und dem Finanzier Meisl konfrontiert wird. Nur angedeutet als Zentrum der Handlung ist die Liebschaft des Kaisers und der Frau Meisls, die in dem traumhaften Bild des vom Rabbi Löw unter der Brücke gepflanzten Rosenstocks, mit dem blühenden Rosmarin verbunden, dargestellt ist. Obwohl Zauberei eine wichtige Rolle spielt und der Leser immer wieder an Bulgakows "Meister und Margarita" erinnert wird, auch was die religiöse Dimension der Werke angeht, begeistert die historisch-realistische Schilderung der Stadt Prag als Schmelztiegel für Kulturen und Ideologien. Als eines der letzten Zeugnisse deutsch-jüdischer Kultur (das Buch wurde von Perutz in Wien 1923 begonnen und im israelischen Exil 1951 beendet) und als poetisches Meisterwerk unbedingt lesenswert!
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23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Magischer Realismus aus dem alten Prag, 20. Dezember 2002
Von H. P. Roentgen "Textkraftmoderator" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Im Prag des beginnenden sechzehnten Jahrhundert sieht Kaiser Rudolf II. die schöne Jüdin Esther und verfällt ihr. Rabbi Loew, der die Juden Prags vor der Verfolgung bewahren will, spricht einen Zauber und fortan träumt der Kaiser, dass Esther jede Nacht in sein Schlafgemach kommt.

Aber aus dem Zauber folgt nichts Gutes: Die Pest sucht Prag heim und Rabbi Loew sieht sich gezwungen ...

Doch das müssen Sie schon selbst lesen ;-).

Nein, Perutz ist nicht Zeitgeist, weder Pop-Literatur noch
neudeutsche Weinerlichkeit und auch nicht bombastisches Historiengemälde, das dem Leser bestätigt, was er längst über die Vergangenheit zu wissen glaubt. Im Gegenteil, das ist magischer Realismus pur, wie ihn angeblich nur die Südamerikaner beherrschen, aber Perutz war ein deutscher Jude Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts.

Er verquickt solide historische Tatsachen auf höchst eigene Art mit Sagen aus Prag, aus der Stadt der drei Nationen (Tschechen, Deutsche und Juden) und webt daraus einen Erzählteppich, der den Leser fesselt und am Ende sich fragen lässt: Was davon ist nun wirklich geschehen? Er zeichnet lebendige Personen, sein Stil ist unaufdringlich und er weiß seine Handlung aufzubauen.

Perutz war in den Zwanziger Jahren bekannt und beliebt, musste vor Hitler fliehen und starb in den Fünfziger Jahren weitgehend vergessen in Tel Aviv. Ein Beispiel mehr, was die deutsche Literatur durch Hitler und die Nazis verloren hat, welche Erzähltalente vertrieben wurden und - viel schlimmer! - erst nach Jahrzehnte versuchte man, sie zurückzuholen.

Und immer noch stimmt, was Alfred Polgar 1926 über Leo Perutz sagte:
"Ich überschätze die Bücher des Leo Perutz nicht. Es sind spannende Erzählungen mit einem leuchtenden Kern, in denen Einbildungskraft und Ökonomie des Ausdrucks gepaart erscheinen. Sie vermitteln dem Leser kein neues Bild des Seins, reden kein Loch in den Bauch der Welt, helfen nicht über Tod, Dalles, glückliche und unglückliche Liebe. Sie versprechen dir nicht die Ewigkeit, aber sie erfüllen redlich die Stunde, in der du sie liest."

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5.0 von 5 Sternen Gestalten und Geschichten der Weltliteratur aus dem alten Prag
Leo Perutz schildert in seinem ohne Zweifel zur Weltliteratur gehörenden Buch die Goldmacher, Künstler und Sterndeuter Prags. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von buechermaxe veröffentlicht

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Veröffentlicht am 10. November 2005 von isy3

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Veröffentlicht am 13. September 2003 von AD

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leo peruz - ein meister in sachen phantasie verknüpft auf faszinierende weise verschiedene handlungsstränge kurioser episoden aus dem prag kaiser rudolphs zu einem großen ganzen... Lesen Sie weiter...
Am 14. Mai 2001 veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Wiederentdeckung
Rang 323.000 in der amazon-Wertung sagt schon alles über diesen Autor, der zu Unrecht vergessen ist in deutschland und der Welt. Lesen Sie weiter...
Am 23. Juni 2000 veröffentlicht

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