Nachtreiter...
Wenn ich ehrlich bin, habe ich dieses Buch aufgrund seines guten Preis-Seiten-Verhältnisses ausgewählt: 10,- für 400 Seiten sind angemessen.
Das Erste, was mir auffiel (und gefiel), war der einzigartige Stil. Selten habe ich eine Autorin gesehen, die Worte und Sätze derart geschickt ineinander verweben kann, dass schon das Lesen an sich Spaß macht.
Man merkt übrigens sehr schnell, dass das Buch von einer Frau geschrieben wurde, denn gerade die sehr romantisch ausgelegte Liebesgeschichte schien mir anfangs nicht so recht in ein Fantasy-Buch passen zu wollen, doch zum Glück wurde es nie kitschig, sondern genau im Gegenteil, die Geschichte steigerte sich von Kapitel zu Kapitel. Fast in jedem Abschnitt tauchten neue Hindernisse und Intrigen auf, die ein anderes Ende erahnen ließen und die Spannung hoch hielten - und zwar durch schriftstellerisches Können, nicht durch eine Aneinanderreiung von Hiobsbotschaften, die sich dann binnen drei Seiten in Wohlgefallen auflösen.
Leider ist es genau dieses erzählerische Tempo, das dafür sorgt, dass oft große zeitliche Sprünge gemacht werden. Hier wäre weniger mehr gewesen, denn auch wenn eine Nebenlinie der Handlung vielleicht nicht immer so spannend ist wie die eigentliche Geschichte, würde das dem Leser die ein oder andere temporäre Verwirrung ersparen.
Außerdem habe ich die Funktion der Priesterin Anidim nicht verstanden - es schien fast so, als sei sie nur deshalb erschaffen worden, um zu erklären, warum die Helden auf der Reise nicht einfach von den Dämonen getötet werden.
Alles in allem also ein Buch, das sowohl durch seine Sprache als auch seinen Inhalt überzeugt, längst abgedroschenen Szenen neues Leben einhaucht und somit Lust auf mehr macht - weswegen ich mir schon den Kopf zerbreche, wann denn der dritte und letzte Teil erscheinen wird